sublim

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsu-blim · sub-lim
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›sublim‹ als Grundform: ↗Sublimität
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben fein, verfeinert, von nuanciertem Empfinden zeugend, nur nuanciertem Empfinden zugänglich
Beispiele:
eine sublime Darstellung, Gestaltung
sublimes Einfühlungsvermögen
sublime Ironie
eine sublime Interpretation eines Musikwerkes
[ein Liebesroman] Sublim, aber fade, feinsinnig, aber matt [KreuderGesellschaft26]
Es erhielt ... das Gemeine eine unerhörte Veredelung und das Sublime eine unglaubliche Realität [Hofmannsth.ProsaI 387]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sublim · sublimieren · Sublimat
sublim Adj. ‘erhaben, verfeinert, vergeistigt’, Entlehnung (2. Hälfte 17. Jh.) aus lat. sublīmis ‘hoch, erhaben, emporstehend, emporragend’, übertragen auch von Rede und Dichtung; zu lat. līmen ‘Schwelle, Türschwelle’. Im Dt. anfangs vom erhabenen Stil, seit dem 18. Jh. in erweiterter Anwendung. Einfluß von gleichbed. mfrz. frz. sublime ist wahrscheinlich. sublimieren Vb. ‘ins Erhabene steigern, verfeinern, veredeln’ (18. Jh.), zuvor (Mitte 15. Jh.) als Fachwort der Alchimie bzw. der Chemie ‘unmittelbar aus dem festen in den gasförmigen bzw. aus dem gasförmigen in den festen Aggregatzustand übergehen oder überführen’, aus lat. sublīmāre ‘(hoch) erheben, emporheben’; vgl. mfrz. frz. sublimer. Sublimat n. ‘unmittelbar aus dem gasförmigen Zustand (mit Überspringen des flüssigen) ausgeschiedener fester Niederschlag’ (16. Jh.), auch Bezeichnung für ‘Quecksilberchlorid’, lat. sublīmātum, substantiviertes Neutrum des Part. Perf. von lat. sublīmāre (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
erhaben · sublim
Assoziationen
Synonymgruppe
fein · nur mit Feinsinn wahrnehmbar · sublim · ↗subtil · ↗unterschwellig
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit sublimer Arroganz beherrschten die königlichen Pyramiden das Alte Reich, und über die Jahrhunderte, die folgen sollten, senkte sich ihr Schatten.
Wilson, John A.: Ägypten. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 810
Die Registratur ist die sublimste Form des Terrors, jene, aus der alle Folgen des Schreckensregimentes überhaupt erst resultieren.
Salomon, Ernst von: Der Fragebogen, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1961 [1951], S. 33
Natürlich gab es auch in der "Posthornserenade" Momente von sublimer Schönheit.
Die Welt, 11.04.2001
Es ist leicht, eine Frau nicht zu schlagen, wen man über sublimere Mittel verfügt, sie zu ihrem eigenen Hintermann zu machen.
konkret, 1980
Einerseits sind die Photographien symbolisch überladen, ungenau und auch sublim, andererseits beim Festhalten der Geschlechtsmerkmale unvermittelt und klar.
konkret, 1989
Zitationshilfe
„sublim“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sublim>, abgerufen am 27.05.2019.

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