subjektivistisch

GrammatikAdjektiv
Worttrennungsub-jek-ti-vis-tisch (computergeneriert)
GrundformSubjektivismus
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Philosophie zum Subjektivismus gehörend, ihn betreffend, von ihm geprägt
2.
bildungssprachlich ichbezogen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Subjekt · subjektiv · Subjektivismus · subjektivistisch · Subjektivität
Subjekt n. ‘das Zugrundegelegte, Untergeordnete, Abhängige, Substanz, (Roh)stoff’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘Gegenstand der Erkenntnis, zugrundeliegender Begriff in einem Urteil’ (Ende 16. Jh.), in Kunst und Literatur ‘Gegenstand, Thema, Motiv’ (s. auch ↗Sujet), in der Grammatik ‘Träger der Aussage, Satzgegenstand’ (Mitte 18. Jh.), in der Kanzleisprache ‘Person in abhängiger, untergeordneter Position’ (17. Jh.; später ‘anrüchige Person’, 19. Jh.), in der Philosophie (Kant) ‘mit Bewußtsein begabtes, erkennendes, handelndes Wesen, Ich, Individuum’ (18. Jh.), entlehnt aus spätlat. subiectum ‘das Daruntergelegte, Substanz, ursprünglich Gegebenes, grammatischer Satzgegenstand’, mlat. ‘Begriff, Gegenstand’, Substantivierung des neutralen Part. Perf. von lat. subicere ‘unter oder an etw. werfen, legen, setzen, stellen, fügen, unterlegen, unterbreiten, unterwerfen’, zu lat. iacere ‘werfen’. Die Anwendung des Ausdrucks auf Personen ist vorgeprägt in lat. subiectī m. (Plur.) ‘die Unterworfenen, die Untertanen’ (mlat. auch der Sing. subiectus), doch zeigt das Dt. auch in diesem Falle das sonst übliche neutrale Genus. subjektiv Adj. ‘das Subjekt betreffend, von ihm abhängig, ausgehend, auf das Subjekt bezogen, persönlich, individuell bedingt’ (18. Jh.), danach auch ‘einseitig, willkürlich, abwertend’, vgl. lat. subiectīvus ‘hinzugefügt, nachgesetzt, zum Subjekt gehörig’. Subjektivismus m. philosophische Richtung, Denk- und Verhaltensweise, die das Subjektive überbewertet und das Objektive vernachlässigt, allgemein ‘Ichbezogenheit’ (1. Hälfte 19. Jh.), gelehrte Bildung zu subjektiv. subjektivistisch Adj. ‘den Subjektivismus betreffend, ichbezogen’ (2. Hälfte 19. Jh.). Subjektivität f. ‘Individualität, (nur) vom Subjekt bestimmte Verhaltens- und Handlungsweise, nur persönliche Auffassung, Unsachlichkeit durch Nichtbeachtung des Objektive’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Psychologie
Synonymgruppe
denkt nur an sich (selbst) · ↗egoman · ↗egomanisch · ↗egozentrisch · ↗eigennützig · ↗eigensüchtig · ichbefangen · ↗ichbezogen · ↗ichsüchtig · ↗narzisstisch · selbstbezogen · ↗selbstsüchtig · ↗selbstverliebt · ↗unsozial · von sich selbst eingenommen  ●  Unterm Strich komm ich.  Slogan · ↗egoistisch  Hauptform · jetzt komm (erst mal) ich  Spruch · subjektivistisch  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auffassung extrem radikal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›subjektivistisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das führte in der Folge immer öfter zu subjektivistischen Entscheidungen.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1989]
Nur die subjektivistischen Züge, die schon seit langem in der Musik an die Oberfläche drängen, treten jetzt schärfer hervor.
Blume, Friedrich: Romantik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1963], S. 28469
Der Ausdruck »subjektiv« ist nicht gleichbedeutend mit »willkürlich« oder »subjektivistisch«.
Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - S. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 21184
Und doch wird mir diesmal nur eine dieser verhaßten subjektivistischen Rezensionen gelingen.
Der Tagesspiegel, 18.10.1997
Gerade die subjektivistische Vermenschlichung aller religiösen Bildgehalte führte zum Ende.
Beenken, Hermann: Das Neunzehnte Jahrhundert in der deutschen Kunst, München: Bruckmann 1944, S. 254
Zitationshilfe
„subjektivistisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/subjektivistisch>, abgerufen am 20.05.2019.

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