strudeln

GrammatikVerb · strudelte, hat/ist gestrudelt
Aussprache
Worttrennungstru-deln
GrundformStrudel1
Wortbildung mit ›strudeln‹ als Erstglied: ↗Strudelei
eWDG, 1976

Bedeutungen

mit Hilfsverb ›hat‹
einen Strudel bilden, sich heftig, wirbelnd, kreisend bewegen
Beispiele:
das Wasser strudelt
eine Brücke über einen schmalen Fluß, der in der Mitte schwarz strudelt [SteinbergUhren277]
flatterten die Möwen über den strudelnden Tälern des Meeres [WilleUsedom169]
mit Hilfsverb ›ist‹
bildlich irgendwohin strudeln
Beispiel:
Familie Roselieb strudelte heiter schwatzend in den Flur [HartungWunderkinder111]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strudel · strudeln
Strudel m. ‘Wasserwirbel, lebhaftes Treiben’, frühnhd. strudel (15. Jh.; vgl. den Ortsnamen Strodelbach, 1394), Rückbildung aus strudeln Vb. ‘trichterförmig wirbeln, wallen, brodeln, sprudeln’ (15. Jh.), mundartlich auch strodeln, das sich mit Ablaut und iterativem l-Suffix zu ahd. stredan ‘geräuschvoll brennen, zischen’ (9. Jh.) stellt. Vergleichbar (obwohl lautlich nicht befriedigend) sind griech. rhóthos (ῥόθος) ‘das Rauschen der Wogen, der Ruder’, übertragen ‘Geräusch’, akorn. stret ‘Flüssigkeit’, mkorn. streyth ‘Fluß’, mir. srithit ‘Strahl von Milch oder Blut’, so daß von ie. *sredh-, *stret- ‘strudeln, wallen, brausen, rauschen’, einer Erweiterung der unter ↗Strom (s. d.) angeführten Wurzel ie. *ser(ə)- ‘strömen, sich rasch und heftig bewegen’, ausgegangen werden kann (mit t-Einschub im Germ. zwischen s und r). Südd.-öst. Strudel ‘Mehlspeise mit eingerolltem Obst oder Fleisch’ (17. Jh.), nach dem spiraligen Muster der aus der Teigrolle geschnittenen Stücke.

Thesaurus

Synonymgruppe
strudeln · ↗wirbeln
Synonymgruppe
flattern · ↗schwirren · strudeln · ↗surren

Typische Verbindungen
computergeneriert

Fluß Wasser hineinstrudeln schäumen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strudeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unser Leid begann bei ihr und strudelte dann zurück zu uns.
Die Zeit, 12.09.1997, Nr. 38
Ich schreibe und erliege dem Sog, Sie lesen, strudeln und vergessen.
Der Tagesspiegel, 03.09.2001
Millionen Frauen in jedem Land stehen wie auf einsamer Insel, um sie strudelt Verzweiflung, sie warten auf euch.
Rubiner, Ludwig: Die Gewaltlosen. In: Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1919], S. 16606
Das violettblaue Licht strudelte in seinem Glas wie das Kurwasser in der glasgefangenen Schauquelle im Kurpark.
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 404
Das Wasser strudelte in unwahrscheinlichen Farben dem Schiffe nach, von Rosa über Rot bis in tintenblaue und violette Tönungen.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 10
Zitationshilfe
„strudeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/strudeln>, abgerufen am 16.07.2019.

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