strotzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstrot-zen (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich übervoll von etw. sein, fast bersten, überquellen von etw.
Beispiele:
das Kind strotzt von Gesundheit
er strotzt von Energie, Kraft, Lebensfreude
er strotzt von lustigen Einfällen
die Obstbäume hingen strotzend voll
der Aufsatz, das Diktat strotzt von, vor Fehlern
der Landstreicher strotzte von Schmutz und Ungeziefer
etw. strotzt von Geschmacklosigkeit
Dabei strotzt das Weib vor Gesundheit und Kraft [F. WolfGrenze5,92]
dort hundertjährige große Bäume, in aller Fülle, strotzend von Blättern und Saft [FalladaWolf1,128]
Leckerbissen, von denen die Tafel strotzte [Th. MannBuddenbrooks1,358]
Unter den strotzenden Eutern der Kühe hocken breithüftige Mägde und melken die Milch in Tonbutten [WerfelJeremias390]
Der Angriff strotzte von persönlichen Gehässigkeiten [BebelAus meinem Leben660]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

strotzen Vb. ‘übervoll, prall gefüllt sein’, mhd. stroʒʒen, strotzen ‘prall voll, angeschwollen sein’, engl. to strut ‘stolzieren’, schwed. strutta ‘trippeln’, eigentlich ‘steif gehen’. Verwandt sind nd. strutt ‘starr, steif’, mit langem Stammsilbenvokal ↗Strauß und ↗Strauß (s. d.), aengl. strūtian ‘steif vorstehen, emporragen’, anord. strūtr ‘Spitze eines Hutes’, ohne s-Anlaut anord. þrūtna ‘aufschwellen, übermütig werden’, þrūtinn ‘geschwollen’, got. þrūtsfill ‘Aussatz’ und die unter ↗Drossel ‘Kehle’ (s. d.) angeführten Formen sowie kymr. trythu ‘schwellen’. Auszugehen ist von ie. *(s)trū̌d- ‘Angeschwollenes, Hervorstehendes’, Dentalerweiterung der unter ↗starren (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’. Für strotzen dürfte daher eine Bedeutung ‘steif emporragen, von etw. starren, prall sein’ anzusetzen sein.

Thesaurus

Synonymgruppe
blühen · strotzen · voll sein von

Typische Verbindungen
computergeneriert

Druckfehler Einfall Gemeinplatz Geschmacklosigkeit Gesundheit Halbwahrheit Klischee Lebensfreude Lebenslust Optimismus Rechtschreibfehler Selbstbewußtsein Selbstgefälligkeit Selbstgewißheit Selbstsicherheit Selbstvertrauen Selbstzufriedenheit Siegeszuversicht Spielfreude Superlativ Tatendrang Tatkraft Ungenauigkeit Ungereimtheit Unkenntnis Unrichtigkeit Unwahrheit Vitalität Zuversicht geradezu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strotzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es half, und irgendwann war die Arbeit fertig, sie strotzte nur so von verwirrenden Graphen.
Die Zeit, 29.05.2006, Nr. 22
Sie strotzte, da er sein Guthaben bei der Bank behoben hatte, von angesehenen Noten.
Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 175
Die Reden, die das Werk begleiten, strotzen nicht gerade von Kultur.
Berliner Tageblatt (Morgen-Ausgabe), 05.03.1909
Die Häuser strotzten gleichsam vor Bescheidenheit, sprachen den reinsten Dialekt der neuen Sprache.
Engler, Wolfgang: Die Ostdeutschen, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2000 [1999], S. 52
Wenn sich aber alle meteorologischen Launen des Tages verflüchtigt haben, zeigt sich das exemplarische Gewölbe der Nacht, von Gestirnen strotzend.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 385
Zitationshilfe
„strotzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/strotzen>, abgerufen am 20.05.2019.

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