stricheln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstri-cheln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›stricheln‹ als Erstglied: ↗Strichelung
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. durch (kleine) Striche darstellen, zeichnen
Beispiele:
eine Zeichnung, den Umriss stricheln
eine gestrichelte Linie
2.
etw. mit (kleinen) Strichen versehen
Beispiele:
eine Fläche stricheln
ein gestricheltes (= schraffiertes) Dreieck
der Stoff ist bunt gestrichelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Strich · Landstrich · stricheln · Strichpunkt
Strich m. ‘das Streichen, Linie’, ahd. strih (10. Jh.), mhd. strich ‘Linie, Richtung, Weg, Landstrich, das Streichen, Schlag’, mnd. mnl. strēke, nl. streek, aengl. strica, engl. streak, got. striks sowie (mit anderer Stammbildung) anord. strik n. ‘gestreiftes Zeug, Haube’, schwed. streck ‘Strich, Richtung, Streich’, ablautende Abstraktbildung zu dem unter ↗streichen (s. d.) behandelten Verb. Bezeichnet wird damit der Vorgang des Streichens (im Sinne von ‘gehen’), auch ‘Vogelflug’ sowie ‘Weg, Richtung, Erstreckung, Gebiet’, (im Sinne von ‘streifend berühren’) ‘das Hinwegstreichen über eine Oberfläche’ und die ‘gezogene, gestrichene Linie’ (beim Schreiben und Zeichnen; in der frühen Geometrie Übersetzung von lat. līnea). Vgl. einen Strich durch die Rechnung machen ‘jmds. Pläne zunichte machen’, einen Strich darunter machen ‘etw. abschließen, als beendet betrachten’ (18. Jh.); jmdn. auf dem Strich haben ‘jmdm. nicht gewogen sein’ (19. Jh., vgl. Strich ‘Visierlinie des Gewehrs’?, ‘Zielstrich’ bei Zielfernrohren?); wider, gegen den Strich gehen ‘zuwider sein, mißfallen’ (18. Jh., vgl. Strich ‘natürliche Richtung und Lage’ von Haaren, Fäden, Fasern oder dgl.). Landstrich m. ‘Gebiet’ (17. Jh.). stricheln Vb. ‘mit kleinen Strichen versehen’, zuerst gestrichelt Part. Prät. (17. Jh.). Strichpunkt m. ‘Semikolon’ (18. Jh.); s. ↗semi-.

Thesaurus

Synonymgruppe
stricheln  ●  ↗strichlieren  österr.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Papier malen stricheln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stricheln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er stichelt und strichelt, fegt und harkt, schmeichelt und grollt.
Die Zeit, 01.12.2005, Nr. 49
Die besetzten Felder werden rot gestrichelt, zum Zeichen, dass der betreffende Betrieb befreit und unter Arbeiterkontrolle gestellt worden ist.
Süddeutsche Zeitung, 04.10.2000
Peter Konwitschny scheint für seine Hamburger "Meistersinger" an der Staatsoper ein ungewohnt konservatives Idyll zu stricheln.
Die Welt, 05.11.2002
Er strichelte nazi-konform, zeigte Juden als dicke Geschäftemacher und Russen als Kindermörder und hatte keine Probleme mehr mit der Obrigkeit.
konkret, 1983
Er zeichnet orientalische Teppichmuster und üppige Frauenleiber in die Tagebücher und strichelt einen fliegenden Penis mit Propeller - die Hoden dienen dem Phantasie-Flieger als Fahrwerk.
Der Spiegel, 07.12.1987
Zitationshilfe
„stricheln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stricheln>, abgerufen am 22.10.2019.

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