streunen

GrammatikVerb · streunte, hat/ist gestreunt
Aussprache
Worttrennungstreu-nen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›streunen‹ als Erstglied: ↗Streuner  ·  mit ›streunen‹ als Letztglied: ↗herumstreunen · ↗umherstreunen
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend ohne ein bestimmtes Ziel umherstreifen, sich herumtreiben
Beispiele:
jmd. streunt durch die Stadt, die Straßen, Felder, den Wald
der Junge streunte den ganzen Tag in der Umgebung, übers Feld
streunende Kinder, Jugendliche
streunende (= sich herrenlos herumtreibende) Hunde, Katzen
wie ein streunender Hund (= schlecht, verächtlich) behandelt werden
Ein Trieb zum Streunen, der mich halbe Tage unauffindbar machte, ängstigte die Mutter sehr [CarossaKindheit11]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streunen · Streuner
streunen Vb. ‘umherstreifen, vagabundieren’. Das nur westgerm. und selten bezeugte Verb ahd. striunen ‘gewinnen, erwerben’ (8. Jh.), mhd. striunen ‘schnuppernd umherstreifen, auf neugierige oder verdächtige Weise nach etw. forschen’, asächs. striunian ‘schmücken’, aengl. strīenan ‘erwerben, erzeugen’ kann mit ahd. (8. Jh.), asächs. gistriuni ‘Gewinn’, aengl. strēon ‘Gewinn, Eigentum’, mhd. Striun Hundename (vor 1300), eigentlich ‘der schnuppernd Suchende, Umherstreifende’, nd. Strǖn(e) ‘liederliches Frauenzimmer, Dirne’, eigentlich ‘die sich Herumtreibende’, als n-Ableitung an die unter ↗streuen (s. d.) angeführte Wurzelerweiterung ie. *streu- ‘ausbreiten, (aus)streuen’ angeschlossen werden. Die Bedeutung ‘umherziehen’ mag sich über ‘nach Erwerb, Gewinn umherstreifen, forschen, gewinnen, erwerben’ und ‘anhäufen’ aus ‘ausbreiten’ entwickelt haben. Streuner m. ‘wer neugierig umherstreift’ (16. Jh.), ‘Herumtreiber, Vagabund’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sein) Unwesen treiben · frei schweifen · ↗herumstreunen · ↗herumstrolchen · ↗herumstromern · ↗herumvagabundieren · ↗herumziehen · streunen · ↗strolchen · ↗stromern · um die Häuser ziehen · ↗vagabundieren  ●  ↗(ziellos) herumlaufen  Hauptform · ↗(sich) herumtreiben  ugs. · ↗(ziellos) rumlaufen  ugs. · herumstreunern  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bär Bühne Dorf Gang Garten Gasse Gegend Gelände Hund Katze Kuh Park Ruine Stadt Straße Suche Tier Wald Wolf Ziege einsam herum herumstreunen nachts umher umherstreunen vorbei ziellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›streunen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fast sieht man einen Hund schwanzwedelnd um die Ecke streunen.
Der Tagesspiegel, 13.12.2004
Dazwischen streunen Hits der Sechziger, werden die Haare länger und die Möbel bunter.
Süddeutsche Zeitung, 13.04.2002
Dennoch streunt Anja Schneider durch Stadt und Zoo, ohne erkannt zu werden.
Die Welt, 02.08.2005
Der zweite Tag verstrich, ich streunte durch die kalte Stadt, auf meiner dilettantischen Suche nach Sofie.
Krausser, Helmut: Eros, Köln: DuMont 2006, S. 289
Streunt beispielsweise aus Mangel an Jägern ein Rudel Wölfe durch die Stadt, verlässt keiner von ihnen freiwillig das Haus.
C't, 2000, Nr. 19
Zitationshilfe
„streunen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/streunen>, abgerufen am 15.10.2019.

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