streitig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungstrei-tig (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdm. etw. streitig machenetw., was ein anderer hat, für sich beanspruchen
Beispiele:
jmdm. einen Anspruch, das Recht auf etw. streitig machen
er wollte ihm seinen Platz streitig machen
Jura eine streitige Verhandlung (= Verhandlung, in der die Parteien widersprechende Anträge stellen)
Jura ein streitiges (= nach einer streitigen Verhandlung ergehendes) Urteil
etw. ist streitigetw. ist Streitgegenstand
Beispiele:
ein streitiger Anspruch, Betrag, Wohnraum
das Verfahren wird streitig verhandelt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

streiten · abstreiten · bestreiten · umstritten · Streit · Streitaxt · Streitwagen · Streitmacht · Streitfall · Streitschrift · Streithammel · streitbar · streitig · strittig · Streitigkeit
streiten Vb. ‘sich mit Worten auseinandersetzen, kämpfen’. Das starke Verb ahd. strītan ‘sich im Meinungsstreit auseinandersetzen, einen Rechtsstreit führen, zanken, bewaffnet kämpfen’, (selten) ‘wetteifern’ (8. Jh.), mhd. strīten, vor allem ‘bewaffnet kämpfen’, auch ‘streben, trachten’, mnd. (stark und schwach) strīden ‘streiten’, (schwach) ‘große Schritte machen’, mnl. strīden, nl. strijden ‘streiten’, aengl. strīdan ‘schreiten, spreizen’, engl. to stride ‘schreiten, große Schritte machen’, schwed. (stark und schwach) strida ‘kämpfen, streiten’ hat neben sich das schwache Verb asächs. strīdian ‘streiten, bestreiten’, anord. strīða ‘plagen, Schaden zufügen’ sowie das unten dargestellte Substantiv Streit und anord. strīðr ‘hart, stark, hartnäckig, widerspenstig’, (mit anderer Ablautstufe) streitask ‘sich anstrengen, kämpfen’, strita ‘angestrengt ziehen, sich plagen’. Außergerm. Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Ausgehend von einer Bedeutung ‘sich starrsinnig, widerspenstig, hartnäckig verhalten’, läßt sich ie. *strē̌idh- ansetzen, Dentalerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)-, *(s)trē- ‘starr, steif sein’ (s. ↗starren). Die Verwendung im Sinne von ‘schreiten, große Schritte machen’ entwickelt sich vielleicht unter Einfluß von ↗schreiten (s. d.; vgl. Seebold 476). abstreiten Vb. ‘im (Rechts)streit, im Kampf abgewinnen, streitig machen, hartnäckig absprechen, aberkennen’, seit dem 18. Jh. vor allem ‘in Abrede stellen, leugnen’, mhd. abestrīten ‘im (Rechts)streit, Kampf abgewinnen’. bestreiten Vb. ‘(eine Meinung, eine Behauptung) anfechten, angreifen’, mhd. bestrīten ‘bekämpfen’; seit dem 17. Jh. ‘die Kosten, den Aufwand tragen’, entwickelt aus ‘einer Sache gewachsen sein, sie bewältigen’. umstritten Part.adj. ‘dem Streit der Ansprüche, der Meinungen unterliegend, umkämpft, zweifelhaft’ (19. Jh.). Streit m. ‘Meinungs-, Rechtsauseinandersetzung, Hader, Zerwürfnis innerhalb einer Gemeinschaft’, ahd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (über Meinungen oder rechtliche Dinge), Konflikt, Hader, tätlicher Kampf, Wettkampf, Empörung, Aufruhr’ (8. Jh.), mhd. mnd. strīt ‘Auseinandersetzung mit Worten (vor Gericht) oder mit Waffen, innerer Kampf, Widerstand, Streitmacht, Heeresabteilung, Schlachtordnung, Rache, Streben’, asächs. strīd ‘Streit, Eifer’, mnl. strijt, nl. strijd, anord. strīð, schwed. strid. In den oben angegebenen Bedeutungen ist Streit vor allem seit dem 19. Jh. gebräuchlich, nachdem älterer Gebrauch im Sinne von ‘Auseinandersetzung mit Waffen, Waffengang’ gegen Ende des 18. Jhs. von Kampf übernommen wird. Den alten Sinn bewahren Streitaxt f. ‘als Hieb- oder Wurfwaffe verwendete Axt’, spätmhd. (omd.) strīthax (um 1400); redensartlich die Streitaxt begraben ‘Frieden schließen’ (19. Jh.); Streitwagen m. ‘mit Kriegern besetzter Kampfwagen’ (15. Jh.) und Streitmacht f. ‘Kampfkraft eines bewaffneten Verbandes, kampfbereite Truppe’ (18. Jh.). Streitfall m. ‘Konflikt’ (rechtssprachlich, 19. Jh.). Streitschrift f. ‘polemische Abhandlung über religiöse, politische, wissenschaftliche Fragen’ (17. Jh.). Streithammel m. ‘zänkischer Mensch’ (um 1800). streitbar Adj. ‘kriegerisch, zu Polemik und Auseinandersetzung neigend’, mhd. strītbære ‘streithaft, zum Kampf dienlich oder gerüstet’. streitig Adj. ‘uneins, umstritten’, ahd. strītīg (um 1000), mhd. strītec, strītic ‘streithaft, kampflustig, streitsüchtig, rechthaberisch, ungestüm, ungehorsam, eifrig, strebend’; jmdm. etw. streitig machen ‘anfechten’ (16. Jh.). strittig Adj. ‘umstritten, uneins, streitsüchtig’ (15. Jh.). Streitigkeit f. ‘Konflikt, Uneinigkeit, Zank’ (16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
streitig · ↗strittig
Synonymgruppe
(ein) Streitthema (sein) · (sich) uneinig sein (über etwas / in einem Punkt) · angefochten werden · bestritten (werden) · ↗fraglich · in Frage stehen(d) · ↗kontrovers · kontrovers diskutiert werden · nicht ausdiskutiert · nicht unumstritten · streitig · ↗strittig · ↗unsicher · zur Debatte stehen(d)  ●  dünnes Eis  fig. · ↗kontroversiell  österr. · ↗umstritten  Hauptform · Darüber streiten sich die Gelehrten.  ugs., Spruch · mit Vorsicht zu genießen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstimmung Auseinandersetzung Debatte Diskussion Frage Gerichtsbarkeit Rechtsfrage Rechtsverhältnis Sachverhalt Scheidung Summe Tatsache Verfahren bald eigentlich gar höchst kaum machen mehr nicht nie noch wieder überhaupt

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›streitig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Streitig ist dabei unter anderem die Frage zusätzlicher steuerlicher Belastung.
Die Welt, 26.08.2002
Den Platz zwei auf der sächsischen Liste will sie ihm daher nicht streitig machen.
Süddeutsche Zeitung, 18.03.1998
Wie kommen dann diese kleinen Gruppen dazu, uns das Regiment streitig machen zu wollen?
o. A.: Kundgebung der NSDAP im Berliner Sportpalast, 01.09.1932
Und ich will den sehen, der den Mut besitzt, sie mir streitig machen zu wollen!
May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 173
Endlich einigte man sich, das streitige Gebiet gemeinsam zu besiedeln.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 24033
Zitationshilfe
„streitig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/streitig>, abgerufen am 25.05.2019.

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