streiken

GrammatikVerb · streikt, streikte, hat gestreikt
Aussprache
Worttrennungstrei-ken (computergeneriert)
GrundformStreik
Wortbildung mit ›streiken‹ als Letztglied: ↗bestreiken · ↗weiterstreiken
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
in den Streik treten, einen Streik durchführen
Beispiele:
die Arbeiter streiken für höhere Löhne, für ihre Weiterbeschäftigung
sie erklärten sich mit den streikenden Bergarbeitern solidarisch
2.
umgangssprachlich nicht (mehr) mitmachen
Beispiele:
er wollte mir noch ein Glas eingießen, aber ich habe gestreikt
mein Magen streikt (= ich bin sehr satt, vertrage das Essen nicht)
jmds. Nerven streiken (= versagen)
der Wagen, Motor, die Maschine streikt (= funktioniert, läuft nicht)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Streik · streiken
Streik m. ‘gewerkschaftlich organisierte Arbeitsniederlegung zur Durchsetzung wirtschaftlicher, sozialer Forderungen, Arbeitskampf’, Übernahme (1. Hälfte 19. Jh.) von gleichbed. engl. strike (Substantivierung von engl. to strike, s. unten), das seit 1810 in dieser Verwendung bezeugt ist. Der in dt. Texte in engl. Schreibweise Strike (bis etwa 1890) aufgenommene Ausdruck bezieht sich zunächst auf englische Verhältnisse, wird aber seit dem Leipziger Buchdruckerstreik (1865) auch auf Arbeitskämpfe in Deutschland angewendet und durch die Presse verbreitet. Obwohl nach 1880 im allgemeinen Sprachgebrauch geläufig, findet Streik in Gesetzestexte erst nach 1945 (zuerst Streikrecht) Eingang. streiken Vb. ‘in Streik treten, die Arbeit niederlegen’, um 1865 in der Form striken (doch in der Regel engl. Aussprache folgend) zu damals üblichem Strike gebildet, nach engl. to strike ‘stoßen, schlagen, sich fortbewegen, (Segel) niederlassen, (Gerüste, Zelte) abbrechen’, seit 1768 auch (elliptisch für to strike work) ‘die Arbeit niederlegen’, verwandt mit ↗streichen (s. d.). Die Schreibung streiken setzt (entsprechend der des Substantivs Streik) um 1890 ein. Verallgemeinerter Gebrauch im Sinne von ‘sich weigern, etw. zu tun, nicht (mehr) mitmachen’ begegnet seit Ende des 19. Jhs.

Thesaurus

Synonymgruppe
die Arbeit niederlegen · in Streik treten · in den Ausstand treten · streiken
Assoziationen
  • alle Räder stehen still (bei) · bestreikt werden (Betrieb) · es kommt zu Arbeitsniederlegungen  ●  es wird gestreikt  Hauptform
Synonymgruppe
aufhören zu laufen · ↗ausgehen · nicht funktionieren · ↗stehenbleiben · streiken (Motor)
Assoziationen
  • außer Betrieb · funktioniert nicht (mehr) · funktionsunfähig · ↗funktionsuntüchtig · hat seine Funktion eingestellt · in die Brüche gegangen · läuft nicht · nicht funktionierend · nicht mehr benutzbar  ●  ↗defekt  Hauptform · abgekackt  ugs. · fratze  ugs. · geht nicht (mehr)  ugs. · ↗hin  ugs. · im Eimer  ugs. · ↗kaputt  ugs. · verreckt  ugs.
  • (eine) Panne haben · ↗liegen bleiben · ↗liegenbleiben  ●  nicht weiterfahren können  Hauptform
  • (den) Aus-Knopf drücken · ↗abdrehen · ↗abschalten · ↗abstellen · ↗ausknipsen · ↗ausschalten  ●  (den) Ein-Aus-Schalter betätigen  förmlich · ↗ausmachen  ugs. · den Stecker (raus)ziehen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

35-Stunden-Woche Arbeiter Arbeitsbedingung Bankangestellte Bauarbeiter Bergarbeiter Bergleute Beschäftigte Bodenpersonal Busfahrer Drucker Eisenbahner Flugbegleiter Fluglotse Getriebe Hafenarbeiter Lohn Lokführer Lufthansa-Pilot Metallarbeiter Metaller Metallindustrie Müllabfuhr Müllmann Pilot Staatsbedienstete Taxifahrer aussperren mitstreiken notfalls

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›streiken‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dort würde niemand auf die Idee kommen, deswegen zu streiken.
Bild, 15.02.2006
Wenn keine Kinder da sind, können auch verbeamtete Lehrer ungestraft streiken.
Der Tagesspiegel, 05.04.2000
Aber auch wenn ich den ganzen Tag für mich habe, streiken die Augen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1938. In: ders., Ich will Zeugnis ablegen bis zum letzten, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 1999 [1938], S. 80
Weil man uns das nicht zahlen wollte, haben wir gestreikt.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 349
Vierzehn Tage lang habe ich es getan, dann habe ich gestreikt.
Viersbeck, Doris: Erlebnisse eines Hamburger Dienstmädchens. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8118
Zitationshilfe
„streiken“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/streiken>, abgerufen am 18.07.2019.

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