strafen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstra-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›strafen‹ als Erstglied: ↗Strafgesetzbuch · ↗Strafregelung · ↗Straftatbestand · ↗Sträfling · ↗strafbar · ↗strafprozessual
 ·  mit ›strafen‹ als Letztglied: ↗abstrafen  ·  mit ›strafen‹ als Grundform: ↗Strafe · ↗bestrafen
eWDG, 1976

Bedeutung

jmdn. bestrafen
a)
Beispiele:
(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch die Mutter straft das Kind
(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch [der Beichtvater] mahnte und strafte ihn ... ohne Schonung [HesseNarziß5,294]
(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch war ihm nicht erinnerlich, daß er [als Kind] je wegen einer Lüge oder einer Täuschung gestraft oder gescholten worden wäre [G. KellerKleider machen Leute6,324]
(besonders) süddeutsch, (besonders) österreichisch Bitten half nichts ... Strafen half nichts [FalladaWolf1,73]
gehoben, veraltend Welche Hilfe erwartest du von den Menschen, wo Gott uns gestraft hat? [J. RothHiob55]
übertragen (mit etw.) gestraft seinSorgen, Verdruss (mit etw.) haben
Beispiele:
mit dieser Arbeit bin ich gestraft
spöttisch du bist wirklich ein gestrafter Mann (= hast keinen Grund zur Klage)
b)
Beispiele:
jmdn. mit Verachtung strafen (= jmdn. nicht beachten)
jmdn. strafend (= missbilligend, tadelnd) anblicken
jmdm. einen strafenden Blick zuwerfen
jmdn. Lügen strafen (= nachweisen, dass jmd. gelogen hat)
etw. straft etw. Lügenetw. beweist etw. als unwahr, falsch
Beispiel:
der Erfolg straft seine Erwartung Lügen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

strafen · Strafe · strafbar · sträflich · Sträfling
strafen Vb. ‘züchtigen, wegen begangener Delikte zur Rechenschaft ziehen’, mhd. strāfen ‘mit tadelnden Worten zurechtweisen, schelten, züchtigen, mit Leibes- oder Geldstrafe belegen’ und mnd. straffen, strāfen, mnl. nl. straffen. Herkunft unbekannt. Das Verb erscheint um 1200 im Mhd. und löst ahd. refsen ‘schelten, scharf tadeln, schlagen, strafen’ (um 800; vgl. ungirefsentlīh ‘untadelig’, 8. Jh.), mhd. reffen, refsen ‘mit Worten strafen, tadeln, schelten, züchtigen’ ab. Eine Beziehung zu afries. straf(f)ia ‘bestreiten, schelten’ bietet sich an, so daß das Verb auch aus dem Fries., Nd., Nl. ins Hd. gelangt sein kann. Ein Zusammenhang mit wenig später auftretendem spätmhd. mnl. straf (s. ↗straff), ausgehend von einer Bedeutung ‘straff, streng behandeln’, sowie Anschluß an ie. *strep-, Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)ter(ə)- ‘starr, steif sein’ (s. ↗starren), ist, wenngleich semantisch möglich, unsicher. Älter als die Verwendung im Sinne des körperlichen Züchtigens ist die des Scheltens und Tadelns mit Worten. Strafe f. ‘Tadel, Schelte, Sühne für ein begangenes Delikt, Züchtigung’, mhd. strāfe ‘Tadel, Schelte, Strafe, Züchtigung’, mnd. straff(e), strāfe, nl. straf. Im Dt. wenig später bezeugt als das Verb. strafbar Adj. ‘unter Strafe gestellt’ (15. Jh.). sträflich Adj. ‘strafenswert’, in älterer Sprache auch ‘zu Strafen geneigt, strafwillig’, mhd. stræflich ‘tadelnswert’. Sträfling m. ‘in einer Strafanstalt Inhaftierter, zu einer Strafe Verurteilter’ (Anfang 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ahnden · ↗belangen · ↗bestrafen · ↗maßregeln · strafen · zur Verantwortung ziehen  ●  ↗abstrafen  geh.
Assoziationen
Synonymgruppe
bestrafen (für) · ↗disziplinieren · strafen · ↗züchtigen  ●  ↗(jemanden) abwatschen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Allah Behauptung Beteuerung Desinteresse Falsche Gerede Geringschätzung Gott Herrgott Ignoranz Klischee Kritiker Liebesentzug Lüge Lügen Mißachtung Nichtachtung Nichtbeachtung Pessimist Prophezeiung Skeptiker Spötter Sünde Sünder Verachtung Vorurteil Zweifler abstrafen belohnen strafen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›strafen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wie das gestraft ist mit diesem Monster von Vater, da werden nicht wir auch noch.
Süddeutsche Zeitung, 03.02.2001
Wenigstens hat der Protest russischer Schriftsteller diese Propaganda Lügen gestraft.
Der Tagesspiegel, 02.02.2000
Aber das dumpfe Stöhnen, das gleich darauf aus ihrem Munde bricht, straft ihre Worte Lügen.
Horster, Hans-Ulrich [d.i. Rhein, Eduard]: Ein Herz spielt falsch, Köln: Lingen 1991 [1950], S. 433
Wenn sie mit uns geht, wird uns der Herr nur noch mehr strafen.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 388
Ich selbst erinnere mich nicht, von ihm gestraft worden zu sein.
Fischer, Emil: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 12043
Zitationshilfe
„strafen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/strafen>, abgerufen am 21.10.2019.

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