stoppen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstop-pen
Wortbildung mit ›stoppen‹ als Erstglied: ↗Stoppball · ↗Stopper · ↗Stopplicht · ↗Stopppreis · ↗Stoppschild · ↗Stoppsignal · ↗Stoppstraße · ↗Stoppuhr
 ·  mit ›stoppen‹ als Letztglied: ↗abstoppen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
zum Stillstand kommen
a)
aus der Bewegung heraus anhalten
Beispiele:
das Auto, der Zug stoppt (= fährt nicht weiter)
der Kraftfahrer musste an der Kreuzung stoppen
er stoppt mitten im Lauf
stopp!bleibe stehen, halte an!
Beispiel:
»stopp!«, rief der Posten
stopp!halte inne, höre auf!
Beispiel:
»stopp, Schluss damit!«, sagte er
umgangssprachlich abgeblasst
siehe auch stop (Lesart 2)
Beispiel:
stopp mal (= Moment mal)
bildlich
Beispiel:
der Angriff stoppte, hatte gestoppt (= blieb stecken)
b)
infolge eingetretener Mängel, Schwierigkeiten nicht mehr weitergehen
Beispiele:
bei dem anhaltenden Frost stoppten die Bauarbeiten
ohne ihn stoppte das Spiel
2.
etw., jmdn. zum Stillstand bringen
a)
etw., jmdn. aus der Bewegung heraus anhalten
Beispiele:
einen Wagen, den Dampfer stoppen (= an der Weiterfahrt hindern)
der Polizist stoppte den Bus, Fahrer, Verkehr
er war im Lauf gestoppt worden
eine Maschine stoppen
Fußball den Ball stoppen (= aus der Bewegung in Ruhestellung bringen)
Boxen einen gegnerischen Schlag, einen Gegner abwehren
Beispiel:
Im Halbschwergewicht stoppte Schlegel den immer wieder anrennenden Plauener Pichler [Tageszeitung1964]
bildlich
Beispiel:
er hatte keine Mittel, um Sibylle zu stoppen (= ihren Redefluss zu hemmen) [FrischStiller392]
Beispiel:
Löhne, Preise, Mieten stoppen (= nicht weiter steigen lassen)
b)
etw. infolge eingetretener Mängel, Schwierigkeiten unterbrechen
Beispiele:
die Wettkämpfe mussten wegen des schlechten Wetters vorübergehend gestoppt werden
eine Zahlung, Lieferung stoppen
3.
etw., jmdn. mit der Stoppuhr, mit dem elektrischen Zeitnehmer messen
Beispiele:
die Zeit, Geschwindigkeit stoppen
einen Läufer stoppen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stoppen · Stopper · stopp · Stopp · Stopplicht · Stoppstraße · Stoppschild · Stoppuhr
stoppen Vb. ‘zum Halten bringen, etw. aufhalten, zum Stillstand kommen, anhalten’. Mnd. mnl. stoppen ‘verstopfen, dicht machen, aufhalten’ entwickelt die im entsprechenden Verb hd. ↗stopfen (s. d.) nicht enthaltene Bedeutung ‘eine Strömung versperren, eine fließende, strömende Bewegung hindern’ und in der Seemannssprache ‘das Schiff verankern, vor Anker gehen, stilliegen’. Im Sinne von ‘anhalten’ gelangt stoppen in die Literatursprache, zuerst (noch in hd. Umsetzung stopfen) ‘ein auslaufendes Tau an-, festhalten’ (17. Jh.), später ‘(die Jagd, die Hunde) anhalten’ (18. Jh.). Im 19. Jh. begegnet das Verb (teilweise unter dem Einfluß von engl. to stop ‘anhalten’ transitiv und intransitiv) in breiter Verwendung, besonders ‘zum Halten bringen, zum Stillstand kommen, in seinem Fortgang, seiner Bewegung hemmen, etw. unter-, abbrechen’, in neuerer Zeit ‘mit der Stoppuhr messen’ bzw. ‘den Sekundenzeiger der Stoppuhr anhalten’ (20. Jh.). Stopper m. ‘Vorrichtung zum Festmachen eines Taues, Ankerkette’ (18. Jh.), engl. stopper; anfangs mit engl. Pluralbildung Stoppers. Beim Ballspiel ‘im Mittelfeld spielender Abwehrspieler’ (1. Hälfte 20. Jh.). stopp Interjektion ‘halt!’, ursprünglich seemännisches Kommando (Anfang 19. Jh.); vgl. engl. stop here! Stopp m. ‘Einhalt, das Anhalten’ (18. Jh.). Stopplicht n. ‘Bremslicht’, Stoppstraße f. Stoppschild n. (20. Jh.). Stoppuhr f. Uhr mit Sekundenzeiger, der durch Knopfdruck zum Messen kürzerer Zeitspannen angehalten werden kann (1. Hälfte 20. Jh.), engl. stopwatch.

Thesaurus

Synonymgruppe
(einen) Cut machen · ↗abbrechen · stoppen · ↗unterbrechen  ●  auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig. · ↗schmeißen  ugs.
Assoziationen
  • (einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Synonymgruppe
(ein) Hemmnis bilden · ↗(jemandem) entgegentreten · ↗abblocken · ↗abhalten · ↗abwehren · ↗behindern · ↗blockieren · ↗hemmen · ↗hindern · nicht mitspielen · ↗obstruieren · ↗sperren · stoppen (Pläne, Verfahren, Vorgang) · ↗verhindern · ↗versperren  ●  (den) Weg versperren  fig. · (sich jemandem) in den Weg stellen  fig. · ↗(sich) querstellen  ugs. · Knüppel zwischen die Beine werfen  ugs., fig. · Steine in den Weg legen  ugs., fig. · ↗blocken  ugs. · ↗mauern  ugs. · reingrätschen  ugs., fig.
Assoziationen
Antonyme
  • stoppen (Pläne, Verfahren, Vorgang)
Synonymgruppe
(einer Sache) ein Ende machen · (sich) abwenden von · (sich) verabschieden von · ablassen von · ad acta legen · ↗aufgeben · ↗beenden · ↗fallen lassen · ↗fallenlassen · hinter sich lassen · ↗sausen lassen · stoppen · ↗vergessen  ●  (einen) Schlussstrich ziehen  fig. · Besser ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende.  sprichwörtlich · ↗beerdigen  fig. · (davon) Abschied nehmen  ugs. · an den Nagel hängen  ugs., fig. · den Rücken kehren  ugs., fig. · ↗einstampfen  ugs., fig. · sterben lassen  ugs., fig. · zu Grabe tragen  ugs., fig. · über Bord werfen  ugs., fig.
Assoziationen
  • (einen) Cut machen · ↗abbrechen · stoppen · ↗unterbrechen  ●  auf die Bremse treten  fig. · die Notbremse ziehen  ugs., fig. · die Reißleine ziehen  ugs., fig. · ↗schmeißen  ugs.
  • (die) Waffen strecken · (einen) Rückzieher machen · (es mit/bei etwas) bewenden lassen · ↗(es) aufgeben · ↗(es) aufstecken · (etwas) auf sich beruhen lassen · (sich dem) Schicksal ergeben · (sich dem) Schicksal fügen · ↗(sich mit etwas) abfinden · ↗(sich) beugen · (sich) geschlagen geben · aufhören zu kämpfen · ↗kapitulieren · klein beigeben · nicht weiter versuchen · nicht weiterverfolgen · nicht weiterversuchen · ↗passen · passen müssen · ↗resignieren  ●  (das) Feld räumen (müssen)  fig. · ↗aufgeben  Hauptform · (das) Handtuch schmeißen  ugs., fig. · (das) Handtuch werfen  ugs., fig. · (den) (ganzen) Bettel hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Bettel hinwerfen  ugs. · (den) (ganzen) Kram hinschmeißen  ugs. · (den) (ganzen) Krempel hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinschmeißen  ugs. · (die) Brocken hinwerfen  ugs. · (die) Flinte ins Korn werfen  ugs., fig. · (die) Segel streichen  ugs. · ↗(etwas) stecken  ugs. · (sich) ins Bockshorn jagen lassen  ugs. · (sich) schicken (in)  geh., veraltet · ↗abbrechen  ugs. · ↗aufstecken  ugs. · die weiße Fahne hissen  ugs., fig. · ↗einpacken (können)  ugs., fig. · ↗hinschmeißen  ugs. · in den Sack hauen  ugs. · ↗schmeißen  ugs., fig. · ↗zurückrudern  ugs., fig.
  • (darauf) verzichten, etwas zu tun · (es) dabei belassen · ↗(sich etwas) ersparen · (sich) beherrschen (etwas zu tun) · Abstand nehmen (von etwas) · ↗absehen (von) · ↗aufhören · ↗bleibenlassen · nicht machen · nicht tun  ●  ↗unterlassen  Hauptform · (es) gut sein lassen  ugs. · ↗(etwas) drangeben  ugs. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · ↗(sich etwas) schenken  ugs. · ↗(sich etwas) sparen  ugs. · ↗(sich etwas) verkneifen  ugs. · (sich etwas) von der Backe putzen  ugs., fig. · (sich) die Mühe sparen (können)  ugs. · (sich) verabschieden (von etwas)  ugs. · (von etwas) die Finger lassen  ugs. · ↗bleiben lassen  ugs. · gar nicht erst versuchen  ugs. · ↗lassen  ugs. · ↗sausen lassen  ugs. · sein lassen  ugs.
  • (etwas) einstellen · ↗(sich) abgewöhnen · ↗ablegen · ↗abstellen · ↗aufgeben · ↗aufhören (mit) · ↗beenden · ↗beilegen · ↗bleiben lassen · ↗bleibenlassen · ↗einstellen · nicht weiterführen · nicht weitermachen  ●  ↗sistieren  schweiz. · ↗ablassen (von)  geh. · sein lassen  ugs.
  • (einen Plan) verwerfen · (es sich) anders überlegen  ●  ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) aus dem Kopf schlagen  ugs., fig.
  • nicht weiterverfolgen · ↗vergessen (können)  ●  (sich) aus dem Kopf schlagen (können)  fig. · ↗(sich etwas) abschminken  ugs., fig. · (sich etwas) in die Haare schmieren können  ugs., fig. · ↗abhaken (können)  ugs. · knicken können  ugs., salopp · nicht weiter d(a)rüber nachdenken  ugs.
  • (darauf) verzichten (zu) · (einer Sache) nicht weiter nachgehen · (es) belassen bei · (es) bewenden lassen (mit) · auf sich beruhen lassen · nicht weiterverfolgen
  • (sich einer Sache) entledigen · los sein wollen · ↗loswerden  ●  (sich etwas) vom Halse schaffen  fig. · aufräumen mit  fig. · über Bord werfen  fig.
  • (etwas) abgehakt haben · (mit etwas) abgeschlossen haben · ad acta gelegt haben · hinter sich gelassen haben · nicht weiter darüber nachdenken
Antonyme
Synonymgruppe
(eine Handlung) stoppen · ↗unterbinden  ●  (einer Sache) einen Riegel vorschieben  fig. · dafür sorgen, dass etwas aufhört  ugs. · ↗inhibieren  geh.
Assoziationen
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor der Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
  • (etwas) darf nicht (so) weitergehen · (etwas) muss aufhören · (mit etwas) muss Schluss sein  ●  (etwas) muss ein Ende haben  Hauptform
  • Einhalt gebieten · ↗aufhalten · ↗eindämmen · zum Stillstand bringen
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (jemandem / einer Sache) Einhalt gebieten · ↗einschreiten  ●  (etwas) unternehmen gegen  ugs.
Synonymgruppe
(jemanden) bremsen · (jemanden) stoppen · ↗(jemanden) zurückpfeifen
Assoziationen
  • (jemanden) zur Besinnung bringen · (jemanden) zur Vernunft bringen · ↗drosseln · ↗mäßigen · mäßigend einwirken (auf jemanden) · zur Räson bringen · ↗zügeln  ●  dafür sorgen, dass jemand (wieder) Vernunft annimmt  variabel
Synonymgruppe
(jemanden/etwas) anhalten · (jemanden/etwas) stoppen · (jemanden/etwas) zum Stehen bringen · nicht weiterfahren lassen · zum Halten bringen · zum Stillstand bringen
Assoziationen
Synonymgruppe
Halt machen · ↗anhalten · ↗bremsen · ↗halten · ↗haltmachen · nicht weiterfahren · nicht weitergehen · ↗stehenbleiben · stoppen · zum Stehen kommen
Assoziationen
  • (jemanden/etwas) anhalten · (jemanden/etwas) stoppen · (jemanden/etwas) zum Stehen bringen · nicht weiterfahren lassen · zum Halten bringen · zum Stillstand bringen
  • (sich) nicht vom Fleck rühren · (sich) nicht von der Stelle bewegen · (sich) nicht wegbewegen · da bleiben, wo man ist
Synonymgruppe
(Plan) durchkreuzen · stoppen · ↗unterbinden · ↗vereiteln · ↗verhindern · ↗verunmöglichen · zu Fall bringen · ↗zunichte machen · ↗zunichtemachen  ●  (einen) Strich durch die Rechnung machen  fig.
Assoziationen
  • (etwas) bekämpfen, bevor es entsteht · (etwas) noch vor der Entstehung verhindern · (etwas) schon im Ansatz unterdrücken · (etwas) schon im Vorfeld abblocken · ↗(etwas) vereiteln · (gar) nicht (erst) aufkommen lassen · (gar) nicht (erst) einreißen lassen · von vornherein unterbinden  ●  im Keim ersticken  fig., Hauptform · den Anfängen wehren (lit.)  geh.
  • (jemandem) in die Quere kommen · ↗behindern · ↗stören  ●  (jemandem) in die Parade fahren  fig. · (jemandem) ins Gehege kommen  ugs. · (jemandes) Kreise stören  geh.
  • (sich) als Illusion herausstellen · (sich) als unrealistisch erweisen · (sich) nicht erfüllen · (sich) nicht realisieren · (zer)platzen wie eine Seifenblase · nicht Realität werden · nicht in Erfüllung gehen  ●  (sich) zerschlagen (Hoffnungen)  fig. · ↗zerplatzen (Träume)  fig. · (in sich) zusammenfallen wie ein Kartenhaus  ugs.
  • Behinderungsversuch · ↗Störmanöver  ●  ↗Querschuss  fig.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwanderung Abwärtstrend Ausbreitung Auslieferung Autofahrer Ball Bau Beamter Bundesrat Bus Fahrer Foul Gewalt Höhenflug Niedergang Polizei Polizist Produktion Projekt Siegeszug Talfahrt Trend Verfall Verkauf Vorhaben Vormarsch Wagen Zug sofort vorerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stoppen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich weiß ich, dass sie versuchen würden, mich zu stoppen!
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 149
Die militärische Nutzung des Platzes ist jetzt wegen vier laufender Verfahren gestoppt.
Der Tagesspiegel, 05.02.2004
Beides lehnten die Finanzminister jetzt ab, sie stoppten das Verfahren.
Süddeutsche Zeitung, 26.11.2003
Sie warnen entschieden vor einem solchen Unternehmen, das in ihren Augen das falsche Instrument ist, den Übersiedlerstrom zu stoppen.
Küsters, Hans Jürgen: Entscheidung für die deutsche Einheit. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1998], S. 242
Hierbei gehe es nicht zuletzt darum, den Übersiedlerstrom zu stoppen.
Nr. 221: Telefongespräch Kohl mit Bush vom 15. März 1990. In: Deutsche Einheit, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1990], S. 28866
Zitationshilfe
„stoppen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stoppen>, abgerufen am 25.06.2019.

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