stippen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstip-pen
Wortbildung mit ›stippen‹ als Erstglied: ↗Stippbesuch · ↗Stippvisite  ·  mit ›stippen‹ als Letztglied: ↗ausstippen · ↗einstippen  ·  mit ›stippen‹ als Grundform: ↗Stippe
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch, umgangssprachlich
1.
etw. in etw. stippenetw. in etw. (kurz) eintauchen, eintunken
Beispiele:
das Zwieback, Brot, den Kuchen in den Kaffee stippen
er hat die Kartoffeln in die Bratensauce gestippt
das Kind stippte den Zeigefinger in den Teig
er stippte mit einem Stück Brot das Fett aus der Schüssel (= holte durch Eintauchen eines Stück Brotes das Fett aus der Schüssel)
2.
besonders mit dem Finger jmdn., etw. leicht berühren, stoßen, anstoßen, auf etw. tupfen
Beispiele:
sie stippte ihn freundschaftlich in die Seite
Er stippte mit der Peitsche nach ihm [StrittmatterWundertäter249]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stippen · Stippe · Stippvisite
stippen Vb. ‘stechen, leicht anstoßen, eintauchen, eintunken’, Übernahme (16. Jh.) von mnd. mnl. stippen ‘in etw. stoßen, einen Punkt machen, tüpfeln, eintauchen’, nd. md. nl. stippen (auch ‘sich eine Sache aneignen’, wohl aus ‘durch Eintunken erwerben’) in die hd. Literatursprache. Vgl. iteratives nl. stippelen ‘punktieren’, woraus engl. to stipple. Die Verben stellen sich wie ↗steppen (s. d.), das zugehörige Substantiv mnd. stippe, stip, mnl. nl. stip ‘Punkt, Tupf, Hautfleck’ und darauf beruhendes nhd. (nordd. md.) Stippe f. ‘Stich, Punkt, Fleck’ (17. Jh.), dann auch ‘Tunke’ (18. Jh.) mit Intensivgemination zu ie. *(s)teib-, einer Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’ (s. ↗stechen). Geläufig ist das Kompositum Stippvisite f. ‘kurzer Besuch’ (18. Jh.), zu nd. Stipp ‘Punkt, kurzer Zeitpunkt, Augenblick’. In der Bedeutung ‘nähen’ folgt frühnhd. (15. Jh.), mnd. stippen sowie nl. stippelen verwandtem ↗steppen.

Thesaurus

Synonymgruppe
eintauchen · ↗eintunken · ↗tauchen · ↗tunken  ●  stippen  ugs.
Synonymgruppe
stippen  ugs. · ↗stupsen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Finger Kaffee Tasse

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stippen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich lasse den Bademantel fallen, stippe einen Fuß in das bräunliche, schäumende Etwas.
Bild, 09.04.1998
Ich versuchte Gott mit meinem Zeigefinger, stippte, leckte und lauschte.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 5
Er stieß blauen Rauch aus; er stippte seine Zigarettenasche ab; er trank sein Cola aus; er würgte das letzte Stück Käsekuchen hinunter.
Süddeutsche Zeitung, 16.10.2000
Die Kleckse, die er damit machte, stippte er mit einer Ecke des Löschblatts auf.
Kempowski, Walter: Tadellöser & Wolff, München: Hanser 1971 [1971], S. 35
Als der Mann die Zwiebel verzehrt hat, stippt er mit dem Rest des Brotes das letzte Öl aus der Kumme.
Koeppen, Wolfgang: Der Tod in Rom. In: ders., Drei Romane, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972 [1954], S. 431
Zitationshilfe
„stippen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stippen>, abgerufen am 19.06.2019.

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