stieben

GrammatikVerb · stob, ist/hat gestoben
GrammatikVerb · stiebte, ist/hat gestiebt
Aussprache
Worttrennungstie-ben
Wortbildung mit ›stieben‹ als Letztglied: ↗abstieben · ↗aufstieben · ↗auseinanderstieben · ↗davonstieben · ↗emporstieben
 ·  mit ›stieben‹ als Grundform: ↗verstieben · ↗zerstieben
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit Hilfsverb ›ist‹, mit Hilfsverb ›hat‹
etw. stiebtkleinste Teilchen wirbeln, fliegen wie Staub durch einen Luftstrom auseinander
Beispiele:
er schlägt auf den Stein, dass die Funken stieben
die Wassertropfen haben, sind nur so gestoben
im Wald hat der Schnee nicht mehr so gestoben
mit Hilfsverb ›ist‹
etw. stiebt irgendwohin
Beispiele:
Schnee stiebt in, durch alle Ritzen
die Spreu, der Sand, das Mehl stob, stiebte durch die Luft
mit Hilfsverb ›hat‹
etw. stiebt etw. irgendwohin
Beispiel:
der Wind hat uns den Staub ins Gesicht gestoben (= getrieben)
2.
mit Hilfsverb ›ist‹
rasch, panikartig laufen, fliegen
Beispiele:
die Hühner stieben rechts und links ins Gebüsch
aus vielen Unterschlupfen und Verstecken stoben die Menschen auf die Straße
er sah, wie das Pferd mit dem Wagen durch die Felder stob
aufgeschreckt stoben die Dohlen und Mauersegler aus Löchern und Spalten
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stieben · auseinanderstieben · zerstieben
stieben Vb. ‘fortwirbeln, umherwirbeln sprühen’. Das stark (nhd. auch schwach) flektierende Verb ahd. stioban (8. Jh.), mhd. stieben, stiuben ‘als oder wie Staub umherfliegen, Staub von sich geben, schnell laufen, rennen, fliegen’, mnd. mnl. stūven, nl. stuiven, (mundartlich) stieven hat keine sicheren Anschlußmöglichkeiten. Nahe steht griech. tȳ́phesthai (τύφεσθαι) ‘rauchen, qualmen, Rauch machen, langsam verbrennen’, tȳphṓs (τυφώς) ‘Wirbelwind’, tȳ́phos (τῦφος) ‘Rauch, Dampf, Qualm, Dunst’, zu ie. *dheubh- ‘stieben, rauchen’, Labialerweiterung der unter ↗Dunst (s. d.) angeführten Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə ‘stieben wirbeln’, besonders von Staub, Rauch, Dampf. Zugehörige Kausativa sind stauben, stäuben (s. ↗Staub). auseinanderstieben Vb. ‘umher-, auseinanderwirbeln’ (18. Jh.); zerstieben Vb. ahd. zi(r)stioban (um 1000), mhd. zerstieben.

Thesaurus

Synonymgruppe
eilen · ↗galoppieren · ↗hasten · ↗hechten · ↗hetzen · ↗huschen · ↗pfeifen · ↗rasen · schnell laufen · ↗schnellen · ↗sprinten · stieben  ●  ↗fegen  fig. · ↗laufen  Hauptform · ↗rennen  Hauptform · ↗schießen  fig. · Gummi geben  ugs. · Hackengas geben  ugs. · ↗dahinpreschen  ugs. · die Beine in die Hand nehmen  ugs., fig. · ↗düsen  ugs. · ↗fetzen  ugs. · fitschen  ugs., ruhrdt. · ↗fliegen  geh., fig., literarisch · ↗flitzen  ugs. · ↗jagen  ugs. · ↗pesen  ugs. · ↗preschen  ugs. · ↗sausen  ugs. · ↗spurten  ugs. · ↗stürmen  ugs. · ↗wetzen  ugs. · ↗zischen  ugs.
Oberbegriffe
  • einen Fuß vor den anderen setzen · ↗gehen · ↗laufen  ●  zu Fuß gehen  Hauptform · ↗latschen  ugs., salopp · zu Fuß laufen  ugs.
  • (sich) fortbewegen · von A nach B kommen
Unterbegriffe
Assoziationen
  • in schneller Gangart · schnellen Schrittes  ●  mit kurzen, schnellen Schritten  militärisch · eilenden Schrittes  geh. · hurtigen Schenkels  ugs., ironisch · im Sauseschritt  ugs. · im Schweinsgalopp  ugs.
  • langsam laufen · ↗schnüren (z.B. Füchse) · ↗traben

Typische Verbindungen
computergeneriert

Feder Feld Fenster Flocke Funke Funken Funkenregen Himmel Luft Pferd Richtung Sand Schnee Schwarm Wind Wolke auf aufstieben auseinander auseinanderstieben davonstieben empor hinaus vorbei zu

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stieben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da hat es nicht nur geknistert, da sind Funken gestoben.
Süddeutsche Zeitung, 09.03.1994
Und dann stob ich mit der Geschwindigkeit ab, die es dem zurückweichenden Gegner so schwermacht, dazwischen zu gehen.
Die Zeit, 15.09.1989, Nr. 38
Die Augenblicke springen hinauf wie Funken und stieben dahin und haben miteinander keine Verbindung.
Gehlen, Arnold: Der Mensch, Berlin: Junker und Dünnhaupt 1940, S. 443
Die anderen Hunde des Rudels stoben auseinander, aber nur auf ein paar Sprünge, dann blieben sie stehen, drehten sich um und duckten sich lauernd.
Rosendorfer, Herbert: Großes Solo für Anton, Zürich: Diogenes 2000 [1976], S. 109
Doch anstelle der Wasserfontäne, die er jetzt normalerweise ausstoßen müßte, stob er nur eine dünne Rauchwolke aus.
Sparschuh, Jens: Der Zimmerspringbrunnen, Köln: Kiepenheuer & Witsch 1995, S. 83
Zitationshilfe
„stieben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stieben>, abgerufen am 19.05.2019.

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