steril

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungste-ril (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›steril‹ als Erstglied: ↗sterilisieren  ·  mit ›steril‹ als Grundform: ↗Sterilität
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
keimfrei, frei von Mikroorganismen
Beispiele:
ein steriler Verband
sterile Watte
sterilste Bedingungen sind heute Voraussetzung für jede Operation
eine Wunde steril versorgen
2.
unfruchtbar
Beispiel:
ein steriler Boden
nicht zur Zeugung fähig
bildlich nicht schöpferisch, nicht produktiv
Beispiele:
ein steriler Schriftsteller
seine Gedanken, Vorstellungen sind steril
ein Wissenschaftler ist heute steril, wenn er allein für sich arbeitet [Gesundheit1966]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

steril · sterilisieren
steril Adj. ‘unfruchtbar, geistig unproduktiv, keimfrei’, entlehnt aus frz. stérile ‘unfruchtbar, fortpflanzungsunfähig, geistig unschöpferisch, unproduktiv’, das auf lat. sterilis ‘unfruchtbar, ertrag-, erfolglos’ zurückgeht. Das Adjektiv begegnet im Dt. zuerst (Anfang 18. Jh.) in philosophischen und literarischen Texten in seiner übertragenen Verwendung ‘geistig unproduktiv’, erst danach (2. Hälfte 18. Jh.) auch im Sinne von ‘unfruchtbar, ertraglos’ (von Vegetation und Bodenverhältnissen), ‘fortpflanzungsunfähig’ und steht schließlich (in der Medizin und Lebensmittelherstellung) für ‘keimfrei’ (20. Jh.). sterilisieren Vb. ‘unfruchtbar, zeugungsunfähig machen’ (Ende 19. Jh.), auch ‘(Lebensmittel, medizinische Instrumente) keimfrei machen’; vgl. mfrz. frz. stériliser (15. Jh.); zuvor (vereinzelt) sterilisiren ‘unfruchtbar machen,’ (von Arzneien) ‘unwirksam werden’ (Paracelsus, 1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
aseptisch · desinfiziert · entkeimt · ↗hygienisch · ↗keimfrei · ↗sauber · steril · sterilisiert
Assoziationen
  • aseptische Knochennekrose · aseptische Osteonekrose
Medizin
Synonymgruppe
fruchtlos · ↗infertil · steril · ↗unfruchtbar · ↗zeugungsunfähig
Antonyme
  • steril
Synonymgruppe
auf Zweckmäßigkeit getrimmt · auf die Funktion reduziert · ↗funktional · ↗kahl · ↗klinisch · ↗kühl · ↗schmucklos · steril · ↗ungemütlich · ↗unpersönlich · ↗unwohnlich · ↗zweckbetont
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akademismus Antikommunismus Atmosphäre Aufgeregtheit Besteck Einwegspritze Geschäftigkeit Glätte Handschuh Injektionsbesteck Kittel Kochsalzlösung Krankenhaus-Atmosphäre Krankenhausatmosphäre Krankenzimmer Kreißsaal Künstlichkeit Männchen Operationssaal Perfektion Plastikzelt Spritze Werkbank klinisch leblos stereotyp totgelaufen unpersönlich verpackt wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›steril‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vollständig digital produzierte Filme erscheinen steril, meint Prof. Ingo Kock.
Der Tagesspiegel, 11.02.2005
Wenn man diese Geschichte nicht hat, dann ist es so schnell steril.
Die Welt, 10.05.2000
Du bist nicht weniger steril als das medizinische Personal und das Baby braucht deine Nähe.
Wilberg, Gerlinde M.: Zeit für uns, München: Frauenbuchverl. 1979, S. 131
Zunächst einmal war die konfuzianische Lehre starr und steril geworden.
Frankel, Hans H.: China bis 960. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 2524
Das geht nicht so wie in den letzten Jahren: Du bist steril, und du vermehrst dich nicht!
Tucholsky, Kurt: An die Meinige. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1914], S. 660
Zitationshilfe
„steril“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/steril>, abgerufen am 21.04.2019.

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