stammeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstam-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›stammeln‹ als Erstglied: ↗Stammler  ·  mit ›stammeln‹ als Letztglied: ↗durcheinanderstammeln · ↗herstammeln · ↗nachstammeln · ↗vorstammeln · ↗zusammenstammeln
 ·  mit ›stammeln‹ als Grundform: ↗Gestammel · ↗Stammelei
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
vor Erregung, Angst, Verlegenheit, aus Unkenntnis unzusammenhängend, abgehackt, stotternd sprechen
Beispiele:
er stammelte mühsam eine Antwort, eine Entschuldigung, Worte des Dankes, unsinniges Zeug
unter Weinen und Lachen stammelte er seine Zustimmung
in fremder Sprache stammeln
auf frischer Tat ertappt, vermochte er nur verworrene Erklärungen zu stammeln
stammelnd reden, sprechen
er stotterte und stammelte immer, wenn er in Aufregung geriet [St. ZweigUngeduld119]
Sie stammelte drei- oder viermal: »Sie irren sich. – Sie irren sich ...« [Th. MannBuddenbrooks1,108]
2.
Medizin bestimmte Laute nicht (richtig) bilden können
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

stammeln · stammern · Stammler
stammeln Vb. ‘stotternd, abgehackt und unzusammenhängend reden’, ahd. stam(m)alōn (10. Jh.), mhd. stamelen, stamlen, stammeln, mnd. stam(m)elen, mnl. stāmelen, nl. stamelen ist abgeleitet von einem in ahd. stam(m)al, stam(m)ul ‘stammelnd’ (9. Jh.) belegten Adjektiv, das seinerseits eine Weiterbildung vom Adjektiv ahd. stam (10. Jh.), aengl. stam ‘stammelnd’, anord. stamr ‘stammelnd, beraubt’, got. stamms ‘stammelnd’ darstellt. Zu diesem gehören auch die Verben mhd. stamen, anord. stama ‘stammeln’. Neben dem mit l-Suffix gebildeten ahd. Adjektiv stehen mit r-Suffix mnd. stāmer, aengl. stamor ‘stotternd’ und stammern Vb. ‘stottern, stammeln’, mhd. stammern, asächs. stamaron, aengl. stamerian, engl. to stammer ‘stottern, stammeln’. Verwandt sind ↗stemmen und ↗stumm (s. d.) sowie lett. stomīties ‘stocken, stockend sprechen’, lit. stùmti ‘stoßen, schieben’, so daß, allerdings nur aus dem Germ. und Balt., eine Wurzel ie. *stem- ‘stoßen, anstoßen, stottern, stammeln, hemmen’ erschließbar ist. Stammler m. ahd. stamalāri (Hs. 12. Jh.), mhd. stameler.

Thesaurus

Synonymgruppe
stammeln · ↗stottern
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausrede Dank Entschuldigung Lippe Mikro Mikrofon Silbe Träne Wahnsinn atemlos aufgeregt bloß entsetzt fassungslos flüstern herum hilflos hin hinterher irgend lallen schluchzen schreien starren stottern stöhnen unglaublich verlegen verwirrt weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stammeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Opposition hat sich weggeduckt, sie stammelt, sie schweigt, sie ist tot.
Der Tagesspiegel, 25.02.2001
Verlegen stammelt er, er habe sich geschnitten; allein niemand glaubt ihm.
Fath, Rolf: Werke - W. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 22973
Er stammelt noch seinen Namen, dann bricht er tot zusammen.
Bild, 17.10.1997
Manchmal stammelte sie auch ein paar Worte aus einer andern Welt herüber.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 235
Das geht aus diesem Schreiben hervor «, stammelte der Wirt erregt.
Courths-Mahler, Hedwig: Ich lasse dich nicht, Augsburg: Weltbild Verl. 1992 [1912], S. 191
Zitationshilfe
„stammeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stammeln>, abgerufen am 19.10.2019.

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