staksig

GrammatikAdjektiv
Worttrennungstak-sig (computergeneriert)
Wortbildung mit ›staksig‹ als Erstglied: ↗Staksigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
etwas steif, ungelenk, unbeholfen
Beispiele:
mit staksigen Schritten gehen
ein staksiger Gang
Er stieg über Paul Sondermann staksig und wackelig hinweg [SchallückReineke113]
2.
lang, dünn und etwas steif
Beispiele:
ein staksiges Kind, ein staksiger Elch, ein staksiges Zebrakind
[ein Füllen] das mit staksigen Beinen unerwartete Sprünge machte [L. FrankMathilde5,97]
3.
spitz, lang hervorstehend und sperrig
Beispiel:
staksige Zweige kahler Bäume
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stake · Staken · staken · staksen · staksig
Stake f. auch Staken m. ‘Pfahl, Stange, Bootsstange’, im 15. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. mnl. stāke ‘Knüppel, dicker Stock, Bootsstange’, nl. staak, aengl. staca, engl. stake ‘Pfahl, Pfosten’, anord. -staki in lȳsistaki ‘Leuchter’, schwed. stake ‘Stange, Pfahl’ sowie ahd. stah ‘einjähriger Hirsch, Spießhirsch’ (um 900) führen zu germ. *stakan- und mit lat. tīgnum (wenn aus *tegnom) ‘Bauholz, Balken’, lit. stãgaras ‘dürrer, langer Stengel’, lett. stagars ‘Stachelbarsch’, russ.-kslaw. stogъ ‘Haufen’, russ. stog (стог) ‘Heuschober’ auf ie. *steg-, eine Variante von ie. *(s)teig-, *(s)tig- ‘stechen, spitz, Stange, Pfahl, Stock’, Gutturalerweiterung der Wurzel ie. *(s)tei- ‘spitzig’ (s. ↗stechen). staken Vb. ‘Stangen setzen, mit Stangen versehen, ein Boot im flachen Wasser mit einer Stange fortbewegen, mit großen, steifen Schritten ungelenk gehen’, seit dem 17. Jh. aus mnd. nd. stāken bei norddeutschen Schriftstellern. Dazu die md. Intensivbildung staksen Vb. ‘mit steifen, großen Schritten gehen’, vgl. md. Staks ‘langer, dünner Kerl’ (18. Jh.) und staksig Adj. ‘lang und dünn, hager, ungelenk’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
steif wie ein Stock · ↗stocksteif · ↗ungelenk · verspannt  ●  (als wenn er/sie einen) Stock im Arsch (hätte)  derb · ↗bocksteif  ugs. · ↗stakig  ugs., regional · staksig  ugs. · wie der Storch im Salat  ugs. · wie ein Storch im Salat  ugs. · wie ein Stück Holz  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bein Bewegung Gang Schritt ungelenk

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›staksig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Mann spricht ihn an, mit staksigen Bewegungen schwankt er an den Tisch.
Der Tagesspiegel, 18.04.2004
Mit meinen staksigen Skiern komme ich mir vor wie ein Fossil aus den fünfziger Jahren.
Die Zeit, 27.01.1999, Nr. 04
Doch er spürte die Angst in den staksigen Beinen, in den fleckigen, einknickenden Knien.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 153
Sie hatte inzwischen die hochlehnigen, staksigen Stühle aus dem Raum geschafft und ein Paar formschöner und bequemer Sessel gekauft.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 247
Auf dem Grasstreifen vor dem letzten Block spielten zwei Federball, ein kindliches Paar, beide in Lederhosen, langbeinig, staksig, mit zerschrammten Knien.
Reimann, Brigitte: Franziska Linkerhand, Berlin: Neues Leben 1974, S. 438
Zitationshilfe
„staksig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/staksig>, abgerufen am 24.06.2019.

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