stäuben

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungstäu-ben (computergeneriert)
Wortbildung mit ›stäuben‹ als Letztglied: ↗abstäuben · ↗aufstäuben · ↗ausstäuben · ↗einstäuben
 ·  mit ›stäuben‹ als Grundform: ↗bestäuben · ↗verstäuben · ↗zerstäuben
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. stäubt
a)
etw. gibt Staub von sich
Beispiele:
die Blüte, Matratze, Straße stäubt
in der Mühle stäubte es sehr
b)
etw. zerstiebt in kleinste Teilchen, wirbelt in kleinsten Teilchen umher
Beispiele:
das Wasser stäubt
die Flocken, Funken stäuben
2.
etw. von etw. stäubenden Staub von etw. beseitigen
Beispiel:
er stäubte ein Fädchen vom Ärmel
3.
eine puderförmige Substanz auf, über etw. streuen
Beispiele:
jmdm. Puder auf die Haut stäuben
Mehl über den Teig, Pflanzenschutzmittel über den Acker stäuben
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Staub · staubig · stauben · stäuben · abstauben · verstauben · verstäuben · verstaubt · bestäuben · zerstäuben · Zerstäuber
Staub m. ‘(aufwirbelnder) feiner Schmutz’, ahd. stoub (um 1000), mhd. stoup, stoub und (mit anderer Bildungsweise) mnd. stof, stōf, mnl. nl. stof sowie (mit j-Suffix) ahd. stubbi (8. Jh.), mnd. stübbe, mnl. (ge)stubbe, got. stubjus sind ablautende Verbalsubstantive zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb. staubig Adj. ‘voller Staub, mit Staub bedeckt’, mhd. stoubec, stoubic. stauben Vb. ‘als Staub umherwirbeln, Staub abgeben, Staub beseitigen’, ahd. stouben ‘stieben machen’ (10. Jh.; vgl. irstouben, 8. Jh.), mhd. stouben ‘stieben machen, Staub erregen, aufwirbeln, aufscheuchen, aufjagen’ und gleichbed. stäuben Vb. mhd. stöuben sind Kausativa zu dem unter ↗stieben (s. d.) behandelten Verb; heutiges Sprachempfinden sieht darin Ableitungen vom Substantiv Staub. abstauben Vb. auch abstäuben, ‘Staub abschütteln, entfernen’ (16. Jh.), ‘von Staub reinigen’ (17. Jh.), ‘sich etw. (unerlaubt) aneignen, zunutze machen’ (Anfang 20. Jh.). verstauben Vb. ‘staubig werden, sich mit Staub überziehen’ (18. Jh.); vgl. mhd. verstouben ‘verscheuchen’. verstäuben Vb. ‘wie Staub auseinanderwirbeln, versprühen’, mhd. versteuben ‘sich verflüchtigen’. verstaubt Part.adj. ‘mit Staub bedeckt’, übertragen ‘veraltet, altmodisch’ (18. Jh.). bestäuben Vb. ‘mit Staub bedecken’, ahd. bistouben (um 1000), mhd. bestouben; ‘mit Blütenstaub befruchten’ (19. Jh.). zerstäuben Vb. ‘auseinanderjagen, zerstreuen’, ahd. zistouben (um 1000), mhd. zerstouben; ‘zu Staub machen, wie Staub verwehen, verschwinden lassen’ (17. Jh.), ‘fein versprühen’ (19. Jh.); Zerstäuber m. ‘wer etw. auseinanderjagt’ (17. Jh.), ‘Gerät zum Versprühen einer wohlriechenden Flüssigkeit’ (19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Puder Schnee Wolke abstäuben aufstäuben ausstäuben einstäuben spritzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›stäuben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn ich mit den Füßen drauftrete oder mit der Hand hinfasse, stäubt der weiße Sand auseinander.
konkret, 1988
Sie haben die Kunst verachtet, die Kunst gestäubt in ihm, durch ihn.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das Gestirn des Paracelsus, München: J.F. Lehmanns 1964 [1921], S. 964
Stäubte es nicht sogar weißlich auf über dem weißen Händekloß?
Walser, Martin: Halbzeit, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1997 [1960], S. 76
Sie lärmen und zappeln, toben und tollen, stäuben mit Mehl, spritzen mit Wasser und schmieren mit Farbe.
Der Tagesspiegel, 14.04.2002
Er knurrte etwas und stäubte sich die Asche von der Weste.
Hein, Christoph: Drachenblut, Darmstadt: Luchterhand 1983 [1982], S. 66
Zitationshilfe
„stäuben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/stäuben>, abgerufen am 21.10.2019.

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