ständisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungstän-disch (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

historisch die Gliederung der Gesellschaft in gesellschaftliche oder berufliche Stände betreffend
Beispiele:
das ständische Prinzip
der ständische Gedanke
die ständische Ordnung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Stand · Ständchen · standhaft · ständig · ständisch · Standbild · Standpunkt · Standgericht · Standrecht
Stand m. ‘aufrechte Stellung, das Stehen, Standort, Zustand, sozial zusammengehörige Gruppe, Gesellschaftsschicht, Rang’, ahd. -stant (in firstant ‘Weisheit’, 8. Jh., urstant ‘Auferstehung’, 11. Jh.), mhd. mnd. mnl. stant, nl. aengl. engl. stand, schwed. stånd ist Verbalabstraktum zu dem unter ↗stehen (s. d.) angeführten nasalierten Präsensstamm germ. *stand- (s. auch ↗Stunde). Für -stand in Abstraktbildungen zu Präfixverben s. ↗stehen. Ständchen n. ‘als Huldigung stehend dargebrachte kleine Musik’ (17. Jh.). standhaft Adj. ‘ausdauernd, beharrlich’ (Anfang 16. Jh.). ständig Adj. ‘feststehend, dauernd, immer wiederkehrend’ (16. Jh.); vgl. ahd. instentīgo Adv. ‘eifrig, unablässig’ (um 1000), mhd. gestendec Adj. ‘unveränderlich’, widerstendic ‘Widerstand leistend, widersetzlich, widerlich’. ständisch Adj. ‘den Land- oder Reichsständen zukommend’ (18. Jh.), ‘eine bestimmte soziale Gruppe betreffend’ (19. Jh.). Standbild n. ‘Statue’ (Ende 18. Jh.). Standpunkt m. ‘Punkt, auf dem jmd. steht’ (18. Jh.), meistens übertragen ‘Einstellung, Haltung, aus der heraus etw. beurteilt wird’. Standgericht n. ‘rasch einberufenes (ursprünglich im Stehen tagendes) Kriegs- oder Ausnahmegericht, bei dem in vereinfachtem Strafverfahren das Urteil sofort nach dem Verhör gefällt und vollstreckt wird’ (um 1500); entsprechend Standrecht n. ‘verschärftes Straf- bzw. Kriegsrecht’ (Ende 16. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufbau Auslese Differenzierung Fessel Gesellschaftsordnung Gewaltenteilung Gliederung Interessenvertretung Korporation Körperschaft Lebensführung Ordnung Privileg Privilegium Repräsentation Schichtung Schranke Ungleichheit Vertretung Vorrecht Widerstandsrecht feudal fürstlich gebunden gegliedert geordnet klassenmäßig konfessionell korporativ privilegiert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›ständisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Über die Ausbildung der ständischen Rechte ist der Arbeit wenig zu entnehmen.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 625
Hier beginnt auch der eigentliche Sinn unseres neuen ständischen Aufbaus.
o. A.: Eröffnung der "Woche des Deutschen Buches" in der Weimarhalle in Weimar, 25.10.1936
Es fehlen vor allem spezifisch ständische Qualitäten der ständischen Bürger.
Weber, Max: Wirtschaft und Gesellschaft. In: Weber, Marianne (Hg.), Grundriß der Sozialökonomik, Tübingen: Mohr 1922 [1909-1914, 1918-1920], S. 896
Die Organe des ständischen Aufbaues wurden im Sinne der Übergangsbestimmungen der Verfassung 1934 bisher ernannt und nicht gewählt.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1937]
Die rigide ständische Organisation der Handwerker kam der nationalsozialistischen Ideologie entgegen.
Die Zeit, 05.12.1997, Nr. 50
Zitationshilfe
„ständisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/ständisch>, abgerufen am 24.04.2019.

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