spukhaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspuk-haft (computergeneriert)
WortzerlegungSpuk-haft
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
einen Spuk, eine Geistererscheinung betreffend
Beispiele:
eine spukhafte Erscheinung
Franz hatte den Kopf voll von all den spukhaften Jägerlegenden [E. T. A. Hoffm.Elixiere2,137]
2.
wie ein Spuk wirkend, unheimlich, gespenstisch
Beispiel:
Ein lautloser spukhafter Zug wälzte sich langsam vorbei, Fußgänger, Handwagen, Schlitten, Pferdefuhrwerke ... endlos, lautlos [NollHolt1,447]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Spuk · spuken · spukhaft · Spökenkieker
Spuk m. ‘Gespenst, gespenstisches Treiben, Lärm’, mnd. spōk, spoek, spūk, spȫk, mnl. spooc, nl. spook ‘Geistererscheinung, Gespenst’. Daneben stehen auf hd. Gebiet (vereinzelt; unter nd. Einfluß?) mhd. gespüc, frühnhd. gespug (15. Jh.), nhd. Gespeuck (17. Jh.) und Spugniß (Luther, nach mnd. spȫknisse), die sich jedoch nicht fortsetzen. Vielmehr dringt nd. Spuk über norddeutsche Schriftsteller in die Literatursprache ein (17. Jh.). Alle bisherigen Erklärungsversuche sind unbefriedigend, z. B. Verbindung mit lett. spīgana ‘Geistererscheinung, Drache, Hexe’, spīgainis ‘Irrlicht’, lit. spingė́ti ‘flimmern, flackern, glitzern’ oder mit aengl. pūca, engl. puck ‘Kobold’, anord. pūki ‘Teufel’, schwed. (mundartlich) puke ‘Kobold’. de Vries Nl. 682 erwägt daher Herkunft des nd. nl. Wortes aus der Substratsprache eines Hünengräbervolkes. spuken Vb. ‘als Geist sein Wesen treiben, als Geist erscheinen, umgehen’ (17. Jh.). Ausgangsform ist mnd. nd. spȫken, wie auch norddeutsche Schriftsteller des 16. und 17. Jhs. schreiben. In der Literatursprache wird hingegen der Stammvokal an Spuk angeglichen. spukhaft Adj. ‘gespenstisch’ (19. Jh.), vgl. nd. spȫkhaftig. Spökenkieker m. nordd. ‘Geisterseher, wer das zweite Gesicht hat’ (19. Jh.), zu mnd. spȫk (s. oben) und ↗kieken ‘gucken, sehen’ (s. d.).

Thesaurus

Synonymgruppe
geisterhaft · ↗gespenstisch · ↗schemenhaft · spukhaft
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Erscheinung Fernwirkung Szenerie

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spukhaft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ins Dunkel getaucht sind diese spukhaften Szenen, die von leuchtend grünen Männchen durchgeistert werden.
Süddeutsche Zeitung, 07.02.1996
Dieses Auftreten in dem Zimmer ohne theatermäßige Voraussetzungen ist fast spukhaft.
Die Zeit, 28.08.1947, Nr. 35
Mir gruselte bei dem Gedanken, in diesem spukhaft leeren Raum mit einem Toten allein zu sein.
Hartung, Hugo: Ich denke oft an Piroschka, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1980 [1954], S. 94
Daß wir beide SA-Uniformen anhatten, machte die Sache einigermaßen spukhaft.
Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 215
Damit wurde wie mit einem Hammerschlag dem armen Jörg für immer der Kopf in die Nacht eines weitabgewandten, spukhaften Tiefsinns genagelt.
Stehr, Hermann: Der Heiligenhof, München: List 1952 [1918], S. 260
Zitationshilfe
„spukhaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/spukhaft>, abgerufen am 25.06.2019.

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