sprossen

GrammatikVerb · sprosste, ist gesprosst
Aussprache
Worttrennungspros-sen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sprossen‹ als Erstglied: ↗Sprossung · ↗Sprössling  ·  mit ›sprossen‹ als Letztglied: ↗aufsprossen
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben Sprossen treiben, sprießen, wachsen
Beispiel:
die Keime, Blumen, jungen Bäume, Halme, Wurzeln, Pflanzen sprossen
bildlich
Beispiel:
ein kleiner Schnurrbart sprosste über seinen Lippen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sprosse · Sproß · sprossen · Sprößling
Sprosse f. ‘Trittleiste einer Leiter’, ahd. sproʒʒo m. (um 1000; stigilsproʒʒo, 9. Jh.), mhd. sproʒʒe m. f. ‘Leitersprosse, Stufe’, frühnhd. sprosse m., daneben auch spross m. ‘Leitersprosse’ (15. bis 17. Jh.) und ‘Trieb, Schößling’ (s. unten), mnd. sprōte, sprāte f., auch ‘Schößling’, mnl. (mit r-Metathese) sporte, nl. sport ‘Leitersprosse’, aengl. sprota m. ‘Keim, Schößling, Pflock’, engl. sprout ‘Sproß, Schößling’, anord. sproti m. ‘Zweig, Stab’, schwed. spröt ‘Sprosse, Stab, dünne Stange’, (mundartlich) språte sowie mnd. sprūte ‘Schößling, Sproß’ stehen ablautend zu dem unter ↗sprießen (s. d.) behandelten Verb. Möglicherweise liegt der Bedeutung ‘Leitersprosse’ die Ursprungsform der Leiter ‘Baumstamm mit Aststümpfen’ zugrunde. Dazu in gleicher Weise gebildetes Sproß m. ‘Trieb, Schößling’ (15. Jh.), übertragen ‘Nachkömmling eines Geschlechts’ (18. Jh.), aengl. sprot(t) n. ‘Schößling’, norw. (mundartlich) sprot ‘kleine Stange’ sowie asächs. gisprot ‘Schößling’ und (ablautend) mnd. sprūt ‘Schößling’, aengl. sprēot ‘Stange, Stecken’, mnl. nl. spriet ‘Stange’. Die literatursprachliche Unterscheidung von Sprosse f. ‘Leitersprosse’ und Sproß m. ‘Schößling’ geht wohl auf Gottsched zurück. sprossen Vb. ‘mit Trieben hervorwachsen, emporsprießen’ (16. Jh.). Sprößling m. ‘Zweig, Trieb’ (15. Jh.), ‘Nachkomme’ (17. Jh.), frühnhd. sprüßling ‘heranwachsender Junge’ (15. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Blume Boden Erde Haar Pflanze Pilz auf aus empor hervorsprossen überall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprossen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dank der grünen Pflanzen, die aus der weißen Schale sprossen, erinnerte sein Bad ein wenig an einen tropischen Garten.
Der Tagesspiegel, 24.04.2005
Auch auf seinen Backen sprossen sie, spärlich wie der erste Bart eines jungen Mannes.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 11
Innerhalb weniger Tage sprossen neue Blutgefäße aus den vorhandenen Adern.
Bild, 29.02.2000
Da sproßten die Autoklubs wie Pilze aus der deutschen Erde.
Benz, Carl Friedrich: Lebensfahrt eines deutschen Erfinders, Die Erfindung des Automobils, Erinnerungen eines Achtzigjährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 8327
Die Sonne schien freundlich an dem schönen Maimorgen, und ringsum sproßte alles in üppigem Grün.
Rehbein, Franz: Das Leben eines Landarbeiters. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 44870
Zitationshilfe
„sprossen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sprossen>, abgerufen am 22.05.2019.

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