sprießen

GrammatikVerb · spross, ist gesprossen
Nebenform seltensprießen · Verb · sprießte, ist gesprossen
Aussprache
Worttrennungsprie-ßen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›sprießen‹ als Letztglied: ↗aufsprießen · ↗emporsprießen · ↗hervorsprießen
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben eine Pflanze sprießteine Pflanze keimt, wächst
Beispiele:
die Blumen, Halme sprießen
das Gras sprießt (aus der Erde)
an den Zweigen sprossen, sprießten die ersten Knospen
die Saat sprießt schon
bildlich
Beispiele:
über seiner Oberlippe sprießen die ersten Schnurrbarthaare
in seinem Herzen begann die Liebe, Eifersucht, eine zarte Zuneigung zu sprießen
eine Unglückssache, aus der für keine Menschenseele Gutes sprießt [A. ZweigErziehung257]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sprießen1 · ersprießlich
sprießen1 Vb. ‘hervorwachsen’, mhd. sprizen, ablautend (md.) sprūzen, asächs. ūtsprūtan (9. Jh.), mnd. mnl. sprūten, nl. spruiten, afries. sprūa, aengl. -sprūtan, engl. to sprout, schwed. spruta ‘spritzen’ (germ. *spreutan, *sprūtan) ist verwandt mit den unter ↗spreizen, ↗Spreu, ↗Sprosse und ↗sprühen genannten Wortformen (s. d.) und stellt sich mit got. sprautō ‘schnell, bald’, kymr. ffrwst (aus *sprudto-) ‘Hast’, lit. spráusti, spriáusti ‘(hinein)zwängen, (ein)klemmen’ zu einer Dentalerweiterung ie. *spreud- ‘spritzen, schnell hervorwachsen, sprießen’ der unter ↗sprühen (s. d.) angegebenen Wurzel ie. *(s)p(h)er-, erweitert *sprei-, *spreu- ‘streuen, säen, sprengen, spritzen, sprühen’, zu der als weitere Verwandte griech. spé͞irein (σπείρειν) ‘säen, besäen’, auch ‘ausstreuen, aussprengen, verbreiten’, mir. sreb ‘Strom’ gehören. ersprießlich Adj. ‘nutzbringend, vorteilhaft’ (15. Jh.).

spreizen · sprießen2 · Spreize · Sprieße · Sprieß · Spriet · Bugspriet
spreizen Vb. ‘etw. emporstehend machen, auseinanderstellen, -strecken, grätschen’, reflexiv (übertragen) ‘geziert einhergehen, sich aufspielen, sich sträuben, sich zieren’ spätmhd. spreutzen ‘(sich) stützen, stemmen’, frühnhd. auch ‘auseinanderstrecken, weit öffnen, auseinandersperren mit einem Querholz’ (in dieser Lautform noch bis Anfang 18. Jh.), frühnhd. (entrundet) spreizen (16. Jh.) sind Varianten mit Affrikata zu schwach flektierendem sprießen2 Vb. ‘(mit Holz) stützen, verstreben’, ahd. spriuzan ‘(unter)stützen, befestigen, sich stemmen’ (8. Jh.), mhd. spriuzen ‘stützen, stemmen’, frühnhd. spreussen, spreissen (16. Jh.). Es sind Ableitungen von dem zu stark flektierendem ↗sprießen (s. d.) gehörenden Substantiv ahd. spriuʒa (10. Jh.), spätmhd. spreitze, spräutze frühnhd. sprücze, sprütze, sprutz (15. Jh.), nhd. Spreize f. (17. Jh.) ‘Stützbalken, Stütze’. Zugrunde liegt vielleicht die Vorstellung des sich wie ein gegabelter Ast emporreckenden Stützpfeilers. Dazu landschaftlich Sprieße f. auch Sprieß m. ‘Stütze, Stütz-, Querbalken, Sprosse, Strebe’, spätmhd. spriuze f. ‘Stützbalken’ sowie aus dem Nd. Spriet n. ‘Stange’, besonders (Seemannssprache) ‘vom Mast abgespreiztes Rundholz zum Ausspannen des viereckigen Sprietsegels’, in der Literatursprache (Anfang 18. Jh.) nach nd. Spriet, mnd. spriet, sprēt n., mnl. nl. spriet m., aengl. sprēot m., engl. sprit, germ. *spreuta-. Bugspriet n. ‘über den Bug hinausragende Segelstange’ (17. Jh.), mnd. bōchsprēt, nl. boegspriet, engl. bowsprit.

Thesaurus

Synonymgruppe
Keime bilden · Keime treiben · anfangen zu wachsen · ↗aufgehen · ↗aufkeimen · aus dem Boden wachsen · aus der Erde kommen · ↗auskeimen · ↗hervorkommen · ↗hervorwachsen · ↗keimen · sprießen  ●  ↗(sich) vorwagen  geh., fig. · ↗auflaufen  fachspr., Jargon
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) entladen · (sich) entzünden (auch übertragen: Streit .. an) · ↗(sich) lösen · ↗ausbrechen · ↗entbrennen (Streit) · ↗herausbrechen · ↗herausschießen · ↗heraussprudeln · ↗hervorbrechen · ↗hervorkommen · ↗hervorschießen · ↗losbrechen · sprießen
Assoziationen
Synonymgruppe
aufwachsen · groß werden · ↗heranwachsen · sprießen · ↗wachsen
Synonymgruppe
Triebe ansetzen · Triebe bilden · ↗ausschlagen · ↗austreiben · ↗hervorsprießen · sprießen · ↗treiben
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bart Barthaar Bartstoppel Blume Boden Farn Flaum Gras Grün Halm Kinn Knospe Krokus Pickel Pilz Primel Ritze Schneeglöckchen Spargel Stoppel Trieb Tulpe Unkraut Waldboden allerorten aufsprießen empor grünen hervor hervorsprießen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sprießen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An der einen Straße sprießt das Grün der Bäume, um die Ecke ist alles kahl?
Die Zeit, 18.11.2010 (online)
Doch lange erfreuen kann man sich an dem Erfolg nicht - nach wenigen Tage sprießen wieder die ersten Halme.
Der Tagesspiegel, 29.05.2001
Aus faulem Nichtstun sproß noch in den allerseltensten Fällen ein Heil.
Keller, Paul: Ferien vom Ich, München: Bergstadtverl. Korn 1963 [1915], S. 53
Wie blüht und sprießt es da hundertfältig zwischen ihnen, selbst wenn sie früher kaum Worte fanden, die Konversation fortzuschleppen.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Auch am Boden unter dem vorjährigen Laube beginnt es allerorten zu sprießen.
Welt und Wissen, 1927, Nr. 2, Bd. 16
Zitationshilfe
„sprießen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sprießen>, abgerufen am 17.10.2019.

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