spendabel

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspen-da-bel (computergeneriert)
Wortzerlegungspendieren-abel
Wortbildung formal verwandt mit: ↗Spendabilität
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, scherzhaft freigebig, großzügig
Beispiele:
ein spendabler Freund, Kavalier
eine spendable Hand haben
du bist ja heute so spendabel, hast du im Lotto gewonnen?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

spenden · Spende · Spender · spendieren · spendabel
spenden Vb. ‘gemeinnützig, für einen bestimmten Zweck schenken, geben’, ahd. spentōn (9. Jh.; firspentōn, um 800), mhd. spenden ‘als Geschenk austeilen, Almosen geben’, mnd. mnl. spenden, spinden ‘Almosen austeilen’, aengl. spendan, engl. to spend ‘ausgeben, aufwenden’, vgl. auch asächs. spendunga ‘Aufwand’, sind entlehnt aus mlat. spendere ‘ausgeben, verausgaben’, nach lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’ (s. ↗Speise); vgl. lat. pendere ‘(ab)wägen, (be)zahlen’. Spende f. ‘Gabe, Geschenk’, ahd. spenta (um 800), mhd. spende ‘Austeilung von Almosen, Geschenk, Gabe, Almosen (im Sinne der Kirche)’, mnd. spende ‘Darreichung, Austeilung von Almosen, Spende (im Sinne der Kirche), Almosen, liebevolle Gabe’ sind entweder Bildungen zu spenden (s. oben) oder Entlehnungen aus mlat. spenda, spenta ‘Almosengabe der Klöster an die Armen, Ausgabe, Gabe’ (zu mlat. spendere, s. oben). Spender m. ‘wer spendet’, ahd. spentāri, spenteri (9. Jh.), mhd. spendære. spendieren Vb. ‘großzügig (und reichlich) ausgeben, freihalten’ (17. Jh.), wohl studentische Weiterbildung zu spenden mit dem Verbalsuffix -ieren; vgl. mnd. spendēren, nl. spenderen. spendabel Adj. ‘freigebig, großzügig, andere freihaltend’ (18. Jh.), mit französierender Endung.

Thesaurus

Synonymgruppe
freigebig · ↗freigiebig · ↗generös · ↗großherzig · ↗großmütig · ↗großzügig · ↗gönnerhaft · ↗hochherzig · in Geberlaune · ↗nobel (aus der Nehmerperspektive) · spendabel · ↗spendierfreudig  ●  Man muss auch gönnen können.  ugs., sprichwörtlich
Assoziationen
  • entgegenkommend · ↗gefällig · ↗gnädig · ↗großherzig · ↗großmütig · ↗gütig · ↗kulant · ↗mild · ↗milde · ↗sanftmütig  ●  ↗wohlwollend  Hauptform · ↗huldvoll (oft ironisch)  geh., veraltend
  • (die) Runde geht auf (...) · (die) Zeche zahlen (für jemanden) · (eine) Runde ausgeben · (einen) ausgegeben bekommen · (jemandem) (ein) Getränk spendieren · ↗(jemanden) freihalten · aufs Haus gehen  ●  ↗(etwas) spendieren  Hauptform · (eine) Runde schmeißen  ugs. · das geht auf meinen Deckel  ugs. · das geht auf mich  ugs. · einen ausgeben  ugs. · frei saufen haben  derb
  • (es) nicht fehlen lassen (an) · großzügig austeilen · nicht sparen an · nicht sparen mit  ●  es hagelt (nur so)  fig. · (nur so) um sich schmeißen (mit)  ugs. · um sich werfen (mit)  ugs.
  • (viel) Geld ausgeben · in Kauflaune · in Konsumlaune sein  ●  (Geld) mit vollen Händen ausgeben  fig. · (das) Geld locker sitzen haben  ugs. · (das) Geld sitzt locker (bei jemandem)  ugs.
  • nicht alles für sich haben wollen · teilen können · verzichten können  ●  (anderen) auch etwas gönnen  ugs.
Antonyme
  • sitzt auf seinem Geld  ugs.
Synonymgruppe
freigebig · ↗generös · ↗großzügig · spendabel · ↗splendid

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arbeitgeber Freier Gast Gastgeber Geldgeber Geste Gönner Hamburger Herr Mäzen Sponsor Tante Unternehmer besonders erweisen sehr stets umgehen wenig weniger zeigen äußerst überaus

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›spendabel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur war es nicht so ganz einfach, spendabel zu sein.
Der Tagesspiegel, 14.05.2002
Kleine Unternehmen sind oft spendabler als jene mit den großen Namen.
Die Zeit, 28.02.1997, Nr. 10
Die Wirtin wußte laut genug auf die spendablen Herren hinzuweisen.
Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 258
Der besagte Sohn nahm nichts davon tragisch, entpuppte sich vielmehr ab sofort als spendabler Nachtschwärmer.
Wondratschek, Wolf: Mozarts Friseur, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2002, S. 117
Ein Bataillon von Flaschen auf dem Tisch macht durchaus keinen großzügigen und besonders spendablen Eindruck, es versperrt die Sicht und ist geschmacklos und unschön.
Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A - Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1957], S. 28120
Zitationshilfe
„spendabel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/spendabel>, abgerufen am 20.06.2019.

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