speisen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungspei-sen
Wortbildung mit ›speisen‹ als Letztglied: ↗abspeisen · ↗ausspeisen · ↗einspeisen
 ·  mit ›speisen‹ als Grundform: ↗verspeisen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
gehoben eine Mahlzeit einnehmen, essen
Beispiele:
zu Mittag, zu Abend, à la carte speisen
landschaftlich zur Nacht speisen
gut, schlecht, ausgiebig, warm, kalt speisen
gemeinsam (mit der Familie, mit Freunden, Kollegen), in kleinem Kreise, allein, in einer Gaststätte, an einer festlichen Tafel speisen
im Hotel haben wir ausgezeichnet gespeist
haben Sie schon gespeist?
(ich) wünsche, wohl zu speisen, wohl gespeist zu haben
etw. zu sich nehmen, etw. essen
Beispiel:
Sie speisten kleine knusprige ... Krebse, zartgegrilltes Geflügel [KoeppenTod16]
2.
gehoben jmdn. speisenjmdm. zu essen geben, jmdn. verpflegen
Beispiele:
(Ferien)gäste, Kinder speisen
siebenhundert Evakuierte in der jungen Vorstadt – kein geringes Problem, sie zu speisen [A. ZweigDe Vriendt236]
3.
Technik eine Anlage, Maschine, einen Apparat mit dem für den Betrieb Erforderlichen versorgen
Beispiele:
eine Lichtanlage, Eisenbahnstrecke mit Strom speisen
ein Rundfunkgerät aus dem Netz (= Stromnetz) speisen
einen Dampfkessel, eine Beregnungsanlage mit Wasser speisen
ein von Batterien gespeister Elektromotor
Die Öfen des Erfurter Gaswerkes werden jetzt ... mit Erdgas gespeist [Tageszeitung1962]
etw. in etw. speisenetw. in etw. leiten, in etw. fließen lassen
Beispiel:
das neue Großkraftwerk hat den ersten Strom in das öffentliche Netz, in das Verbundnetz gespeist
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Speise · speisen · abspeisen · verspeisen · Speisung · Speisekammer
Speise f. ‘feste bzw. zubereitete Nahrung, Gericht’, ahd. spīsa (9. Jh.), mhd. spīse ‘feste Nahrung, Kost, Lebensmittel, eigene Haushaltung’, auch ‘Metallgemisch zum Glockenguß’ (vgl. Glockenspeise), mnd. mnl. spīse, nl. spijs ist entlehnt aus mlat. *spēsa (vgl. aital. spesa Sing. ‘Nahrung’, spese Plur. ‘Vorräte’), einem Wort der Klostersprache, dessen aus mlat. spensa, expensa ‘Nahrung, Lebensmittel’ entwickeltes geschlossenes ē mit germ. ī wiedergegeben wird. Zugrunde liegt lat. expēnsa f. ‘Ausgabe, Aufwand’, kirchenlat. (Klostersprache) ‘Lebensunterhalt, Proviant’, das (wohl aus einer Fügung pecūnia expēnsa ‘ausgegebenes Geld’) substantivierte Part. Perf. von lat. expendere ‘gegeneinander aufwägen, abwägen, erwägen, auszahlen, ausgeben, bezahlen’. Die gleiche Lautentwicklung von ē zu germ. ī, nhd. ei zeigen ↗Feier, ↗Kreide, ↗Seide (s. d.). speisen Vb. in gehobener Sprache ‘eine Mahlzeit einnehmen, essen’, transitiv ‘zu essen geben, versorgen’, mhd. spīsen, auch ‘Metalle miteinander mischen’. abspeisen Vb. ‘beköstigen, aufhören zu essen’ (16. Jh.), übertragen ‘jmdn. unbefriedigend, mit wenigem abfertigen, vertrösten’ (17. Jh.). verspeisen Vb. ‘aufessen’ (17. Jh.). Speisung f. ‘Beköstigung’, mhd. spīsunge, auch ‘Proviant’. Speisekammer f. ‘Vorratsraum für Nahrungsmittel’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Mahlzeit zu sich nehmen · ↗essen · speisen · zu Tisch sein (Arbeitswelt)  ●  ↗dinieren  geh. · ↗schmausen  ugs. · ↗tafeln  geh.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) einverleiben · (sich) gütlich tun (an) · (sich) zu Gemüte führen · Nahrung aufnehmen · ↗essen · speisen · ↗verkosten · ↗verschmausen · ↗verspeisen · zu Munde führen  ●  Essen fassen  ugs. · ↗einnehmen (Mahlzeit)  geh. · ↗fressen  derb · ↗futtern  ugs. · in sich hineinschaufeln  ugs. · ↗mampfen  ugs. · ↗spachteln  ugs. · ↗verdrücken  ugs. · ↗vernaschen  ugs. · ↗verputzen  ugs. · ↗verspachteln  ugs. · ↗weghauen  ugs. · ↗wegputzen  ugs. · wegspachteln  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
(darauf) aufbauen · (sich) speisen · ↗abhängen (von) · ↗basieren (auf) · ↗beruhen (auf) · ↗fußen (auf) · ↗gründen (auf)  ●  ↗abhangen (von)  schweiz. · ↗(darauf) aufsatteln  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Batterie Brunnen Elektromotor Fluß Fonds Generator Grundwasser Hungrige Lokal Mittag Netz Optimismus Quell Quelle Reservoir Restaurant Solarzelle Strom Stromnetz Tafel Topf Unbehagen Zufluß Zuversicht abends abspeisen daraus einspeisen fürstlich mittags

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›speisen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ordentliches Essen gibt es abends in der Day Lodge, gediegen speisen tut man im Restaurant der Sun Peaks Lodge.
Der Tagesspiegel, 08.02.1997
Niemand speiste in privaten Restaurants, niemand speiste überhaupt noch, nicht einmal Brot schien auf den Tisch zu kommen.
Die Zeit, 15.05.1987, Nr. 21
Das religiöse Leben eines Volkes wird aus vielen, meist verborgen rinnenden Quellen gespeist.
Jahrbuch des Vereins für Wissenschaftliche Pädagogik, 1911, Bd. 43
Ich speise bei dem Grafen und nach Tisch gehen wir in dem großen Park auf und ab.
Elias, Norbert: Über den Prozeß der Zivilisation - Soziogenetische und psychogenetische Untersuchungen Bd. 1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1992 [1939], S. 15
Sie hatte rechtschaffenen Hunger und in ihrem wenig einladenden »Hotel« mochte sie nicht zu Abend speisen.
Ury, Else: Nesthäkchen fliegt aus dem Nest, Stuttgart: K. Thienemanns 1997 [1920], S. 19
Zitationshilfe
„speisen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/speisen>, abgerufen am 25.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Speisemorchel
Speiselorchel
Speiselokal
Speiseleitung
Speisekessel
Speisenaufzug
Speisendunst
Speisenfolge
Speisenkarte
Speiseöl