sparsam

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungspar-sam (computergeneriert)
Wortzerlegungsparen-sam
Wortbildung mit ›sparsam‹ als Erstglied: ↗Sparsamkeit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wenig verbrauchend, mit wenigem auskommend
Beispiele:
eine sparsame Hausfrau
sparsam wirtschaften
mit den Lebensmitteln, mit Material, Papier sparsam umgehen
dieses Waschmittel ist sparsam im Verbrauch (= reicht lange)
2.
spärlich, nicht reichlich
Beispiele:
der sparsame Verdienst
ein sparsames Lob
eine sparsam kommentierte Übersicht
ein sparsam möbliertes Zimmer
das Kleid ist sparsam verziert
die sparsam angebrachten Fensteröffnungen liegen nach der Straße
er trug einen sparsamen (= kleinen) Backenbart
wenig
Beispiele:
mit sparsamen Worten sprach er über seine Erlebnisse
das sparsam (= dünn) bewaldete Land
die Formen des Körpers zeichneten sich nur sparsam ab
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sparen · Sparer · spärlich · sparsam · Sparsamkeit · Sparbüchse · Sparkasse
sparen Vb. ‘nicht völlig aufbrauchen, Geld nicht (völlig) ausgeben’, ahd. sparōn (8. Jh., vorwiegend frk.), sparēn (9. Jh., vorwiegend obd.), mhd. sparn ‘(ver)schonen, bewahren, beschützen, aufschieben, unterlassen’, asächs. sparon, mnd. spāren, sparren, mnl. spāren, nl. sparen, afries. sparia, aengl. sparian, engl. to spare, anord. schwed. spara (germ. *sparēn, *sparōn) ist abgeleitet von dem in ahd. spar ‘sparsam, knapp’ (10. Jh.), mnl. spaer, aengl. spær ‘kärglich, spärlich’, engl. spare, anord. sparr ‘sparsam, karg’ (germ. *spara-) belegten Adjektiv. Vergleichbar sind aind. sphirá- ‘feist’, lat. prosperus (aus *prospəros) ‘günstig, glücklich’, aruss. sporъ ‘reichlich, sich vermehrend’, russ. spóryj (спорый) ‘schnell, gelungen, erfolgreich’, die wie das germ. Adjektiv mit ro-Suffix im Sinne von ‘weit reichend, ausreichend’ zur Wurzel ie. *sp(h)ē(i)-, *spī- und *sphē-, *sphə- ‘gedeihen, sich ausdehnen, vorwärtskommen, Erfolg haben, gelingen’ (s. auch ↗spät und ↗sputen) gebildet sind. Die heutige Bedeutung ‘etw. (besonders Geld) zurücklegen, nicht aufbrauchen’ entwickelt sich im 16. Jh. Sparer m. ‘wer spart’ (16. Jh.), daher heute auch ‘Besitzer eines Sparkontos’. spärlich Adj. ‘kümmerlich, selten’ (16. Jh.), aus dem Adverb ahd. sparalīhho (9. Jh.), mhd. sperlīche ‘auf karge Weise’ (zum Adjektiv ahd. spar, s. oben). sparsam Adj. ‘nichts vergeudend, zum Sparen geneigt’, anfangs auch ‘kärglich’ (16. Jh.); dazu Sparsamkeit f. (16. Jh.). Sparbüchse f. ‘Behälter zum Aufbewahren von gespartem Geld’, mhd. sparbuchse (13. Jh.), sparbusse (14. Jh.). Sparkasse f. ‘öffentliche Einrichtung zur Aufbewahrung von Ersparnissen mit Zinszahlung’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sehr) sparsam · ↗geizig · ↗knauserig  ●  ↗preisbewusst  positiv · ↗filzig  ugs. · ↗knickerig  ugs. · ↗knickrig  ugs. · ↗kniepig  ugs., norddeutsch · schrappig  ugs., ruhrdt. · sitzt auf seinem Geld  ugs. · ↗zugeknöpft  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
haushälterisch · sparsam · ↗wirtschaftlich · ↗ökonomisch
Unterbegriffe
Assoziationen
Antonyme
Technik
Synonymgruppe
Energie sparend · Strom sparend · ↗energiesparend · sparsam · stromsparend · verbrauchsgünstig
Synonymgruppe
Einfachst- (Wortzusatz) · ↗anspruchslos · ↗asketisch · aufs (absolut) Wesentliche reduziert · aufs Notwendigste reduziert · in reinster Funktionalität · nur mit dem Allernotwendigsten ausgestattet · nur mit dem Allernotwendigsten versehen · ↗puristisch · ↗puritanisch · sparsam (ausgestattet) · ↗spartanisch · ↗streng (reduziert, zurückgenommen o.ä.)
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Diesel Dieselmotor Energieverbrauch Energieverwendung Fahrweise Gebrauch Geste Gestik Haushalten Haushaltsführung Haushaltspolitik Hausvater Motor Schwabe Triebwerk Umgang Verbrauch Verwendung Wirtschaften dosieren eingesetzt gesetzt haushalten instrumentiert möbliert rationell umgehen umweltfreundlich wirtschaften äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sparsam‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Junge Literatur soll schon sein im Programm, sicher, aber sparsam.
Die Welt, 31.12.1999
Sofern man das "Show" nennen kann, ist sie sparsam dosiert.
Der Tagesspiegel, 24.09.1999
Im Vergleich mit seinem Vater begann er, bereits Farben weniger sparsam zu handhaben.
o. A.: Lexikon der Kunst - C. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 20858
Auch wenn man Rot am liebsten von allen Farben mag, sollte man sparsam damit umgehen.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 111
Wir Alten waren mit den Worten immer sparsam, weil wir uns schämten, mit den Taten hinter ihnen zurückzubleiben!
Dwinger, Edwin Erich: Die letzten Reiter, Jena: Eugen Diederichs 1935, S. 379
Zitationshilfe
„sparsam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sparsam>, abgerufen am 25.04.2019.

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