solide

GrammatikAdjektiv
Worttrennungso-li-de
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›solide‹ als Letztglied: ↗grundsolide
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
widerstandsfähig, haltbar, dauerhaft
Beispiele:
er hatte das Haus auf festem Grund aus solidem Felsgestein errichten lassen
ein Spazierstock aus solidem (= festem) Holz
mit solidem (= derbem) Stoff bespannte Sessel
aus widerstandsfähigem Material gearbeitet, gebaut, um besonders dauerhaft zu sein
Beispiele:
ein solider (= stabiler, wetterfester, aus starken Bohlen gebauter) Schuppen
ein solider Tisch aus Eichenholz
ein Paar solider (= strapazierfähiger, derber) Schuhe, Stiefel
der Tresor war solide, die Einbrecher vermochten nicht, ihn aufzubrechen
2.
qualitativ einwandfrei, gut
Beispiele:
wir haben uns verpflichtet, nur solide Arbeit zu leisten
wir bieten nur solide Ware an
ich war sehr abgerissen, mein Hemd und meine Schuhe waren das einzige Solide (= noch einen Wert Darstellende, Brauchbare)
von guter Qualität und zugleich preiswert, nicht zu elegant oder zu teuer
Beispiele:
mit einem soliden Schmuckstück konnte er ihr stets eine Freude bereiten
das Haus war solide und geschmackvoll eingerichtet
bildlich
Beispiel:
ein solide gedeckter Tisch
3.
zuverlässig, gut fundiert, stark und sicher gegen Gefährdungen
a)
Beispiel:
Heute jedoch existiert die Deutsche Demokratische Republik, und die Werktätigen haben eine solide Macht und gute Waffen [Tageszeitung1965]
b)
durch gute (wissenschaftliche) Bildung und Sachkenntnis gesichert
Beispiele:
diese Arbeit erfordert ein solides Wissen und Können
er hatte eine solide Bildung genossen
die Studenten haben sich während ihres Studiums solide Grundlagen, Kenntnisse für ihre spätere Tätigkeit erworben
solide Wissenschaftlichkeit, Beiträge
c)
durch materielle Mittel und Maßnahmen gesichert
Beispiele:
zu einem soliden Wohlstand gelangen
ein Unternehmen auf eine solide Basis stellen
eine solide (= kapitalkräftige, gut produzierende und verkaufende) Firma
dieses Projekt kann nur durch eine solide (= finanziell gut gesicherte) Verbindung mit einem großen Unternehmen durchgeführt werden
d)
umgangssprachlich richtig, wie es sich gehört
Beispiele:
ein solider Beruf
salopp er verabreichte ihm ein paar solide (= kräftige, gehörige) Ohrfeigen
salopp es dauerte nicht lange, da gab es eine solide (= handfeste) Schlägerei
eine solide Beschäftigung, eine richtige Arbeit [Kellerm.Tunnel104]
4.
moralisch einwandfrei, rechtschaffen
Beispiele:
solide Methoden
ein solider junger Mann, Ehemann, Lebenswandel
solide sein, werden
Mädchen, nimm dir einen soliden und strebsamen Arbeiter [BredelVäter311]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

solid · solide · Solidität
solid solide Adj. ‘sicher, zuverlässig, ordentlich, widerstands- und strapazierfähig, anständig, moralisch einwandfrei’, Entlehnung (17. Jh.) von gleichbed. frz. solide, das lat. solidus ‘dicht, gediegen, fest, echt, wahrhaft, vollständig’ fortsetzt. Seit dem Beginn des 19. Jhs. auch auf menschliche Gewohnheiten, Eigenschaften und soziale Lebensbedingungen bezogen im Sinne von ‘maßvoll, anständig, rechtschaffen, wohlsituiert’. Solidität f. ‘Festigkeit, Haltbarkeit, Zuverlässigkeit’ (17. Jh.), frz. solidité, lat. soliditās (Genitiv soliditātis) ‘Dichtheit, Festigkeit, Dauerhaftigkeit’.

Thesaurus

Synonymgruppe
integer (Person) · man kann darauf zählen · ↗ordentlich · solide · ↗verlässlich · ↗vertrauenerweckend · ↗zuverlässig  ●  ↗währschaft  schweiz. · ↗reliabel  fachspr.
Assoziationen
Antonyme
  • solide
Synonymgruppe
ausgereift · ↗begründet · fundiert · ↗gerechtfertigt · solide · substantiiert · untermauert
Assoziationen
  • nicht nur so dahergesagt (sein) · solide (sein) · ↗wohlüberlegt (sein) · überlegt (sein)  ●  Hand und Fuß haben  fig.
Synonymgruppe
belastbar · ↗ehern · ↗fest · ↗haltbar · ↗kräftig · ↗robust · solide · ↗stabil · ↗stark · ↗stattlich · ↗tragfähig · ↗zäh  ●  ↗resilient  fachspr. · ↗taff  ugs.
Synonymgruppe
dauerhaft · ↗langlebig · ↗reell · solide · ↗stabil · ↗wertbeständig  ●  ↗währschaft  schweiz. · Da weiß man, was man hat.  ugs., sprichwörtlich
Synonymgruppe
nicht nur so dahergesagt (sein) · solide (sein) · ↗wohlüberlegt (sein) · überlegt (sein)  ●  Hand und Fuß haben  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Basis Bauausführung Finanzen Finanzpolitik Fundament Fundierung Grunddaten Grundlage Grundstock Handwerk Handwerksarbeit Haushaltspolitik Hausmannskost Können Staatsfinanzen Verarbeitung Wirtschaftsdaten bieder bodenständig dauerhaft durchweg einigermaßen gearbeitet haushalten rechtschaffen seriös unspektakulär verläßlich wirtschaften zuverlässig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›solide‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie beruhen weniger auf solider Politik der Regierung, als auf dem hohen Ölpreis.
Die Welt, 26.02.2004
Die blankpolierten Münzen fühlen sich solide an, wirklich noch besser als die gute alte Mark.
Der Tagesspiegel, 17.12.2001
Der neue Mann im Weißen Haus wird gut beraten sein, sich durch solide Pläne Gewicht zu verschaffen.
Der Spiegel, 20.11.2000
Das Buch ist eine solide Darstellung, die sich an die bewährten Ergebnisse der wissenschaftlichen Forschung hält und die mit guten Bildern versehen ist.
Jahresberichte für deutsche Geschichte, 1939, S. 963
Er ist solide, sogar philiströs, am allerwenigsten kokett, hauptsächlich bescheiden.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 4005
Zitationshilfe
„solide“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/solide>, abgerufen am 15.10.2019.

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