singen

GrammatikVerb · sang, hat gesungen
Aussprache
Worttrennungsin-gen
Wortbildung mit ›singen‹ als Erstglied: ↗Singakademie · ↗Singdrossel · ↗Singebewegung · ↗Singeclub · ↗Singefreizeit · ↗Singegruppe · ↗Singeklub · ↗Singekreis · ↗Singer · ↗Singerei · ↗Singkreis · ↗Singspiel · ↗Singstimme · ↗Singvogel · ↗sangbar · ↗singbar
 ·  mit ›singen‹ als Letztglied: ↗absingen · ↗ansingen · ↗aufsingen · ↗aussingen · ↗besingen · ↗durchsingen · ↗einsingen · ↗freisingen · ↗heruntersingen · ↗lobsingen · ↗mitsingen · ↗nachsingen · ↗umsingen · ↗vorsingen · ↗weitersingen · ↗wettsingen · ↗zusingen
 ·  mit ›singen‹ als Grundform: ↗Gesang · ↗Gesinge · ↗zersingen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit der Stimme eine geordnete, melodische Folge von Tönen hervorbringen
Beispiele:
das Mädchen, Kind, der Chor singt (ein Lied)
er kann nicht singen
eine Arie, ein Duett, einen Schlager, ein Solo singen
umgangssprachlich eins singen
er sang die Partie des Boris Godunow
die erste, zweite Stimme singen
solo, im Chor, zweistimmig, mehrstimmig, Sopran, Tenor, auswendig, vom Blatt, nach Noten singen
er sang richtig, falsch, rein, laut, tief, mit Ausdruck, mit rauer, voller, geschulter Stimme
sie singt sehr hoch, silberhell, glockenrein, leise vor sich hin
in einer Oper singen
er singt zur Gitarre
ein Kind in den Schlaf singen
sie singt wie eine Nachtigall (= sie hat eine sehr schöne Stimme)
die Lerche, Amsel singt fröhlich
sie wanderten singend durch den Wald
das gemeinschaftliche, chorische Singen
er leitete ein offenes Singen (= er leitet eine Veranstaltung, bei der jeder Teilnehmer mitsingen darf)
sprichwörtlich wo man singt, da lass dich ruhig nieder
bildlich
Beispiel:
gehoben die Geigen sangen leise ihr himmlisches Lied [FühmannJudenauto18]
übertragen
Beispiele:
salopp jmd. hört die Engel im Himmel singen (= jmd. hat sehr starke Schmerzen)
umgangssprachlich davon kann ich ein Lied, weiß ich ein Liedchen zu singen (= davon könnte ich viel erzählen, darüber kann ich aus eigener Erfahrung mitsprechen)
spöttisch eine Lobeshymne auf jmdn., etw. singen (= jmdn., etw. sehr loben)
umgangssprachlich, spöttisch ein Loblied auf jmdn., etw. singen (= jmdn., etw. sehr loben)
spöttisch jmds. Lob singen (= jmdn. sehr loben)
das ist ihm nicht an der Wiege gesungen worden (= das war nicht vorauszusehen)
im Part. Präs.
singendin höherer, die Sprechsilben dehnender Stimmführung
Beispiele:
er spricht singend, mit singendem Ton(fall), Akzent, in einem singenden Dialekt
»Ich weiß nicht«, sagte er mit der singenden, etwas zögernden, lang auf jedem Laut verweilenden Stimme [HesseNarziß5,69]
2.
einen melodisch vibrierenden, anhaltenden oder an- und abschwellenden Ton von sich geben
Beispiele:
der Teekessel, der Wassertopf, das heiße Wasser begann zu singen
der Wind, das Meer, das Feuer singt
die Wellen, Telefondrähte, Motoren singen
das Auto fuhr mit singenden Reifen
es, das Blut sang ihm in den Ohren, Schläfen
Das Motorrad brummte auf, knatterte und sang dann [SeegerHabicht278]
3.
dichterisch mit poetischen Ausdrucksmitteln von etw. erzählen, berichten, etw. in einer Dichtung verherrlichen
Beispiele:
der Dichter sang von vergangenen Zeiten, der Liebe, den Abenteuern der alten Recken
viele alte Volkslieder singen von der Schönheit der Natur
4.
salopp etw. (in einem Verhör) aussagen, gestehen, verraten
Beispiele:
ein Bandenmitglied hatte gesungen
Weiß ich denn, ob ich dichthalte? Da haben schon ganz andere gesungen [UhseBertram237]
[Lagerältester] Krämer singt nicht, aus dem holst du nicht mal einen Gedankenstrich 'raus [ApitzNackt58]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

singen · singbar · Singer · Singsang · Singspiel
singen Vb. ‘Gesang vortragen’. Mit dem gemeingerm., stark flektierenden Verb ahd. singan ‘singen, preisen, ein (Saiten)instrument spielen, Zauberformeln sagen’ (8. Jh.), mhd. singen, auch ‘dichten, frohlocken, pfeifen, knistern’, asächs. singan, mnd. singen, mnl. singhen, nl. zingen, afries. sionga, siunga, aengl. singan, engl. to sing, anord. syngja, syngva, schwed. sjunga, got. siggwan ‘singen, vorlesen, rezitierend vortragen’ (germ. *singwan) sind vergleichbar griech. omphḗ (ὀμφή, aus *song‐ͧhā) ‘Götterstimme, göttliche Offenbarung, Orakelspruch, Wahrzeichen’ und mkymr. de(h)ongl ‘erklären’, so daß sich ie. *sengu̯h- ‘singen, mit singender Stimme feierlich vortragen’ ansetzen läßt. Dazu ↗Sang, ↗Gesang (s. d.). singbar Adj. ‘durch Gesang darstellbar, sich singen lassend’ (Anfang 18. Jh.). Singer m. ‘wer singt’, mhd. singære; vgl. Meistersinger (15. Jh.). Singsang m. geringschätzig für ‘Gesang, immer wiederkehrendes Gerede’ (18. Jh.), lautnachahmende, reduplizierende Bildung mit Sekundärablaut. Singspiel n. ‘Bühnenstück mit musikalischen Einlagen’ (17. Jh.), auch im Sinne von ‘Oper’ (18. Jh.).

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
jodeln · ↗tirilieren · ↗trällern · ↗tönen  ●  singen  Hauptform · ↗intonieren  geh. · ↗schmettern  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
flöten · ↗schlagen (Fink, Nachtigall)  ●  singen (Vogel)  Hauptform
Oberbegriffe
  • Laute von sich geben
Assoziationen
Synonymgruppe
alles verraten · ↗gestehen · geständig sein · ↗kooperieren · ↗reden  ●  ↗auspacken (ausplaudern)  ugs., salopp, Hauptform, fig. · ↗quatschen  ugs., salopp · singen  ugs., salopp, veraltet
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Arie Chanson Chor Duett Fan Hit Hohelied Hymne Lied Lob Loblied Melodie Missa Nationalhymne Schlager Song Stimme Strophe Sänger Tenor Vogel Volkslied Weihnachtslied ansingen lachen mitsingen sie tanzen vorsingen weitersingen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›singen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und über Dinge, an die ich nicht denken mag, will ich auch nicht singen.
Die Zeit, 10.03.2013, Nr. 11
Ein paar Frauen sangen, verhalten, leise, die Kinder zu besänftigen.
Hahn, Ulla: Unscharfe Bilder, München: Deutsche Verlags-Anstalt 2003, S. 258
Sie schneidet sein Stottern energisch ab, er solle es singen, wenn er es nicht sagen könne.
Röhrich, Lutz: singen. In: Lexikon der sprichwörtlichen Redensarten [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1994], S. 20866
Im Alter von 11 Jahren sang er erstmals in einem Chor.
Lehmann, Dieter: Gulak-Artemowski. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1979], S. 37326
Man sang, man trank, und man jeute, einen Tag, eine Nacht um die andere.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 55
Zitationshilfe
„singen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/singen>, abgerufen am 21.07.2019.

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