sieghaft

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsieg-haft (computergeneriert)
WortzerlegungSieg-haft
Wortbildung mit ›sieghaft‹ als Erstglied: ↗Sieghaftigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben den Sieg erringend, siegreich
Beispiele:
die sieghafte Jugend, Zukunft
Der Frühling war rasch gekommen, sieghaft über Nacht [ViebigTägl. Brot216]
alles überwindend
Beispiel:
jmds. sieghafte Energie, Lebensfreude
siegesgewiss
Beispiele:
ein sieghaftes Lächeln, ein sieghafter Blick
Sie spürte ... daß jemand sie von hinten anstarrte mit der Beharrlichkeit des sieghaften Typs, der sicher war, erhört zu werden [BöllHaus28]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sieg · siegen · Sieger · sieghaft · siegreich
Sieg m. ‘Erfolg (nach einem Kampf, einem Wettstreit)’, ahd. sigu (8. Jh.), sig (9. Jh.), mhd. sige, asächs. sigi-, mnd. sēge, mnl. sēghe, nl. zege, afries. sige, aengl. sigor, sige, anord. sigr, schwed. seger, got. sigis n. sind als alte s-Stämme (ie. *seg̑hos-, *seg̑hes-) im Germ. in unterschiedliche Deklinationsklassen (*sigiz- n., *sigu- m.) übergetreten. Sie führen mit den außergerm. Verwandten aind. sáhatē ‘bewältigt, überwältigt, besiegt, gewinnt’, sáhaḥ ‘Gewalt, Macht, Sieg’, awest. hazah- ‘Gewalt, Gewalttat, Raub’, griech. échein (ἔχειν) ‘besitzen, (zurück)halten, haben’, (Aorist) ‘erobern, in Besitz nehmen’, mir. seg ‘Stärke’ und überlieferten Namen wie z. B. illyr. Segesta (Ortsname in Pannonien, Ligurien, Sizilien), kelt. Segisū, Segomāros (Personennamen) auf die Wurzel ie. *seg̑h- ‘festhalten, halten, jmdn. im Kampf überwältigen, Sieg’. siegen Vb. ‘einen Kampf gewinnen’, mhd. sigen; vgl. ahd. ubarsiginōn ‘besiegen, überwinden’ (um 1000) und (gleichbed.) ubarsigirōn (9. Jh.). Sieger m. ‘Gewinner im Kampf’, mhd. segere (vereinzelt 13. Jh.), geläufig seit frühnhd. Zeit, vgl. Siger (16. Jh.), Sieger (17. Jh.). sieghaft Adj. ahd. sigihaft (um 800), mhd. sige-, segehaft. siegreich Adj. (16. Jh.), mhd. sigerīche, mnd. sēgenrīk.

Thesaurus

Synonymgruppe
siegesgewiss · ↗siegessicher  ●  sieghaft  geh.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nichts setzt sich so sieghaft durch wie neue Ideen zum rechten Zeitpunkt.
Die Zeit, 10.04.1987, Nr. 16
Bill fühlte sich sieghaft und sicher wie nie zuvor in seinem Leben.
Zwerenz, Gerhard: Die Ehe der Maria Braun, München: Goldmann 1979, S. 62
Er bejaht das Leben in seiner Fülle, seinem Schwung, seiner sieghaften Kraft.
Hirschberger, Johannes: Geschichte der Philosophie, Bd. 1: Altertum und Mittelalter. In: Mathias Bertram (Hg.) Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1948], S. 2966
Die Basis ist sicherlich richtig, es ist aber viel sieghafter Jubel dabei.
o. A.: Einhundertdreiundfünfzigster Tag. Mittwoch, 12. Juni 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 23866
Die Arme recken sich nach oben, die Hände zeigen einmal das V-Zeichen, dann sieghafte hochgereckte Daumen.
Die Welt, 28.08.2002
Zitationshilfe
„sieghaft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sieghaft>, abgerufen am 22.07.2019.

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