sichtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsich-tig (computergeneriert)
WortzerlegungSicht-ig
Wortbildung mit ›sichtig‹ als Erstglied: ↗Sichtigkeit  ·  mit ›sichtig‹ als Letztglied: ↗alterssichtig
eWDG, 1976

Bedeutung

fachsprachlich
Beispiele:
sichtiges Wetter (= klares, gute Sicht bietendes Wetter)
Klar und sichtig ist die Luft, wenn es auch schon dunkelt [ZuchardtNarr377]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sicht · sichtbar · sichtig · durchsichtig · kurzsichtig · umsichtig · weitsichtig · sichtlich · sichten1 · besichtigen · Besichtigung
Sicht f. ‘Fähigkeit zu sehen, Sehweite, Ausblick’, auch ‘Betrachtungsweise’, ahd. (9. Jh.), mhd. siht ‘das Sehen, Ansehen, Anblick’, mnd. mnl. sicht, nl. zicht, aengl. -siht, sihþ, engl. sight sind westgerm. Abstraktbildungen (germ. *sihwti-) zu dem unter ↗sehen (s. d.) behandelten Verb. Als Übersetzung von ital. a vista begegnen in der mnd. Handelssprache der Hanse Wendungen wie na gesichtes myns weselbreyffs (‘nach Vorlage meines Wechsels’) betalen (15. Jh.), (Wechsel) up sichtt (bezahlen), 8 dage nae sichtte der handtt schryfft (16. Jh.), dann auch im Hd. nach Sicht des Wechselbrieffs (16. Jh.). Daraus entwickelt sich im 17. Jh. die Bedeutung ‘Laufzeit (eines Wechsels)’, und es entsteht formelhaftes auf lange, auf kurze Sicht ‘für lange, für kurze Zeit’ (17. Jh.). In der Seemannssprache gilt mnd. sicht m. für ‘Sehweite’; es geht in diesem Sinne im 19. Jh. in die Literatursprache ein, vgl. in, außer, ohne Sicht (ohne erkennbares Genus, aber als Fem. aufgefaßt). S. ↗Gesicht; für -sicht in Abstraktbildungen zu Verbalkomposita (An-, Aufsicht usw.) s. ↗sehen. sichtbar Adj. ‘was zu sehen ist’ (16. Jh.). sichtig Adj. ‘hell, klar’ vom Wetter (um 1800 aus der nd. Seemannssprache); vgl. ahd. gisihtīg (um 1000), mhd. sihtec, sihtic, nhd. (bis ins 17. Jh.) sichtig ‘sichtbar, wahrnehmbar, deutlich’; heute nur noch in Zusammensetzungen wie durchsichtig Adj. ‘so beschaffen, daß man hindurchsehen kann’, übertragen ‘zart, blaß, leicht durchschaubar’, ahd. thuruhsihtīg (um 1000), mhd. durchsihtec; kurzsichtig Adj. ‘Sehschärfe nur für die Nähe besitzend, nicht vorausdenkend’ (18. Jh.); umsichtig Adj. ‘bedachtsam, überlegt’, mhd. umbesihtic; weitsichtig Adj. ‘weit sichtbar, weitblickend’ (16. Jh.), ‘Sehschärfe nur für die Ferne besitzend’ (18. Jh.). sichtlich Adj. ‘offenkundig, deutlich’, mhd. sihtlich ‘was gesehen werden kann, sichtbar, leibhaftig’. sichten1 Vb. ‘erblicken’ (19. Jh.), Übernahme aus der nd. Seemannssprache. besichtigen Vb. ‘in Augenschein nehmen, genau ansehen’ (15. Jh.), älter besichten (Anfang 15. Jh.); Besichtigung f. ‘das genaue Ansehen, Inspizieren’ (15. Jh.).

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dennoch geben sich Experten angesichts der erwarteten Wirtschaftsentwicklung vor sichtig.
Süddeutsche Zeitung, 27.10.1999
Und tatsächlich verzeichnete Filialleiter Olaf Sichtig seit dem Ende des Umbaus - das war Anfang Dezember - ein deutlich besseres Weihnachtsgeschäft.
Die Zeit, 04.01.2006, Nr. 01
Über die irdisch Däuung des sichtigen Leibs ist erwachsen die englisch Däuung des unsichtigen Leibs.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Das dritte Reich des Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1925], S. 727
Es wurde erschreckend schnell sichtiger.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 100
Eine durch sichtig weiße Hand streckte sich ihr entgegen.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1911], S. 1356
Zitationshilfe
„sichtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sichtig>, abgerufen am 18.06.2019.

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