sexuell

GrammatikAdjektiv
Worttrennungse-xu-ell (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungSex-uell
Wortbildung mit ›sexuell‹ als Letztglied: ↗asexuell · ↗bisexuell · ↗heterosexuell · ↗homosexuell · ↗intersexuell · ↗metrosexuell · ↗psychosexuell · ↗pädosexuell · ↗transsexuell · ↗unisexuell
eWDG, 1976

Bedeutung

geschlechtlich
Beispiele:
sexuelle Aufklärung
das sexuelle Leben, Verhalten
der sexuelle Trieb, Umgang, Verkehr
die sexuelle Reife, Vereinigung, Hörigkeit
sexuelle Probleme, Beziehungen, Erlebnisse
jmdn. sexuell missbrauchen
mit jmdm. sexuell verkehren
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sex · Sex-Appeal · sexual · sexuell · Sexualität · sexy · Sexus
Sex m. ‘(natürliches) Geschlecht’, besonders ‘(dargestellte) Sexualität, sexuelle Betätigung, geschlechtliche Anziehungskraft’, Übernahme (20. Jh.) von gleichbed. engl. sex, eigentlich ‘Zugehörigkeit zum männlichen oder weiblichen Geschlecht’, entlehnt aus afrz. sexe bzw. direkt aus diesem zugrundeliegendem lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’, einer wohl aus einem alten Dual zu einem o-Stamm (*sexo-) oder einem es/os-Stamm (dessen erstarrter Nominativ Sing. das indeklinable lat. secus ‘Geschlecht’ ist) ‘die beiden Geschlechter, die beiden Teile, Hälften’ hervorgegangenen Bildung zu lat. secāre ‘schneiden, trennen, unterscheiden’. Seit der 2. Hälfte des 20. Jhs. gilt Sex durch amerik.-engl. Einfluß besonders für ‘das Nurgeschlechtliche, die geschlechtliche Anziehungskraft, Ausstrahlung, Betätigung, Potenz’ und löst damit im Dt. früher belegtes Sex-Appeal m. ‘starke geschlechtliche Anziehungskraft (besonders der Frau), erotische Ausstrahlung, Charme’ (1. Viertel 20. Jh.) ab, nach amerik.-engl. sexappeal, vgl. engl. appeal ‘Gefallen, Anklang, Anziehungskraft, Reiz’, letztlich wie ↗Appell (s. d.) auf lat. appellāre zurückgehend. sexual Adj. ‘geschlechtlich, auf das Geschlecht bezogen’ (18. Jh.), von spätlat. sexuālis ‘zum Geschlecht gehörig’; meist als Bestimmungswort in Komposita, vgl. Sexualsystem, -trieb (18. Jh.), -krankheit (19. Jh.), -leben (20. Jh.). sexuell Adj. ‘das Geschlecht betreffend, auf die Sexualität bezogen, erotisch’, Entlehnung (18. Jh.) von frz. sexuel, nach spätlat. sexuālis (s. oben). Sexualität f. ‘Geschlechtlichkeit, Gesamtheit des Geschlechtslebens und seiner Erscheinungen, Geschlechtstrieb’ (Anfang 19. Jh.), gebildet zu sexual (s. oben). sexy Adj. (indeklinabel) ‘geschlechtsbetont, körperlich anziehend, erregend, erotisch attraktiv’ (Mitte 20. Jh.), engl. sexy, Adjektivableitung von engl. sex (s. oben). Sexus m. ‘(natürliches) Geschlecht, (der Fortpflanzung und Arterhaltung dienender) Geschlechtstrieb’, meist fachsprachlich (Anfang 18. Jh., häufiger im 20. Jh.), lat. sexus ‘das männliche und weibliche Geschlecht’ (s. oben).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausbeutung Ausschweifung Befreiung Befriedigung Begierde Belästigung Beziehung Enthaltsamkeit Erregung Freizügigkeit Gewalt Handlung Kindesmißbrauch Kontakt Mißbrauch Neigung Nötigung Obsession Orientierung Phantasie Praktik Revolution Selbstbestimmung Verfehlung Vorliebe belästigen missbraucht mißbrauchen Übergriff übertragbar

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sexuell‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ihr wichtigstes Werk ist die "Ballade von der sexuellen Abhängigkeit" (1986).
Die Zeit, 15.06.2009, Nr. 24
Was die Literatur angeht, halte ich viel von sexueller Freiheit.
Riedel, Susanne: Eine Frau aus Amerika, Berlin: Berlin Verlag 2003, S. 45
Er hielt sich für einen sexuellen Revolutionär, aber ich hatte treu zu sein.
Der Spiegel, 05.01.1998
Dazu gehört als besonders schwerwiegende Form der sexuelle Missbrauch von Kindern.
Schaub, Horst u. Zenke, Karl G.: Kindesmisshandlung. In: dtv-Wörterbuch Pädagogik [Elektronische Ressource], Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1995], S. 6381
Die ungeheuerliche Überlegenheit des Mannes über das Weib stammt aus seiner sexuellen Freiheit weit mehr, denn aus seinem wirtschaftlichen Übergewicht.
Meisel-Hess, Grete: Die sexuelle Krise. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8652
Zitationshilfe
„sexuell“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sexuell>, abgerufen am 23.05.2019.

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