sekundieren

GrammatikVerb · sekundierte, hat sekundiert
Aussprache
Worttrennungse-kun-die-ren (computergeneriert)
HerkunftLatein
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
jmdn. besonders mit Worten unterstützen, ergänzen
Beispiele:
jmdm. sekundieren
In den Betrieben verfolgten die Unternehmer, sekundiert von den rechten Gewerkschaftsführern, wütend jede oppositionelle Stimme [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung5,80]
[er verübte] die tollsten Dinge, sekundiert von seinem Bruder Robert [DurieuxTür76]
Schwahl beeilte sich zu sekundieren: »Ganz Ihrer Meinung« [ApitzNackt355]
2.
als Sekundant bei einem Duell, einer Mensur eingesetzt sein
Beispiele:
er sekundierte seinem Freund bei dem Duell
Ich vergaß ... dir zu sagen, von wem der Graf sich sekundieren läßt [C. F. MeyerAmulett3,46]
3.
Sport als Sekundant eines Sportlers tätig sein
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sekundieren · Sekundant
sekundieren Vb. ‘beistehen, unterstützen, begleiten’, Entlehnung (16. Jh.) aus lat. secundāre ‘begünstigen, beglücken, gefällig sein, nachgeben’, abgeleitet von lat. secundus in der Bedeutung ‘begleitend, begünstigend, glücklich’ (eigentlich ‘der Zeit, der Reihe nach folgend, zweiter’, zu lat. sequī ‘(nach)folgen, begleiten’, s. ↗sekundär, ↗Sekunde). Zunächst in der Musik ‘jmdn. (als zweite Stimme) begleiten’; danach (Anfang 17. Jh.) vorwiegend militärisch ‘jmdn. unterstützen, retten, schützen, jmdm. beistehen’, seit der 2. Hälfte des 17. Jhs. unter Einfluß von gleichbed. mfrz. seconder ‘in einem Duell, in einer Mensur Beistand leisten’, üblich in Offizierskreisen und schlagenden studentischen Verbindungen. Sekundant m. ‘Beistand, Zeuge in einem Duell’ (Mitte 17. Jh.), später ‘Berater, Betreuer’, z. B. eines Sportlers im Wettkampf (17. Jh.), von lat. secundāns (Genitiv secundantis), Part. Präs. zu lat. secundāre (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
(ein) gutes Wort einlegen (für) · (sich) aussprechen für · (sich) einsetzen (für) · (sich) engagieren (für) · Schützenhilfe leisten · ↗anpreisen · ↗befürworten · dafür sein · ↗eintreten (für) · ↗empfehlen · sekundieren · ↗unterstützen  ●  (sich) aus dem Fenster hängen (für)  fig.
Assoziationen
Synonymgruppe
(mit) Hand anlegen · (sich) nützlich machen · Hilfe leisten · ↗assistieren · behilflich sein · ↗beispringen · ↗beistehen · ↗fördern · ↗mithelfen · sekundieren · ↗unterstützen · zur Hand gehen  ●  ↗helfen  Hauptform · (jemandem) die Hand reichen  ugs. · (jemandem) die Stange halten  ugs. · mit anfassen  ugs. · mit anpacken  ugs.
Unterbegriffe
  • (für jemanden) die Situation retten · ↗(jemanden) herausreißen  ●  (für jemanden) den Karren aus dem Dreck ziehen  fig. · (jemandem) aus der Patsche helfen  ugs.
  • (für jemand anderen) die Vorteile sichern · (für jemand anderen) etwas riskieren  ●  (für jemand anderen) die Kastanien aus dem Feuer holen (und sich dabei die Pfoten verbrennen)  fig.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgeordnete Anwalt Argument Außenminister Bemerkung Bruder Bundeskanzler Chef Finanzminister Fraktionschef General Generalsekretär Hinweis Kanzler Kollege Kollegin Manager Ministerpräsident Orchester Parteifreund Presse Professor SPD-Vorsitzende Sprecher Staatssekretär Stellvertreter Wirtschaftsminister dabei eifrig tapfer

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sekundieren‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie seien virtuoser zu benutzen, sie stünden für die Überlegenheit der chinesischen Kultur, sekundieren die anderen.
Die Zeit, 16.08.2004, Nr. 33
St. in B. war sicher aufgefordert, ihm zu sekundieren, und der versteht das allerdings mit Geschick.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8121
Doch nur, wenn diese von jemandem sekundiert wird, der mindestens in den acht vorangegangenen Jahren ununterbrochen dabei war, hat sie Chancen, berücksichtigt zu werden.
Die Welt, 24.06.2000
Der Fürstenberg hätte nicht recht sekundieren wollen, möchte französisches Geld dahinterstecken.
Huch, Ricarda: Der Dreißigjährige Krieg, Wiesbaden: Insel-Verl. 1958 [1914], S. 829
Und erleichtert über die Wendung des Gesprächs, sekundierte ihr die fromme Tante aus Potsdam.
Braun, Lily: Memoiren einer Sozialistin. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 1108
Zitationshilfe
„sekundieren“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sekundieren>, abgerufen am 20.05.2019.

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