sektiererisch

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsek-tie-re-risch (computergeneriert)
HerkunftLatein
WortzerlegungSektierer-isch
Wortbildung mit ›sektiererisch‹ als Letztglied: ↗linkssektiererisch
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
auf Sektierertum beruhend
Beispiele:
eine sektiererische Gruppe
sektiererische Tendenzen
sein sektiererisches Verhalten
2.
in der Art einer religiösen Sekte
Beispiel:
sektiererische Religiosität
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sekte · Sektierer · sektisch · sektier(er)isch
Sekte f. ‘religiöse Gruppe, die sich von einer größeren Glaubensgemeinschaft abgespalten hat’, mhd. secte, entlehnt aus lat. secta ‘befolgte Grundsätze, Denkweise, Richtlinie, Partei, philosophische Schule’, spätlat. auch ‘religiöse Sekte’; zu lat. sequī (secūtus sum, für älteres *sectus sum) ‘folgen’. In kirchensprachlichem Gebrauch bezeichnet Sekte eine von der offiziellen Kirchenlehre sich absondernde Lehre und Gemeinschaft, ‘Häresie, Ketzerei’; es steht seit der 2. Hälfte des 16. Jhs. auch für sich absondernde philosophische Schulen. Sektierer m. ‘Anhänger einer Sekte, einer Irrlehre’ (16. Jh.), mlat. sectarius ‘Zwietrachtstifter, Ketzer’. sektisch Adj. ‘ketzerisch’, spätmhd. sectisch; heute dafür sektier(er)isch Adj. sectirisch (16. Jh.).

Thesaurus

Religion
Synonymgruppe
abgefallen · ↗häretisch · ↗irrgläubig · ↗ketzerisch · sektiererisch  ●  ↗lästerlich  geh.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bewegung Charakter Ecke Eifer Gewalt Gruppe Gruppierung Haltung Haufen Ideologie Linke Position Tendenz Verhalten Westlinke Zirkel Zug dogmatisch engstirnig ethnisch fanatisch kriminell religiös

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sektiererisch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aus der sektiererischen Linken kennt man solche Töne seit Jahrzehnten.
Die Zeit, 25.02.2013, Nr. 08
Man stigmatisierte sich selbst, man begab sich - halb verzweifelt, halb aggressiv - in die sektiererische Ecke.
Die Welt, 11.03.1999
Was "zu radikal" ist, ist nicht mehr radikal, sondern sektiererisch.
Merian, Svende: Der Tod des Märchenprinzen, Hamburg: Buntbuch-Verl. 1980 [1980], S. 170
Sie entwickeln den Drang, sich mit diesen sektiererisch in Gruppen abzusondern.
Steiner, Rudolf: Mein Lebensgang, Eine nicht vollendete Autobiographie. In: Oliver Simons (Hg.), Deutsche Autobiographien 1690 - 1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1925], S. 363
Er lebte, mit stark sektiererischer Einstellung, nur unter den »kleinen Leuten« und besaß keinerlei kulturschaffende Kraft mehr.
Linde, S. van der: Neocalvinismus. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 13293
Zitationshilfe
„sektiererisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sektiererisch>, abgerufen am 25.06.2019.

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