sehnsüchtig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungsehn-süch-tig (computergeneriert)
WortzerlegungSehnsucht-ig
eWDG, 1976

Bedeutung

voller Sehnsucht, innig, schmerzlich verlangend
Beispiele:
mit sehnsüchtigen Augen starrte das kleine Mädchen auf eine große Puppe im Schaufenster
ein sehnsüchtiger Brief
sehnsüchtiges Verlangen
er wartete sehnsüchtig auf die Entscheidung
sehnsüchtig seufzen
sie denkt sehnsüchtig an das traumhaft schöne Jalta
er hoffte sehnsüchtig auf ein baldiges Wiedersehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

sehnen · sehnlich · Sehnsucht · sehnsüchtig
sehnen Vb. reflexiv ‘innig, schmerzlich nach etw. oder jmdm. verlangen’, mhd. senen ‘sich härmen, liebendes oder schmerzliches Verlangen tragen’. Herkunft ungewiß. Geht man für das mhd. Verb von einer Bedeutung ‘schlaff sein’ aus, wie sie wohl in ahd. senēn (?) (Hs. 12. Jh.) vorliegt, führt also das mhd. auf das (unsicher bezeugte) ahd. Verb zurück und setzt als ursprünglichen Wurzelvokal ein i voraus, so gewinnt man Anschluß an die unter ↗seit und ↗säen (s. d.) genannte, auch für das zweite Kompositionsglied von ahd. langseimi (s. ↗langsam) geltende Wurzel ie. *sēi-, *sē-, auch *sei-. sehnlich Adj. ‘begehrend, voller Verlangen’, mhd. sen(e)lich; vgl. auch mnd. (vereinzelt) sēnentlīken Adv. ‘sehnsüchtig’ (15. Jh.). Sehnsucht f. ‘inniges, schmerzliches Verlangen’, mhd. sensuht, ursprünglich als peinigende, schmerzliche Krankheit (s. ↗Sucht) vorgestellt; vgl. mhd. senesiech ‘krank vor schmerzlichem Verlangen’; sehnsüchtig Adj. ‘voll innigem, schmerzlichem Verlangen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
sehnlich · ↗sehnsuchtsvoll · sehnsüchtig · verlangend
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ballade Beschwörung Blick Melancholie Melodie Projektion Seufzer Verlangen Warten blicken entgegenfiebern erhofft erwartet geradezu gesucht herbeiwünschen hinüberblicken melancholisch nachblicken nachschauen schauen schielen seufzen spähen starren warten wartend zurückblicken zurückdenken zärtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›sehnsüchtig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Früher wartete ich sehnsüchtig auf die dunklen Tage vor Weihnachten.
Die Welt, 24.12.2004
Sehnsüchtig warte ich, dass du kommst, deswegen spiele ich Cricket.
Süddeutsche Zeitung, 08.04.2000
Von unten hörte man einen Tenor ein sehnsüchtiges Lied singen.
Walser, Martin: Ein springender Brunnen, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1998, S. 363
Und doch war das sehnsüchtige Hinaufweisen zugleich auch schon Erfüllung.
Broch, Hermann: Der Tod des Vergil, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1986 [1945], S. 431
Wer in ihr wohnte, wußte ich nicht, aber seit langem schon hatte ich sie mit sehnsüchtigem Wohlgefallen betrachtet, wenn ich an ihr vorbeigegangen war.
Sudermann, Hermann: Das Bilderbuch meiner Jugend. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 724
Zitationshilfe
„sehnsüchtig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/sehnsüchtig>, abgerufen am 23.04.2019.

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