schwatzen

GrammatikVerb
Worttrennungschwat-zen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwatzen‹ als Erstglied: ↗Schwatzbase · ↗Schwatzerei · ↗Schwatzliese · ↗Schwatzsucht · ↗schwatzhaft · ↗schwatzsüchtig
 ·  mit ›schwatzen‹ als Letztglied: ↗abschwatzen · ↗aufschwatzen · ↗ausschwatzen · ↗beschwatzen · ↗beschwätzen · ↗daherschwatzen · ↗dazwischenschwatzen · ↗drauflosschwatzen · ↗durcheinanderschwatzen · ↗einschwatzen · ↗losschwatzen · ↗nachschwatzen · ↗weiterschwatzen
 ·  mit ›schwatzen‹ als Grundform: ↗Geschwatze · ↗Geschwätz · ↗zerschwatzen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
umgangssprachlich zwanglos und gemütlich miteinander über alles mögliche Alltägliche plaudern, sich unterhalten
Beispiele:
miteinander, mit jmdm. (unbekümmert, ohne Scheu vor Mithörern) schwatzen
wir saßen gemütlich beisammen und schwatzten bis tief in die Nacht
ich muss arbeiten, schwatzen können wir später
von jmdm., über jmdn. schwatzen
Ringsum sitzen braungebrannte Menschen, die rauchen und vergnügt schwatzen [WeisenbornMädchen50]
2.
salopp, abwertend anhaltend, oberflächlich und störend vieles und Törichtes daherreden
Beispiele:
ohne Rücksicht auf andere, unbekümmert über alles mögliche schwatzen
sie kann nicht verantworten, was sie da schwatzt
dummes, unnützes Zeug schwatzen
sie hatten geschwatzt, bis sie heiser waren
ein ungeniert von seinen Erlebnissen schwatzender junger Mensch
jmd. schwatzt das Blaue vom Himmel herunter (= redet pausenlos)
Unsinn, kariert schwatzen (= unlogisch, durcheinander, sinnlos reden)
umgangssprachlich, abwertend den Unterricht durch heimliches Reden stören
Beispiele:
ihr sollt nicht so viel schwatzen
er bekam wegen Schwatzens einen Tadel
3.
umgangssprachlich, abwertend etw. verraten, ausplaudern
Beispiele:
wenn er schwatzt, sind wir verloren
aus der Schule schwatzen (= etw. ausplaudern, das nur Eingeweihte wissen dürfen)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schwatzen · Geschwätz · Schwatz · Schwätzer · schwatzhaft
schwatzen Vb. ‘wortreich und belanglos reden’, frühnhd. swetzen, schwätzen, schwetzen, schwatzen (15. Jh.), in der Literatursprache (seit 18. Jh.) vorwiegend schwatzen, während umgelautetes schwätzen im Südd. vorherrscht; wohl Intensivbildung (vielleicht unter Einfluß von frühnhd. smetzen ‘schwatzen, verleumden’) zu lautmalendem mhd. swateren ‘rauschen, klappern’, nhd. (landschaftlich) schwadern ‘plätschern’, auch ‘schnattern, schwatzen, schlemmen, prassen’. Geschwätz n. ‘dummes, belangloses Gerede’, mhd. geswetze, Kollektivbildung zu mhd. swaz, nhd. Schwatz m. ‘Plauderei’. Schwätzer m. (15. Jh.). schwatzhaft Adj. ‘redselig’ (18. Jh.), frühnhd. schwetzhafftig (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) auslassen · (sich) ergehen (in) · (sich) verbreiten (über) · daherplappern · ↗plappern · ↗quasseln · ↗salbadern · ↗schwadronieren · schwatzen · ↗schwätzen  ●  ↗daherreden  Hauptform · ↗(herum)labern  ugs. · ↗faseln  ugs., abwertend · groß herumtönen  ugs. · ↗sabbeln  ugs. · ↗schwafeln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (sich) zu der Bemerkung hinreißen lassen (dass) · ↗(ungewollt oder versehentlich) ausplaudern  ●  in ein Wespennest stechen  fig. · ↗(jemandem) entfahren  geh. · ↗(jemandem) herausrutschen  ugs. · ↗(jemandem) herausschlüpfen  ugs. · (sich) den Mund verbrennen  ugs., fig. · ↗(sich) vergaloppieren  ugs., fig. · ↗(sich) verplappern  ugs.
  • ausweichend antworten · nicht sagen was Sache ist  ●  herumlabern  ugs. · um den heißen Brei herumreden  ugs.
  • Blödsinn · ↗Humbug · ↗Nonsens · ↗Unfug · ↗Widersinn  ●  Nonsense  engl. · ↗Unsinn  Hauptform · dümmliches Gerede  variabel · ↗Blech  ugs. · ↗Bockmist  ugs. · ↗Bullshit  derb, engl. · Driss  ugs. · Dummfug  ugs. · ↗Fez  ugs. · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gefasel  ugs., abwertend · ↗Gelaber  ugs. · ↗Geschwafel  ugs. · ↗Gewäsch  ugs. · ↗Heckmeck  ugs. · ↗Kappes  ugs. · ↗Kiki  ugs. · ↗Kohl  ugs. · ↗Kokolores  ugs. · ↗Krampf  ugs. · ↗Käse  ugs. · ↗Mist  ugs. · ↗Mumpitz  ugs. · ↗Papperlapapp  ugs. · ↗Pillepalle  ugs. · ↗Pipifax  ugs. · ↗Quark  ugs. · ↗Quatsch  ugs. · Quatsch mit Soße  ugs., berlinerisch · ↗Scheiß  derb · ↗Scheiße  derb · ↗Schmarren  ugs. · ↗Schmarrn  ugs. · ↗Schmonzes  ugs. · ↗Schmu  ugs. · ↗Schmäh  ugs., österr. · Schwachfug  derb · ↗Schwachsinn  ugs. · ↗Sottise(n)  geh., franz. · ↗Stuss  ugs. · ↗Tinnef  ugs. · dummes Zeug  ugs. · geistiger Durchfall  derb · geistiger Dünnschiss  derb · gequirlte Scheiße  derb · saudummes Zeug  ugs., süddt.
  • nicht auf den Punkt kommen · sich (selbst) gerne reden hören · viele Worte machen · ↗wortreich  ●  herumsalbadern  ugs. · herumschwafeln  ugs. · lange um den heißen Brei herumreden  ugs. · ↗salbadern  ugs.
  • Klatschtante · ↗Tratschtante · wandelnde Bildzeitung  ●  Dorfratschn  bair. · ↗Klatschbase  veraltet
  • (miteinander) reden · ↗(sich) unterhalten · Konversation machen · Small Talk machen · Smalltalk machen · ↗klönen · ↗parlieren · ↗plaudern  ●  ↗konversieren  veraltet · babbele  ugs., hessisch · ↗babbeln  ugs., regional · ↗plauschen  ugs. · ↗quasseln  ugs. · quatern  ugs., regional · ↗quatschen  ugs. · ↗ratschen  ugs. · ↗schnacken  ugs.
  • (das) große Wort führen · (eine) Schau machen · ↗(sich) aufblasen · (sich) aufführen wie der große Zampano · ↗(sich) aufplustern · Eindruck schinden · große Reden schwingen · laut werden  ●  (sich) auf die Brust klopfen  fig. · (sich) aufs hohe Ross setzen  fig. · ↗(sich) aufspielen  Hauptform · (den) (großen) Zampano machen  ugs. · (den) Dicken markieren  ugs. · (den) Hermann machen  ugs. · (den) Larry machen  ugs. · (den) Lauten machen  ugs. · (den) Molli machen  ugs., regional · (den) Mund (sehr) voll nehmen  ugs., fig. · (den) Mund zu voll nehmen  ugs. · (den) dicken Mann markieren  ugs. · (den) dicken Max machen  ugs. · (den) dicken Max markieren  ugs. · (die) (große) Welle reißen  ugs. · (die) Backen aufblasen  ugs. · (die) Schnauze aufreißen  ugs., fig. · (die) Welle machen  ugs. · (eine) (dicke) Lippe riskieren  ugs. · (eine) Show abziehen  ugs. · (eine) große Fresse haben  derb · (eine) große Klappe haben  ugs. · (eine) große Schnauze haben  ugs. · (einen) auf dicke Hose machen  derb · (einen) auf großer Zampano machen  ugs. · (gewaltig) das Maul aufreißen  ugs. · (groß) herumtönen  ugs. · (sich) aufmandeln  ugs., bair. · (sich) aufpupsen  derb · (sich) großtun (mit)  ugs. · (sich) in die Brust werfen  geh. · (sich) wichtig machen  ugs. · Sprüche klopfen  ugs. · auf den Putz hauen  ugs., fig. · auf die Kacke hauen  derb, fig. · auf die Pauke hauen  ugs., fig. · auf die Pferde hauen  ugs., fig. · blärzen  ugs., regional · den (...) raushängen lassen  ugs. · dicke Backen machen  ugs. · ↗dicketun  ugs. · ↗dicktun  ugs. · einen auf (...) machen  ugs. · groß rumtönen  ugs. · große Töne spucken  ugs. · herumblärzen  ugs., regional · ↗pranzen  ugs. · strunzen  ugs., regional · wichtigtun  ugs.
Synonymgruppe
plaudern · reden wie ein Wasserfall · schwatzen  ●  ↗dibbern  ugs. · ↗quasseln  ugs. · ↗quatschen  ugs. · ↗ratschen  ugs. · ↗schnattern  ugs. · ↗schwätzen  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Weile abschwatzen aufschwatzen ausschwatzen daherschwatzen drauflos durcheinander ein essen flirten fröhlich herausschwatzen herumstehen hinschwatzen hocken kauen kichern lachen mit miteinander munter nach rauchen scherzen schimpfen schwatzen schwitzen trinken unaufhörlich vorschwatzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwatzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Seit mehr als einem halben Jahrhundert schwatzen sie schon, und immer noch haben sie uns etwas zu erzählen.
Die Zeit, 04.11.2009, Nr. 16
Einige Studenten schwatzen mit den Nachbarn, bloß hört es niemand.
Die Welt, 30.07.2005
Man wird doch nicht an offiziellen - noch dazu geheimen - Beratungen teilnehmen und im Salon darüber geringschätzig schwatzen.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8927
Sie hatten Tee getrunken, hatten geschwatzt, es war ein angenehmer Nachmittag.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 125
Es wurde viel gegessen, viel geschwatzt und viel Kaffee getrunken.
Krüss, James: Mein Urgroßvater und ich, Hamburg: Oetinger 1959, S. 233
Zitationshilfe
„schwatzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schwatzen>, abgerufen am 21.05.2019.

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