schwärmen

GrammatikVerb · schwärmte, hat/ist geschwärmt
Aussprache
Worttrennungschwär-men (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schwärmen‹ als Erstglied: ↗Schwärmer · ↗Schwärmerei · ↗Schwärmzeit
 ·  mit ›schwärmen‹ als Letztglied: ↗abschwärmen · ↗anschwärmen · ↗auseinanderschwärmen · ↗ausschwärmen · ↗durcheinanderschwärmen · ↗durchschwärmen · ↗herumschwärmen · ↗umherschwärmen · ↗umschwärmen · ↗vollschwärmen · ↗vorschwärmen
eWDG, 1976

Bedeutungen

I.
mit Hilfsverb ›hat‹, mit Hilfsverb ›ist‹
sich durcheinanderwimmelnd fortbewegen
Beispiele:
die Fliegen schwärmten in Scharen um den Köder
in der linden Luft des Sommerabends schwärmen die Mücken
Imkerei die Bienen schwärmen (= die alte Königin verläßt mit der Hälfte des Bienenvolkes den Stock, um einen neuen Staat zu gründen)
bildlich
Beispiele:
die Wanderer sind durch den Wald geschwärmt
die jungen Burschen hatten die ganze Nacht hindurch geschwärmt (= waren wahllos ihren Vergnügungen nachgegangen, hatten sich herumgetrieben)
II.
mit Hilfsverb ›hat‹
sich schwärmerisch über jmdn., etw. äußern
Beispiele:
von einem Künstler, Kunstwerk, seinen Erlebnissen, den Vorzügen seines Freundes schwärmen
für die Natur, den Süden, einen Film, Roman, Dichter, Sänger schwärmen (= schwärmerisch über jmdn., etw. reden und ihn, es verehren, gern mögen)
Töchter schwärmen nun einmal meistens für ihre Väter [G. Hauptm.SonnenuntergangI]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schwarm · schwärmen · Schwärmer · Schwarmgeist
Schwarm m. ‘ausfliegende, summend schwirrende Bienenschar, sich wimmelnd fortbewegende Menge’, ahd. swar(a)m ‘Bienenschwarm’ (9. Jh.), mhd. asächs. mnd. swarm, mnl. swarm, swerm, nl. zwerm, aengl. swearm, engl. swarm, anord. svarmr ‘Unruhe, Lärm’, schwed. svärm ‘Schwarm’ stehen als Bildungen mit mo-Suffix wie frühnhd. surm ‘Gesumse, Getöse’ (15. Jh.) neben den verwandten unter ↗schwirren und ↗surren (s. d.) angeführten Verben. Außergerm. sind vergleichbar aind. svárati ‘gibt einen Ton von sich, erschallt, singt’, griech. hýrax (ὕραξ) ‘Spitzmaus’, lat. sōrex ‘Spitzmaus’ (nach dem Pfeifton des Tieres), lat. susurrus ‘das Zischen, Flüstern’, susurrāre ‘zischen, flüstern, summen’, kymr. chwyrnu ‘brummen’, aslaw. svirati ‘flöten, pfeifen’, aruss. svirati, svirjati ‘flöten’, aslaw. svirělь ‘Flöte, Schalmei’, russ. svirél’ (свирель) ‘Hirtenflöte, Schalmei, Pfeife’, so daß von einer Schallwurzel ie. *su̯er- ‘surren’ ausgegangen werden kann. schwärmen Vb. ‘einen Schwarm bilden’, ahd. swer(e)men (11. Jh.), mhd. swarmen, swermen; übertragen frühnhd. schwärmen ‘ein lustiges, freies Leben führen’ (16. Jh.), ‘von einer vorgeprägten geistigen Bahn oder Ordnung, einem Gedankengebäude abweichen’, besonders von religiösen Sektierern ‘wirklichkeitsfern denken, sich begeistern’ (16. Jh.), in der literarischen Bewegung des 18. Jhs. ‘sich überschwenglich begeistern, seiner Phantasie freien Lauf lassen’, für jmdn. schwärmen ‘ihn verehren, anhimmeln’ (18. Jh.) mit der Rückbildung Schwarm m. ‘verehrte Person, begeisternder Gegenstand’ (19. Jh.). In der Militärsprache (aus)schwärmen ‘eine feste Zugordnung auflösen, sich im Gelände verteilen’ (18. Jh.). Schwärmer m. und Schwarmgeist m. ‘religiöser Sektierer’ (16. Jh.), ‘wer den Boden der Wirklichkeit verliert, Phantast’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Atmosphäre Biene Bundestrainer Coach Dichter Dreharbeit Erlebnis Kenner Kritiker Manager Schauspielerin Schönheit Sportdirektor Teamchef Ton Trainer Vorzug anschwärmen aus ausschwärmen begeistert damals davon einst geradezu heute hinterher kürzlich nostalgisch vorschwärmen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schwärmen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Für den einen schwärmte sie, der andere wurde ihr Mann!
Bild, 28.08.2004
Und augenblicklich ist das Eis gebrochen, er beginnt zu schwärmen.
Der Tagesspiegel, 22.02.1998
Sie schwärmten vom "Charakter", den Ihr Team dabei gezeigt habe.
Der Spiegel, 08.08.1994
Mir ist das Ding zu kurz und Du schwärmst noch von meinen Beinen.
Brief von Irene G. an Ernst G. vom 19.08.1944, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Und doch konnte ich schon öfters empfinden, daß Du auch sehr schwärmen kannst.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 21.08.1938, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Zitationshilfe
„schwärmen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schwärmen>, abgerufen am 20.04.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schwarmbeben
Schwarm
schwären
Schwäre
schwappern
Schwärmer
Schwärmerei
schwärmerisch
Schwarmgeist
Schwarmintelligenz