schurigeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschu-ri-geln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schurigeln‹ als Grundform: ↗Schurigelei
eWDG, 1976

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend jmdn. fortwährend ohne Grund verbessern und ihn dadurch schikanieren
Beispiele:
wir lassen uns von niemandem schurigeln
Von früh bis abends wurde ich geschurigelt [G. Hauptm.2,460]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schurigeln Vb. ‘quälen, plagen, schikanieren’ (Anfang 17. Jh.), Iterativbildung zu dem unter ↗schüren (s. d.) aufgeführten Verb ahd. scurgen ‘stoßen’ (um 800), mhd. schürgen, schurgen ‘schieben, stoßen, treiben, verleiten (zu etw.)’, nhd. (nach dem 17. Jh. besonders mundartlich) schurgen, schorgen, schörgen, schirgen. Das durch den fest gewordenen und gelängten Sproßvokal ī undurchsichtige schurigeln unterliegt verschiedentlich volksetymologischen Deutungen, vgl. besonders die Schreibungen schulriegeln (17. Jh.) und schuhriegeln (noch im 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
intrigieren · ↗mobben · ↗piesacken · ↗schikanieren  ●  aufs Korn nehmen  ugs. · ↗fertigmachen  ugs. · ↗kujonieren  geh. · schurigeln  ugs. · zur Sau machen  derb, fig.
Assoziationen
  • (auf einmal) nicht mehr kennen · (jemandem) keinen Blick gönnen · (jemanden) aggressiv nicht beachten · ↗(jemanden) missachten · ↗(jemanden) nicht (mehr) grüßen · ↗(jemanden) schneiden · (jemanden) wie Luft behandeln · absichtlich übersehen · gezielt nicht beachten · keine Beachtung schenken · keine Notiz nehmen (von) · mit Verachtung strafen · so tun als ob jemand Luft wäre  ●  ↗(jemanden) ignorieren  Hauptform · keines Blickes würdigen  geh. · mit dem Arsch nicht angucken  derb
  • (auf jemanden) eindringen · ↗(jemandem) zusetzen · (jemanden) drängen (zu) · (jemanden) in Bedrängnis bringen · ↗bedrängen · ↗befallen · ↗beknien · ↗drangsalieren · im Nacken sitzen · ↗löchern · ↗traktieren · unter Druck setzen  ●  ↗(in jemanden) dringen  geh., veraltet · (jemandem) auf den Pelz rücken  ugs. · (jemandem) auf die Pelle rücken  ugs. · (jemandem) die Hölle heiß machen  ugs. · ↗belagern  ugs. · bitteln und betteln  ugs. · keine Ruhe geben  ugs. · nicht in Ruhe lassen (mit)  ugs.
  • (jemandem) das Leben sauer machen  ugs. · (jemandem) das Leben schwer machen  ugs. · (jemandem) das Leben zur Hölle machen  ugs.
  • (einen) Scherz machen (über) · (jemandem) ins Gesicht lachen · (sich) auf jemandes Kosten amüsieren · (sich) ein Lachen kaum verkneifen können (angesichts) · (sich) lustig machen (über) · (sich) mokieren (über) · Scherze treiben mit · Witze machen (über) · ↗auslachen · ins Lächerliche ziehen · lächerlich machen · seinen Spaß haben (mit/bei) · ↗spotten (über) · ↗verlachen · ↗witzeln · zum Gespött machen  ●  Späße treiben (mit)  veraltend · ↗verspotten  Hauptform · (jemandem) eine lange Nase drehen  ugs., fig. · (jemandem) eine lange Nase machen  ugs., fig. · (sich) belustigen (über)  geh. · Wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.  geh., Sprichwort · durch den Kakao ziehen  ugs., fig. · ↗frotzeln (über)  ugs. · ↗verhohnepiepeln  ugs.
  • Intriganz · intrigantes Verhalten
  • hinausekeln · ↗vergraulen · wegekeln · ↗wegmobben  ●  ↗wegbeißen  fig. · ↗rausekeln  ugs. · rausmobben  ugs.
  • hänseln · ↗necken · ↗plagen · ↗quälen · ↗sticheln · ↗traktieren · zu schaffen machen · ↗zusetzen  ●  zwicken und zwacken  fig. · auf die Schippe nehmen  ugs. · ↗aufziehen  ugs. · ↗piesacken  ugs. · ↗triezen  ugs. · utzen  ugs. · ↗uzen  ugs. · ↗vexieren  geh., veraltet · ↗ärgern  ugs.
  • (jemandem) schaden · ↗(jemanden) schädigen · Leid antun · Leid zufügen · Schaden zufügen  ●  (jemandem) eins auswischen  ugs. · (jemanden) in die Pfanne hauen  ugs.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da fällt es dann auf, wenn er anfängt, andere zu schurigeln.
Die Zeit, 28.02.1992, Nr. 10
Doch die MVV-Kartenverkäufer können sich keineswegs ihre Kunden selber "aussuchen" oder gar nach Belieben schurigeln.
Süddeutsche Zeitung, 04.08.1999
Selbstverständlich wurden sie erwischt und im Rahmen der aktuellen Menschenrechtskonventionen geschurigelt.
Die Welt, 19.05.2005
Sie wird zensiert, angeschnauzt, geschurigelt und kommandiert - wahrscheinlich tut das den Leuten wohl.
Tucholsky, Kurt: Der darmstädter Armleuchter. In: Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1928]
Der Italienerhahn nimmt den Zwerghahn her und zaust und schurigelt ihn ab.
Strittmatter, Erwin: Der Laden, Berlin: Aufbau-Verl. 1983, S. 249
Zitationshilfe
„schurigeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schurigeln>, abgerufen am 19.10.2019.

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