schummeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschum-meln (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schummeln‹ als Erstglied: ↗Schummelei  ·  mit ›schummeln‹ als Letztglied: ↗anschummeln · ↗durchschummeln
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

umgangssprachlich
1.
unehrlich handeln, mogeln
2.
durch Täuschung, Tricks irgendwohin bringen, bewegen, mogeln
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schummeln · beschummeln
schummeln, beschummeln Vb. ‘betrügen’ (18. Jh.). Herkunft ungeklärt. Wolf Rotw. 302 erwägt Herleitung aus zigeuner. chin(d)av ‘scheißen, betrügen’ über rotw. beschunden ‘betrügen’, beschundlen ‘bescheißen, verunreinigen, betrügen, anführen’. Andere sehen in frühnhd. umbschümmeln ‘taumeln, umstürzen’ (16. Jh.), sich schummeln ‘sich davonmachen’ (17. Jh.), schummeln ‘eilig etw. tun’, z. B. ‘Küchenarbeit verrichten’ (Anfang 18. Jh.), nd. schummeln ‘schlotterig einhergehen, scheuern, reinigen, fegen’ (18. Jh.), mnl. scommelen, nl. schommelen, nhd. schummeln ‘durch Geschwindigkeit oder List betrügen’ (2. Hälfte 18. Jh.) ein lautmalendes Wort. Althaus in: Zs. f. Mundartforsch. 30 (1963/64) 67 f. erklärt das Verb als Bildung aus šin, wāw, mēm, den hebr. Anfangsbuchstaben (=Schum) der Handelsstädte Speyer, Worms, Mainz, und verweist auf obd. Schumser ‘(Handels)jude’. Danach soll schummeln eigentlich ‘handeln’ (von Juden) bedeuten (so noch elsäss. und rhein.), dann ‘(im Handel) betrügen’ (18. Jh.), vgl. nd. beschummeln ‘auf jüdisch betrügen’, elsäss. schummeln ‘übervorteilen, beim Spiel betrügen’ (beide 2. Hälfte 18. Jh.). Wie fuggern ‘handeln’ und ‘betrügen’ zum Namen Fugger (auch ‘Kaufmann, Betrüger’) gebildet ist, will Althaus schummeln von der Bezeichnung der sogennnten Schumstädte abgeleitet wissen.

Thesaurus

Synonymgruppe
abgucken · ↗abkupfern · ↗abschreiben · ↗kiebitzen · ↗mogeln · schummeln  ●  abspicken  ugs. · ↗spicken  ugs. · spinxen  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
mogeln · schummeln · ↗schwindeln · ↗tricksen · ↗täuschen  ●  Schmu machen  ugs. · ↗kungeln  ugs., regional · ↗mauscheln  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschlußprüfung Alter Prüfung Schüler Steuererklärung Student betrügen durch herum lügen manchmal tricksen vorbei

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schummeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Andere Proteine dürfen sich nicht durch den Eingang schummeln, sonst gäbe es ein riesiges Chaos.
Süddeutsche Zeitung, 18.08.2000
Warum schummeln Frauen immer noch mehr mit ihrem Alter als Männer?
Bild, 22.10.1998
Der bis dahin untadelige Arzt soll mit Bildern geschummelt haben.
Die Zeit, 02.10.1997, Nr. 41
Die Präsidentin hat öffentlich gelogen und bei der letzten Wahl geschummelt.
Die Welt, 14.07.2005
Ich schummelte manchmal und ließ sie nicht ein einziges Mal gewinnen.
Brussig, Thomas: Helden wie wir, Berlin: Verl. Volk und Welt 1996 [1995], S. 220
Zitationshilfe
„schummeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schummeln>, abgerufen am 26.06.2019.

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