schuften

GrammatikVerb · schuftete, hat geschuftet
Aussprache
Worttrennungschuf-ten
Wortbildung mit ›schuften‹ als Erstglied: ↗Schufterei  ·  mit ›schuften‹ als Letztglied: ↗abschuften
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp hart, schwer arbeiten
Beispiele:
den ganzen Tag, von früh bis abends schuften
er hat sein Leben lang auf dem Bau, im Bergwerk geschuftet
sie schuftet für zwei (= arbeitet doppelt soviel wie andere)
sie schuften, was das Zeug hält (= was ihre Kräfte hergeben)
der Vater schuftet für seine Familie
die Kapitalisten lassen die Arbeiter für sich schuften
sich krank, zu Tode schuften
wie ein Pferd (= sehr) schuften
Ich verdiene Geld wie Heu, doch ich schufte auch wie zehn Elefanten [DürrenmattPanne182]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schuften · Schufterei
schuften Vb. ‘viel und hart arbeiten’, ein nd. md. Verb, im 19. Jh. in die Literatursprache eingegangen. Anzuknüpfen ist an mnd. schoftīt, schochtīt ‘Arbeitszeit von drei Stunden oder einem Vierteltag, vierter Teil eines Arbeitstages’ und an in nd. Schuft ‘Arbeit, Zeit, in welcher eine Arbeit ununterbrochen und ohne Pause gemacht wird, vierter Teil des Tages, Teil des Arbeitstages von einer Mahlzeitpause zur anderen’ (18. Jh.), nl. schoft, schwed. (mundartlich, aus dem Nd. entlehnt) skoft ‘zusätzliche Arbeit in der Freizeit, Überstundenarbeit’ belegtes Substantiv mit t-Suffix. Es handelt sich um Bildungen, die (wie ↗Schub, s. d.) zu dem unter ↗schieben (s. d.) behandelten Verb gehören, so daß für schuften von einer Bedeutung ‘in einem Schub (ohne Unterbrechung) arbeiten’ auszugehen ist. Schufterei f. ‘harte, umfangreiche Arbeit’ (20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(sich) (mächtig) ins Geschirr legen · (sich) (mächtig) ins Zeug legen · arbeiten wie ein Pferd · bis zur Erschöpfung arbeiten · ↗rackern · schwer arbeiten · viel arbeiten · ↗werken  ●  (sich) in die Sielen legen  veraltet · hart arbeiten  Hauptform · (schwer) am Wirken sein  ugs., regional · ↗(sich) abfretten  ugs., süddt. · ↗(sich) fretten  ugs. · ↗ackern  ugs. · ackern wie 'ne Hafendirne  ugs. · ackern wie ein Hafenkuli  ugs. · ↗hackeln  ugs., österr. · ↗keulen  ugs., ruhrdt., regional · ↗malochen  ugs. · nicht kleckern, sondern klotzen  ugs. · plockern  ugs., regional · rabotten (regional, teilw. veraltet)  ugs. · ↗ranklotzen  ugs. · ↗reinhauen  ugs. · reinklotzen  ugs. · ↗roboten  ugs. · ↗rödeln  ugs. · schaffe, schaffe, Häusle baue  ugs., schwäbisch, Spruch · schuften  ugs. · schwer zugange sein  ugs., ruhrdt. · ↗werkeln  ugs. · wullachen  ugs., ruhrdt. · wullacken  ugs., ruhrdt.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akkord Arbeitslager Bauarbeiter Baustelle Bergwerk Comeback Fabrik Hungerlohn KZ-Häftling Kohlegrube Kraftraum Leibeigener Plantage Reha-Klinik Reha-Zentrum Rüstungsbetrieb Sklave Sklavenarbeiter Steinbruch Tagelöhner Umfallen Zwangsarbeiter abschuften ackern krumm rackern rund um die Uhr schuften schwitzen tagsüber

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schuften‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie leben lieber mit ihren Kindern allein, als für zwei zu schuften.
Süddeutsche Zeitung, 08.03.1995
Wie gut ließe es sich doch in einer ordentlich verstaatlichten Produktion schuften!
o. A.: o. T. [Frankreich ...] In: Marxistische Zeit- und Streitschrift 1980-1991, München: Gegenstandpunkt Verl. 1998 [1982]
Annelieses Mutter schuftete auf den Feldern, ihre beiden Töchter wurden täglich mit einem Leiterwägelchen in den Wald geschickt, um Holz zu sammeln.
Noll, Ingrid: Ladylike, Zürich: Diogenes 2006, S. 185
Die Leute, die das machten, schufteten wie die Tiere für einen Hungerlohn.
Maltzan, Maria von: Schlage die Trommel und fürchte dich nicht, Berlin: Ullstein 1998 [1986], S. 82
In den Docks schufteten sie hart, auch nachts im Schein der Tranlampen.
Nadolny, Sten: Die Entdeckung der Langsamkeit, München: Piper 1983, S. 112
Zitationshilfe
„schuften“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schuften>, abgerufen am 20.05.2019.

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