schrill

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Wortbildung mit ›schrill‹ als Erstglied: ↗schrillbunt  ·  mit ›schrill‹ als Letztglied: ↗überschrill  ·  mit ›schrill‹ als Grundform: ↗Schrillheit
eWDG, 1976

Bedeutung

unangenehm durchdringend und grell klingend
Beispiele:
ein schriller Ton, Pfiff, Schrei
der schrille Klang der Alarmglocke, Türklingel, Sirene
das schrille Läuten des Telefons
das Orchester spielt schrille Dissonanzen
eine schrill klingende Frauenstimme
schrill lachen, schreien
übertragen
Beispiel:
die Gespräche, Auseinandersetzung endete mit einem schrillen Missklang
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schrill · schrillen
schrill Adj. ‘grell, durchdringend hell tönend, kreischend’. Nd. schrell ‘scharf von Schall und Geschmack, rauh im Hals’, unter Einfluß von schrillen (s. unten) an engl. shrill ‘überlaut, gellend, kreischend’ in Form und Bedeutung angeglichen, wird nach 1800 in die Literatursprache aufgenommen. Vergleicht man nl. schril ‘grell tönend’, mengl. shrille ‘grell tönen’, norw. (stark) skrella ‘krachen, schallen’, frühnhd. (md.) schrellen, schrallen ‘grell, laut bellen, klingen, tönen, kreischen’ und abgeleitetes aengl. scrallettan ‘laut schreien’, norw. (schwach) skrella ‘schreien, laut lachen’, so ist Anschluß an die (hier mit s- anlautende) schallnachahmende Wurzel ie. *ker-, *kor-, *kr- für heisere, rauhe Töne (wozu auch ↗Harke, ↗Rabe, ↗schreien, ↗Schrulle, s. d.) möglich (vgl. de Vries Nl. 632). schrillen Vb. ‘laut und grell tönen, kreischen’, hervorgegangen (18. Jh.) aus mundartlichem schrellen, schrallen (s. oben) unter Einfluß von gleichbed. engl. to shrill.

Thesaurus

Synonymgruppe
durchdringend · gellend · ↗grell · kreischend · ↗markerschütternd · ↗ohrenbetäubend · schrill · sehr laut · ↗spitz (Schrei)  ●  ohrenzerreißend  fig. · ↗gell  geh., literarisch, selten
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alarmsignal Begleitmusik Dissonanz Farbe Fummel Geschrei Klamotten Klingel Klingeln Kostüm Lachen Mißklang Mißton Outfit Pfeifen Pfeifkonzert Pfeifton Pfiff Schrei Sirene Ton Tonlage Type auflachen bunt gellen grell laut lauter schräg

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schrill‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Schrill zu sein macht ungefähr zwei Drittel ihres Images aus.
Die Welt, 25.10.2004
Und doch wird es nie schrill, nie eifernd in seinen Texten.
Der Tagesspiegel, 30.11.1996
Sie besitzt nur ein Loch und bringt beim Anblasen einen schrillen Ton hervor.
Eckardt, Hans: Japanische Musik. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1957], S. 45249
Sie lachte schrill auf und warf die Beine auf das Bett.
Konsalik, Heinz G.: Der Arzt von Stalingrad, Hamburg: Dt. Hausbücherei 1960 [1956], S. 170
Denn von sich aus haben Frauen von der schrillen Intensität dieser Neugier keinen Begriff.
Schwanitz, Dietrich: Männer, Frankfurt a. M.: Eichborn 2001, S. 207
Zitationshilfe
„schrill“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schrill>, abgerufen am 15.10.2019.

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