schröpfen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschröp-fen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schröpfen‹ als Erstglied: ↗Schröpfkopf · ↗Schröpfung
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Medizin Blut über einem erkrankten Organ ansaugen, um die Haut besser zu durchbluten oder das Blut durch feine Schnitte in der Haut abzusaugen
2.
umgangssprachlich jmdm. mit List oder Geschick unverhältnismäßig viel Geld abnehmen
3.
Landwirtschaft, Gartenbau
a)
die Entwicklung zu üppig wachsender junger Saat bewusst unterbrechen
b)
die Rinde von Bäumen (z. B. Steinobst) schräg einschneiden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schröpfen Vb. ‘zur Ader lassen, mit Schröpfköpfen behandeln’. Mhd. schreffen, schraffen, schreven, frühnhd. (mit Konsonantenschärfung) schrepfen, schröpfen (15. Jh.) ‘reißen, ritzen, kratzen, zur Ader lassen’ ist verwandt mit mnd. schrāpen ‘scharren, schaben, kratzen’ (s. ↗schrappen) und den starken Verben mhd. schreffen, schreven ‘reißen, ritzen, kratzen’, mnl. screpen ‘abschaben’, aengl. screpan ‘schaben, kratzen’. Vergleichbar sind wohl lett. (älter) skrabt ‘meißeln, schaben, kratzen’, russ. skrestí (скрести) ‘schaben, kratzen’. Rückführung auf ie. *(s)kerb(h)-, *(s)kreb(h)- (wozu auch ↗scharf und ↗schürfen, s. d., gehören), eine Labialerweiterung der Wurzel ie. *(s)ker(ə)- ‘schneiden’ (s. ↗scheren), ist möglich. schröpfen bezeichnet in der Regel das Aderlassen, das ursprünglich durch Ritzen der Haut mit einer Lanzette geschah. In übertragener Verwendung ‘jmdn. um sein Geld bringen, ihm zuviel abnehmen’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
arm machen · ↗ausbeuten · ↗ausnutzen · ↗ausnützen · ↗exploitieren · schröpfen · um Hab und Gut bringen · zur Ader lassen  ●  ↗abmelken  ugs. · ↗melken  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abgabe Arbeitnehmer Arbeitslose Arme Autofahrer Besserverdienende Bürger Etat Fiskus Gebühr Kasse Kleine Kommune Kranke Kunde Mittelstand Patient Reiche Rentner Steuer Steuerzahler Tourist Verbraucher Versicherte Zapfsäule kräftig ordentlich schonen weiter zunehmend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schröpfen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich fühle mich angewidert von dieser Regierung, andauernd geschröpft zu werden.
Die Welt, 14.09.1999
Aber die Banken haben andererseits auch ihre Kunden nur wenig schröpfen können, die sich bei ihnen Geld geliehen haben.
Die Zeit, 30.03.1979, Nr. 14
An allen Ecken und Enden werden Bürger und Betriebe derzeit geschröpft.
Süddeutsche Zeitung, 03.05.2004
Daniel, das erfuhr ich erst später, schröpfte sie auch finanziell.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 305
Sie wollen uns und dem Mittelstand damit weismachen, dass Ihr Vorgänger nur die Kapitalgesellschaften geschröpft, den Mittelstand aber verschont habe.
Archiv der Gegenwart, 2001 [2000]
Zitationshilfe
„schröpfen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schröpfen>, abgerufen am 19.09.2019.

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