schnurrig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschnur-rig (computergeneriert)
WortzerlegungSchnurre-ig
eWDG, 1976

Bedeutung

seltsam, sonderbar, drollig, verschroben
Beispiele:
ein schnurriger Einfall, Kauz, Mensch
er hörte gar schnurrige Geschichten von dem Mann, der vor zwanzig Jahren […] in eine Schlucht gestürzt oder den Indianern in die Hände gefallen war [FrischStiller98]
schnurrige Seltenheiten aus aller Welt: ausgestopfte fliegende Fische, Korallentiere und andere merkwürdige Meeresbewohner [BredelEnkel47]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnurren · Schnurre · schnurrig · Schnurrbart · Schnurrpfeife · Schnurrpfeiferei
schnurren Vb. ‘ein brummendes, surrendes Geräusch erzeugen’, mhd. snurren ‘rauschen, sausen, brummen (besonders von Insekten und Katzen)’, mnd. snurren, snorren ‘surren, schwirren, brummen’, nl. snorren stehen ablautend neben ↗schnarren (s. d.) und gehören wie ↗schnarchen (s. d.) zu der unter ↗nörgeln (s. d.) aufgeführten lautnachahmenden Wurzel ie. *(s)ner-, *(s)nur- ‘murren, knurren’. Schnurre f. ‘Knarre, Brummkreisel’ (16. Jh.), mhd. snurre ‘brummender Ton, summende Bewegung’, übertragen ‘Scherz, Schwank, lustige Erzählung’; vgl. ahd. snurring (Hs. 12. Jh.), mhd. snürrinc, snurrære ‘Possenreißer, Tor, Narr’, der das Publikum sowohl mit lärmerzeugenden Instrumenten als auch in schneller Rede mit Späßen und lustigen Erzählungen unterhält. schnurrig Adj. ‘brummend’, übertragen ‘mürrisch, unfreundlich’ (16. Jh.), ‘lustig wie eine Schnurre, possierlich, drollig’ (18. Jh.). Schnurrbart m. ‘Schnauzbart’ (18. Jh.), nach nd. Snurrbart, zu nd. Snurr ‘Schnauze, Maul, Mund’; vgl. Schnauzbart, zu ↗Schnauze (s. d.). Schnurrpfeife f. einfaches Instrument der Bettelmusikanten, auch Kinderspielzeug (18. Jh.), nd. Snurrpīpe, bildlich ‘Tand, Kinderreien’. Schnurrpfeiferei f. ‘Kurzweil, nutzlose Kleinigkeit, närrischer Einfall’ (18. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Einfall

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnurrig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

So schnurrig soll es dann auch am Abend weitergegangen sein.
Süddeutsche Zeitung, 10.01.2003
Da kamen schnurrige Erlebnisse zutage, die ich aus den Erzählungen meiner Mutter als wahr bestätigen konnte.
Bismarck, Hedwig von: Erinnerungen aus dem Leben einer 95jährigen. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 7248
Das schnurrige Fahrzeug bietet Platz für acht Personen und wird von einer 80-Volt-Batterie angetrieben.
Die Zeit, 05.05.1978, Nr. 19
Vor dem Kasperletheater hält Hans Wurst eine schnurrige Ansprache an das Publikum.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 916
Tönnies, der Hausknecht im Stadtkeller, war so gut gewesen wie sein Glaube an die Trinkgeldbefähigung des "schnurrigen fremden Herrn von gestern abend".
Raabe, Wilhelm: Altershausen, Göttingen: Vandenhoek & Ruprecht 1968 [1911], S. 246
Zitationshilfe
„schnurrig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schnurrig>, abgerufen am 26.06.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Schnürriemen
Schnurrhaar
schnurren
Schnurre
schnurrbärtig
Schnurrock
Schnurrpfeife
Schnurrpfeiferei
Schnurschalter
Schnurschlinge