schnauben

GrammatikVerb · schnaubte, hat geschnaubt
Nebenform gehoben schnauben · Verb · schnob, hat geschnoben
Worttrennungschnau-ben
Wortbildung mit ›schnauben‹ als Letztglied: ↗anschnauben · ↗ausschnauben · ↗heranschnauben · ↗heraufschnauben · ↗hereinschnauben
 ·  formal verwandt mit: ↗feuerschnaubend · ↗racheschnaubend · ↗wutschnaubend · ↗zornschnaubend
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
den Atem heftig durch die Nase einziehen und ausstoßen
Beispiele:
die Pferde jagen schnaubend auf den Fluss zu
die starken, feurigen Rosse schnoben
der Hengst schnaubte ungeduldig
er war während des Essens noch röter geworden und schnob vernehmlich
vor Zorn, Wut schnauben
man wusste nicht, ob er vor Bewunderung, vor Neid oder vor Ärger schnaubte
Mein Fritz schnaubte: »Lest doch mal sein Buch ...« [MarchwitzaUnter uns98]
»Alberne Gänse!« schnob er [SpoerlFeuerzangenbowle106]
bildlich
Beispiele:
der Zug hielt schnaubend
die Lokomotive dampfte und schnob
Von allen Seiten schnob der Wind über die ungeschützte Fläche [ViebigSchlafendes Heer149]
übertragen jmd. schnaubt Wutjmd. ist sehr wütend
Beispiele:
er schnob unversöhnliche Rache
Da stürzet die raubende Rotte ... / Den Pfad ihm sperrend, und schnaubet Mord [SchillerBürgschaft]
2.
schnaubte, ›hat‹, geschnaubt
(besonders) norddeutsch sich schnauben
sich [Dativ] die Nase schnauben
sich die Nase putzen
Beispiele:
ich habe mir die Nase geschnaubt
ich habe mich geschnaubt
Husten, Räuspern, Schnauben ... sind fast immer ein Beweis dafür, daß die Zuhörer nicht »mitgehen«, wie es in der Theatersprache heißt [WintersteinLeben1,124]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schnauben · schnäubig
schnauben Vb. ‘laut durch die Nase atmen’, nordd. und md. ‘(sich) die Nase putzen, schneuzen’, mhd. (md.) snūben ‘schnarchen’, frühnhd. ‘(sich) schneuzen, schwer atmen’, (15. Jh.), mnd. mnl. snūven ‘schnauben, blasen’, nl. snuiven, aschwed. sniuva sowie mnd. snȫve, snūve ‘Schnupfen’ gehören wie ↗schnaufen, ↗Schnauze, ↗schneuzen, ↗schnieben, ↗schnüffeln, ↗schnupfen, ↗Schnuppe (s. d.) zu der mit germ. sn- anlautenden lautmalenden Wortgruppe (s. ↗Schnabel). Das ursprünglich starke Verb schnauben (Prät. schnob), das durch Luther in die Literatursprache eingeführt wird, entwickelt bereits im 16. Jh. schwach flektierende Formen, die seit dem 18. Jh. den Vorrang haben. schnäubig Adj. landschaftlich ‘wählerisch’ (beim Essen), ‘kritisch mit der Nase und verzogener Mundpartie prüfend’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
hecheln · heftig atmen · ↗keuchen · nach Atem ringen · nach Luft ringen · ↗röcheln · schnauben · ↗schnaufen  ●  ↗japsen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bulle Feind Gaul Nase Nüstern Pferd Roß Stier Taschentuch Wut an auf aus brüllen empört entgegen fauchen laut leise prusten scharren schnaufen schwitzen schütteln stampfen toben verächtlich wiehern wütend zurück

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schnauben‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da springt ein echter Schauspieler herbei und schnaubt, so harmlos dürfe man die Macht nicht spielen.
Die Zeit, 22.06.2009, Nr. 25
Sie schnaubt jetzt vor Freude und wedelt mit dem Kopf.
Bild, 27.09.2003
Er schaute sich noch einmal um, schnaubte, rollte furchtvoll die Augen und ging weiter.
Strittmatter, Erwin: Pony Pedro, Berlin: Kinderbuchverl. 1959, S. 87
Es stutzte, zwinkerte mit den Augen, guckte, schnaubte sich und zwinkerte wieder.
Bassewitz, Gerdt von: Peterchens Mondfahrt, München: Dt. Taschenbuch-Verl. 1991 [1900], S. 25
Schnaubend und schweißend parierte der Gaul, die blutende Nase dem Postmeister hinterm Ohr.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 11
Zitationshilfe
„schnauben“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schnauben>, abgerufen am 21.07.2019.

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