schmurgeln

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmur-geln
eWDG, 1976

Bedeutung

landschaftlich, (besonders) norddeutsch, umgangssprachlich
1.
etw. schmurgeltetw. brutzelt, schmort (deutlich hörbar)
Beispiele:
die Ente schmurgelt im Bratofen
es schmurgelt im Herd
Bratäpfel schmurgeln in der Ofenröhre
[die Hühner] Die schon ohne Kopf und Gurgeln / Lieblich in der Pfanne schmurgeln [BuschMax u. Moritz]
2.
etw. brutzeln, schmoren
Beispiele:
was schmurgelst du denn da?
in den riesigen Öfen ... konnte man gut in der niedergebrannten Glut und in der Asche schmurgeln [WelkHoher Befehl249]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmoren · schmurgeln · Schmorbraten
schmoren Vb. ‘kurz anbraten und im geschlossenen Topf garen (lassen)’, ein nd. Wort, seit dem 17. Jh. (schmoren, schmuren) in der Literatursprache. Die r-Bildung mnd. smōren (intransitiv) ‘ersticken’, (transitiv) ‘langsam kochen oder braten, mit heißem Wasser austreiben, ersticken’, mnl. smōren, nl. smoren ‘ersticken’, aengl. smorian ‘verschmoren, ersticken’, engl. (mundartlich) to smore ‘ersticken, den Atem benehmen, (er)würgen’ und mit l-Formans nd. smȫlen, mnl. smölen, nl. smeulen ‘glimmen, schwelen’, engl. smoulder ‘Rauch’ sind vergleichbar mit mir. smāl, smōl, smūal ‘Feuer, Glut, Asche’, russ. (älter) smálit’ (смалить) ‘absengen, Stinkendes, Übelriechendes verbrennen’, poln. smalić ‘versengen’ und (ablautend) russ. smolá (смола) ‘Harz, Pech, Teer’. Auszugehen ist von einer Wurzel ie. *smel- ‘langsam und rauchend verbrennen, schwelen’, zu der sich als k-Erweiterung auch lit. smil̃kti ‘glimmen, schwelen (von Feuer), qualmen, Rauch von sich geben’, smilkýti ‘räuchern’ stellen läßt. S. auch ↗Schmerz. schmurgeln Vb. ‘brutzeln’, lautmalende Weiterbildung mit iterativem l-Suffix (19. Jh.) von schmuren (s. oben). Schmorbraten m. (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
braten · ↗brutzeln · ↗rösten (mit Fett, im Backofen)  ●  brötscheln (westdeutsch)  ugs. · schmurgeln  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Pfanne hin

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmurgeln‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Fische, die sein Enkel heute früh geangelt hat, schmurgeln in der Pfanne.
Die Zeit, 27.12.2010 (online)
Es bullerte und schmurgelte, fauchte wie Blasebälge im Schmiedefeuer, doch nur wir hörten es.
Harig, Ludwig: Ordnung ist das ganze Leben, München u. a.: Hanser 1987 [1986], S. 193
Dann heizen sie das Feuerchen an, und während die Rinderrippchen vor sich hin schmurgeln, krempelt man die Ärmel auf.
Süddeutsche Zeitung, 03.03.2001
Während in der Küche noch der Lammbraten schmurgelt, steigen ein paar Unermüdliche auf den sechsstöckigen Turm der gegenüberliegenden Pfarrkirche Santa Eulalia.
Süddeutsche Zeitung, 15.06.1999
Das Horn schmurgelte unter dem heißen Eisen.
Fichte, Hubert: Das Waisenhaus, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1988 [1965], S. 43
Zitationshilfe
„schmurgeln“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmurgeln>, abgerufen am 15.09.2019.

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