schmollen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmol-len (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmollen‹ als Erstglied: ↗Schmollecke · ↗Schmollmund · ↗Schmollmündchen · ↗Schmollwinkel
eWDG, 1976

Bedeutung

seinen Unmut zeigen, besonders durch Verziehen des Gesichts, trotzen
Beispiele:
das Kind, Mädchen schmollt
schmollend beiseite stehen, den Mund verziehen
schmollende Lippen
das Gesicht nahm einen schmollenden Ausdruck an
mit jmdm. schmollen (= jmdm., dem man etw. übelgenommen hat, seinen Unmut zeigen, ihm böse sein)
Der schöne Mund, hochgeschwungen, leicht bereit zu schmollen [BrodZauberreich267]
»Er hat versprochen, mit uns Ball zu spielen«, sagte die eine. »Und nun läßt er uns warten!« schmollte die andere (= sagte die andere schmollend) [TralowKepler121]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmollen · schmieren2 · Schmollwinkel
schmollen Vb. ‘aus Unwillen, Trotz schweigen, sich zurückziehen’, mhd. smollen ‘unwillig schweigen’, frühnhd. auch ‘das Gesicht zum Lachen verziehen, lächeln’, in diesem Sinne besonders 15. bis 18. Jh., danach allgemein durch schmunzeln verdrängt. Auszugehen ist von einer Bedeutung ‘das Gesicht, den Mund verziehen’. Als verwandt können herangezogen werden die l-Bildungen ahd. smielēn (11. Jh.), mhd. smielen ‘lächeln’, schwed. smila, dän. smile ‘lächeln’, engl. (wohl aus dem Skandinav.) to smile ‘lächeln’ und die r-Bildungen schmieren2 Vb. ‘lächeln’, ahd. smierēn (11. Jh.), mhd. smieren ‘lächeln’, aengl. smerian sowie (mit k-Formans) aengl. smearcian, smercian, engl. to smirk ‘schmunzeln’. Außergerm. sind vergleichbar aind. smáyatē ‘lächelt, lächelt verschämt, errötet’, griech. (mit d-Formans) meidiā́n (μειδιᾶν) ‘lächeln’, lat. mīrus ‘wunderbar, erstaunlich, sonderbar’, air. mīad ‘Ruhm, Stolz’, aslaw. smịjati sę, russ. smeját’sja (смеяться) ‘lachen’, so daß eine Wurzel ie. *(s)mei-, *(s)meu- ‘lächeln, erstaunen’ angenommen werden kann. Schmollwinkel m. ‘abgelegener Ort, wohin man sich unwillig und schweigend zurückzieht’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
den Beleidigten spielen · schmollen · unwillig schweigen  ●  die beleidigte Leberwurst (spielen)  ugs., variabel · ein Gesicht ziehen  ugs. · eine Schnute ziehen  ugs. · einen Flunsch ziehen  ugs., regional · einen Schmollmund machen  ugs.
Assoziationen
  • Flunsch · ↗Gesicht · ↗Schmollmund · vorgeschobene Unterlippe  ●  ↗Schnute  ugs.
  • beleidigt · ↗gekränkt · ↗giftig · ↗nachtragend · ↗pikiert · schmollend · ↗verletzt · verärgert  ●  angepiekst  ugs. · auf den Schlips getreten  ugs., fig. · eingeschnappt  ugs. · ↗sauer  ugs. · tödlich beleidigt  ugs.
  • kann Kritik (an seiner Person) nicht ertragen · kann es nicht ertragen, kritisiert zu werden · schnell eingeschnappt  ●  nicht kritikfähig  Hauptform · kann nicht mit Kritik umgehen  ugs. · kommt mit Kritik nicht (gut) klar  ugs.
  • (den) Mund spitzen · (die) Lippen aufwerfen · (die) Lippen spitzen · (die) Lippen vorstülpen · (eine Art) Kussmund machen  ●  (die) Lippen schürzen  selten

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ecke Weile grollen hin lachen schimpfen schreien schweigen weinen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmollen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Angeblich schmollen sie, weil sie beim Dopen erwischt worden sind.
Die Welt, 23.01.2004
Auf den Job konzentriert er sich aber so sehr, daß man meinen könnte, da schmollt einer.
Die Zeit, 05.03.1993, Nr. 10
Zudem hätte sie geschmollt, wenn ich sie anderswohin geführt hätte.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 114
Nein, hör auf, murmelte sie schmollend, wir machen doch nicht solche Worte.
Schaeffer, Albrecht: Helianth II, Bonn: Weidle 1995 [1920], S. 144
Sie hatte die Wahl und zog es dann vor, es so zu verstehen, daß sie schmollen konnte.
Seidel, Ina: Das Wunschkind, Frankfurt a. M. u. a.: Ullstein 1987 [1930], S. 678
Zitationshilfe
„schmollen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmollen>, abgerufen am 22.09.2019.

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