schmiegen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmie-gen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmiegen‹ als Erstglied: ↗schmiegsam  ·  mit ›schmiegen‹ als Letztglied: ↗aneinanderschmiegen · ↗anschmiegen · ↗einschmiegen · ↗hineinschmiegen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
sich an jmdn., etw. wohlig, behaglich anlehnen, andrücken
Beispiele:
das Kind schmiegt sich an seine Mutter
sie schmiegte sich eng, fest, zärtlich, voll Vertrauen an ihn, an seine Seite
etw. an etw. schmiegen
Beispiel:
Das Herz wird einem weit, wenn ein Affe ... sein Gesicht mit zwitschernden Lauten an die menschliche Wange schmiegt [BuckowitzÜberraschungen20]
sich wohlig, behaglich in etw. hineindrücken, hineinkuscheln
Beispiele:
sich in die Sofaecke, Wagenecke schmiegen
in den großen Sessel geschmiegt, las er ein spannendes Buch
sich in jmds. Arme schmiegen
2.
etw., sich einer Form geschmeidig anpassen
Beispiele:
das Kinn, die Stirn in die Hand schmiegen
Holt stand unbeweglich, an den Fels geschmiegt, die Rechte ... um den Griff der Pistole geschlossen [NollHolt1,73]
bildlich
Beispiele:
das Kleid schmiegt sich eng an ihre Gestalt
der Gürtel schmiegt sich leicht um die Taille
ein Weg schmiegt sich nahe an den Fels
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmiegen · schmiegsam · Schmiege
schmiegen Vb. ‘(sich) zärtlich eng andrücken, (sich) einer Form elastisch anpassen’. Das ursprünglich stark flektierende Verb ahd. smiogan ‘sich zusammenziehen’ (11. Jh.), mhd. smiegen ‘in etw. eng Umschließendes drücken’, reflexiv ‘sich zusammenziehen, sich ducken, sich unterwerfen’, nl. smuigen ‘heimlich naschen’, aengl. smūgan ‘schlüpfen, kriechen’, anord. smjūga ‘sich schmiegen, schlüpfen, kriechen’, schwed. smyga ‘schmiegen, gleiten lassen, schleichen’ (germ. *smeugan) sowie schwach flektierendes mhd. smougen ‘sich ducken’ und die unter ↗schmuggeln (s. d.) und Grasmücke (s. ↗Gras) genannten Formen lassen sich mit lett. smaugs ‘schlank’, lit. smáugti ‘erwürgen, quälen, erdrosseln’, russ. (landschaftlich) smúga (смуга) ‘dunkler Fleck’ und lit. smùkti ‘gleitend sinken, entgleiten’, aslaw. smykati sę ‘sich dahinschleppen’, russ. smykát’sja (смыкаться) ‘kriechen, schlendern’, aind. muñcáti ‘macht los, befreit’ auf ie. *(s)meugh-, *(s)meuk- zurückführen, eine Variante von ie. *meug-, *meuk- ‘schlüpfen, schlüpfrig’, dann ‘schleimig, Schleim’ und ‘darüber streichen, gleiten, entgleiten’. Wenn weiter Verwandtschaft mit ↗Moder (s. d.) besteht, dann wäre ie. *meug-, *meuk- als Erweiterung der dort genannten Wurzel ie. *meu-, *mū̌- ‘feucht, modrig’ aufzufassen. schmiegsam Adj. ‘sich anlehnend, sich anpassend, geschmeidig’ (um 1800), unter Einfluß von schmiegen aus älterem schmugsam (17. Jh.). Schmiege f. ‘stumpfer Winkel’ (16. Jh.), ‘Schrägmaß, Winkelmaß mit verstellbarem Schenkel’ (18. Jh.), ‘zusammenklappbarer Zollstock’ (landschaftlich 19. Jh.), mhd. smiuge ‘Schräge, Krümmung, Winkel’, d. i. ‘eng umschlossener Raum’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Zärtlichkeiten austauschen · an die Brust drücken · ↗herzen · ↗kraulen · ↗kuscheln · ↗liebkosen · schmiegen · ↗schmusen · ↗streicheln · ↗tätscheln  ●  ei, ei machen  ugs. · ↗herumschmusen  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abhang Berghang Bergkuppe Biegung Brust Bucht Fels Felswand Handgelenk Hang Hüfte Hügel Mulde Rundung Schulter Wange aneinander aneinanderschmiegen anschmiegen einschmiegen fest hineinschmiegen idyllisch ineinander malerisch terrassenförmig umschmiegen vertrauensvoll wohlig zärtlich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmiegen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie schmiegt sich an ihn, er versucht sie zu halten, sie nicht mehr loszulassen.
Die Welt, 27.09.2003
Einige Mädchen schmiegten sich an die Männer, andere ließen sich zum Tanz bitten.
Süddeutsche Zeitung, 12.02.1997
Es half nicht viel, sich eng an die Mutter zu schmiegen.
Salten, Felix: Bambi, Frankfurt a. M.: Fischer 1956 [1923], S. 61
Als sie geendet hatte, schmiegte sie sich fest an ihn.
Duncker, Dora: Jugend. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1905], S. 9590
Sie hatte sich an die Wand gerettet und sich eng an sie geschmiegt.
Neutsch, Erik: Spur der Steine, Halle: Mitteldeutscher Verl. 1964 [1964], S. 651
Zitationshilfe
„schmiegen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmiegen>, abgerufen am 20.09.2019.

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