schmerzlich

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschmerz-lich (computergeneriert)
WortzerlegungSchmerz-lich
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
mit psychischem, seelischem Schmerz verbunden, psychischen, seelischen Schmerz verursachend
Beispiele:
eine schmerzliche Erinnerung
ein schmerzliches Erlebnis, Bedauern, Verlangen
schmerzliche Gewissheit, Verwunderung, schmerzlicher Verdruss
schmerzliche Empfindungen
einen schmerzlichen Verlust erleiden
etw. ist für jmdn. schmerzlich
es ist mir, ich empfinde es schmerzlich, das sagen zu müssen
etw. schmerzlich vermissen
von etw. schmerzlich berührt sein
sich schmerzlich berührt fühlen
sich einer unangenehmen Tatsache schmerzlich bewusst werden
psychischen, seelischen Schmerz ausdrückend
Beispiele:
ein schmerzlicher Gesichtsausdruck
schmerzlich lächeln
2.
selten körperlichen Schmerz verursachend
Beispiel:
Schlägt mein Herz auch schmerzlich schneller, / Überselig ist die Nacht [GoesAber im Winde324]
körperlichen Schmerz ausdrückend
Beispiel:
der Plischhund ... jaulte schmerzlich [FalladaMurkelei58]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmerz · schmerzen · Schmerzensmutter · schmerzhaft · schmerzlich · schmerzlos
Schmerz m. ‘peinigende, wehtuende körperliche oder seelische Empfindung’. Das nur westgerm. bezeugte Substantiv ahd. smerza f. (9. Jh., teils stark, teils schwach flektierend), mhd. smerze f. (stark), m. (schwach), mnd. smerte, smērte, smarte f., mnl. smerte, smarte, nl. smart und das zugehörige Verb schmerzen (s. unten) lassen sich mit (teilweise ohne anlautendes s- auftretenden) außergerm. Formen wie aind. mṛdnā́ti ‘drückt, preßt, reibt’, griech. smerdnós (σμερδνός), smerdaléos (σμερδαλέος) ‘schrecklich, gräßlich, furchtbar’, lat. mordēre ‘beißen, hauen’ verbinden und auf ie. *merd- zurückführen, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’, wozu auch ↗Mord, ↗morsch, ↗mürbe, ↗Mörser (s. d.) gehören. Anders Seebold 439, der die germ. Formen aus semantischen Gründen als d-Erweiterungen zur Wurzel ie. *smel-, Variante *smer- ‘langsam und rauchend verbrennen, schwelen’ (wozu auch nd. smǟlen, smēlen, smȫlen, mnl. smōlen, nl. smeulen ‘glimmen, glühen, schwelen’, mengl. smelle, engl. to smell ‘einen Geruch wahrnehmen, riechen’) stellen und mit der k-Erweiterung lit. smel̃kti ‘ersticken, qualmen, Rauch erzeugen’, smélkti ‘schmerzen, stechen’ verbinden will. schmerzen Vb. ‘Schmerz empfinden, wehtun’, ahd. smerzan (8. Jh.), mhd. smerzen, aengl. smeortan, mnl. smerten, smarten (germ. *smertan). Neben dieses stark flektierende Verb tritt (im Dt. vom 13. Jh. an) ein schwaches Verb mhd. (selten) smerzen ‘in Schmerz verwandeln’, frühnhd. (obd.) smir(t)zen (bis ins 17. Jh.) und schmerzen, mnd. mnl. smerten, smarten, nl. smarten, engl. to smart, das in der Gegenwart (im Dt. seit frühnhd. Zeit) allein gebräuchlich ist. Schmerzensmutter f. Bezeichnung für die trauernde Maria, die Mutter des gekreuzigten Christus, Übersetzung (18. Jh.) von kirchenlat. māter dolōrōsa, folgt einer frühen schwachen (neben der bis heute vorhandenen starken) Deklination des Substantivs. schmerzhaft Adj. ‘Schmerz bereitend, mit Schmerz verbunden’ (17. Jh.), älter schmertzenhafft (15. Jh.). schmerzlich Adj. ‘voller Schmerzen’, mhd. smerzlich. schmerzlos Adj. ‘ohne Schmerz’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
beißend · bohrend · ↗brennend · marternd · nagend · peinigend · ↗peinvoll · ↗qualvoll · quälend · ↗quälerisch · ↗schmerzhaft · schmerzlich · ↗schmerzvoll · ↗stechend · wehtuend
Synonymgruppe
schlimm · schmerzlich · ↗schmerzvoll · schwer zu ertragen  ●  ↗bitter  fig. · ↗hart  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abschied Aderlaß Anpassungsprozeß Einbuße Eingriff Einschnitt Einschnitte Einsicht Empfindung Erfahrung Erinnerung Erkenntnis Kompromiß Lektion Lernprozeß Lücke Niederlage Scham Verlust Zugeständnis berühren besonders empfinden empfunden erfahren spüren vermessen vermissen vermisst verziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmerzlich‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das muss keiner so schmerzlich erfahren wie der darstellende Künstler.
Die Welt, 10.06.2000
Das sei zwar schmerzlich, weil man mehr Gelder von außen einwerben müsse.
Der Tagesspiegel, 21.04.1997
Diese Lösung wäre für uns beide schmerzlich aber doch gut gewesen.
Klemperer, Victor: [Tagebuch] 1945. In: ders., So sitze ich denn zwischen allen Stühlen, Berlin: Aufbau-Verl. 1999 [1945], S. 159
Ich habe es oft schmerzlich empfunden - am meisten in Rom.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 29231
Wir alle warten nun mit schmerzlicher Spannung auf die Lösung des Dramas.
Dohm, Hedwig: Christa Ruland. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1902], S. 10085
Zitationshilfe
„schmerzlich“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmerzlich>, abgerufen am 20.10.2019.

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