schmerzen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmer-zen
Wortbildung mit ›schmerzen‹ als Grundform: ↗verschmerzen
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw. schmerzt (jmdm., jmdn.)etw. verursacht, bereitet jmdm. körperlichen Schmerz, tut jmdm. körperlich weh
Beispiele:
die Muskeln schmerzen (jmdm., jmdn.)
seine Ohren schmerzen (ihm, ihn)
die Füße schmerzen (ihr, sie)
der Kopf, der Finger, der Zahn, die Wunde schmerzt sehr stark, wenig
Da wird denn gemalt, daß die Augen schmerzen [G. Hauptm.CramptonI]
die Leute drinnen [in dem geöffneten Wagen] schrien – das Tageslicht schmerzte ihren Augen [BöllAdam128]
2.
etw. schmerzt jmdn.etw. macht jmdn. tieftraurig, unglücklich, bereitet jmdm. Kummer
Beispiele:
dieser Vorfall, der Verlust schmerzt ihn sehr
es schmerzt mich, dass ich diese Enttäuschung erleben musste
es schmerzt mich, nicht richtig verstanden zu werden
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schmerz · schmerzen · Schmerzensmutter · schmerzhaft · schmerzlich · schmerzlos
Schmerz m. ‘peinigende, wehtuende körperliche oder seelische Empfindung’. Das nur westgerm. bezeugte Substantiv ahd. smerza f. (9. Jh., teils stark, teils schwach flektierend), mhd. smerze f. (stark), m. (schwach), mnd. smerte, smērte, smarte f., mnl. smerte, smarte, nl. smart und das zugehörige Verb schmerzen (s. unten) lassen sich mit (teilweise ohne anlautendes s- auftretenden) außergerm. Formen wie aind. mṛdnā́ti ‘drückt, preßt, reibt’, griech. smerdnós (σμερδνός), smerdaléos (σμερδαλέος) ‘schrecklich, gräßlich, furchtbar’, lat. mordēre ‘beißen, hauen’ verbinden und auf ie. *merd- zurückführen, eine Dentalerweiterung der Wurzel ie. *mer(ə)- ‘aufreiben, reiben’, wozu auch ↗Mord, ↗morsch, ↗mürbe, ↗Mörser (s. d.) gehören. Anders Seebold 439, der die germ. Formen aus semantischen Gründen als d-Erweiterungen zur Wurzel ie. *smel-, Variante *smer- ‘langsam und rauchend verbrennen, schwelen’ (wozu auch nd. smǟlen, smēlen, smȫlen, mnl. smōlen, nl. smeulen ‘glimmen, glühen, schwelen’, mengl. smelle, engl. to smell ‘einen Geruch wahrnehmen, riechen’) stellen und mit der k-Erweiterung lit. smel̃kti ‘ersticken, qualmen, Rauch erzeugen’, smélkti ‘schmerzen, stechen’ verbinden will. schmerzen Vb. ‘Schmerz empfinden, wehtun’, ahd. smerzan (8. Jh.), mhd. smerzen, aengl. smeortan, mnl. smerten, smarten (germ. *smertan). Neben dieses stark flektierende Verb tritt (im Dt. vom 13. Jh. an) ein schwaches Verb mhd. (selten) smerzen ‘in Schmerz verwandeln’, frühnhd. (obd.) smir(t)zen (bis ins 17. Jh.) und schmerzen, mnd. mnl. smerten, smarten, nl. smarten, engl. to smart, das in der Gegenwart (im Dt. seit frühnhd. Zeit) allein gebräuchlich ist. Schmerzensmutter f. Bezeichnung für die trauernde Maria, die Mutter des gekreuzigten Christus, Übersetzung (18. Jh.) von kirchenlat. māter dolōrōsa, folgt einer frühen schwachen (neben der bis heute vorhandenen starken) Deklination des Substantivs. schmerzhaft Adj. ‘Schmerz bereitend, mit Schmerz verbunden’ (17. Jh.), älter schmertzenhafft (15. Jh.). schmerzlich Adj. ‘voller Schmerzen’, mhd. smerzlich. schmerzlos Adj. ‘ohne Schmerz’ (17. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
schmerzen · weh tun · ↗wehtun
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Achillessehne Ausfall Bein Ellbogen Fuß Gelenk Glied Handgelenk Hüfte Knie Knochen Knöchel Leiste Magen Muskel Nacken Narbe Niederlage Oberschenkel Ohr Rippe Rücken Schulter Sehne Wade Wunde allzusehr anschwellen besonders höllisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmerzen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Füße schmerzen, der Rücken sticht, das Hüftgelenk macht Probleme.
Bild, 06.01.2004
Es schmerzt mich, dass die Arbeit mit diesem Team zu Ende gegangen ist.
Der Tagesspiegel, 21.04.2001
Hat es geschmerzt, diese Macht wieder aus den Händen zu geben?
Der Spiegel, 13.10.1997
Es schmerzt mich, daß gerade ich dazu benutzt werde, andere zu verdecken.
Schwarzer, Alice: Der »kleine Unterschied« und seine großen Folgen, Frankfurt a. M.: Fischer-Taschenbuch-Verl. 1977 [1975], S. 241
Sein Kopf schmerzte unsinnig, es war ihm, als müßte er springen.
Fallada, Hans: Wer einmal aus dem Blechnapf frißt - Bd. 2, Berlin u. a.: Aufbau-Verl. 1990 [1934], S. 207
Zitationshilfe
„schmerzen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmerzen>, abgerufen am 19.10.2019.

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