schmal

GrammatikAdjektiv · Komparativ: schmaler · Superlativ: am schmalsten
GrammatikAdjektiv · Komparativ: schmäler · Superlativ: am schmälsten
Aussprache
Wortbildung mit ›schmal‹ als Erstglied: ↗Schmalbauch · ↗Schmalfilm · ↗Schmalhans · ↗Schmalkost · ↗Schmalreh · ↗Schmalseite · ↗Schmalspur · ↗Schmaltier · ↗Schmaltonfilm · ↗Schmalwand · ↗schmalbrüstig · ↗schmalfingerig · ↗schmalfingrig · ↗schmalgesichtig · ↗schmalgliedrig · ↗schmallippig · ↗schmalrückig · ↗schmalschultrig · ↗schmalspurig
 ·  mit ›schmal‹ als Grundform: ↗Schmalheit
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
wenig ausgedehnt nach rechts und nach links
Gegenwort zu breit
Beispiele:
ein schmales Stück Land
ein schmaler Weg, Grat, Durchblick, Spalt
eine schmale Straße, Fahrrinne, Brücke, Treppe, Kammer
ein schmales Zimmer, Bett
den Fluss an der schmalsten Stelle überqueren
eine schmale Nase, Stirn, Brust, Gestalt
ein schmaler Kopf, ein schmales Gesicht, ein schmaler Mund
schmale Schultern, Hüften, Hände, Finger, Lippen, Augen
ein schmaler Kragen, Revers
ein Sommerkleid mit weitem Rock und schmaler (= eng anliegender) Taille
die schmale Silhouette des Kleides, Mantels
ein schmaler Bilderrahmen
eine schmale Druckspalte
ein schmaler Band Gedichte
ein Buch in schmalem Format
sie ist schmal in den Hüften, Schultern
er ist (in letzter Zeit, recht) schmal (= mager, dünn) geworden
er sieht im Gesicht (recht) schmal aus
der Stoff ist, liegt (ziemlich) schmal
der kleine, schmale Emilio, ein blonder, etwas farbloser Mensch [O. M. GrafMitmenschen157]
umgangssprachlich Die Kammer des Dieners Räder ist nur ein schmales Handtuch (= lang und von sehr geringer Breite) [FalladaWolf1,270]
Im Westen steht die schmale Mondsichel [BronnenDeutschland31]
bildlich
Beispiele:
die Rohstoffe im Lande bilden eine zu schmale Basis für den Ausbau dieses Industriezweiges
eine schmale Existenzgrundlage
ein schmales (= wenige Warentypen enthaltendes) Sortiment
ein schmales (= wenige Darbietungen enthaltendes) Programm
die Interessen einer schmalen Schicht von Leuten, die mit dem französischen Volke ... nichts mehr gemein hätten [Weltbühne1954]
2.
kläglich, karg, knapp
Beispiele:
ein schmales Einkommen, Gehalt, Taschengeld, ein schmaler Verdienst
eine schmale Rente, Hinterlassenschaft
schmale Erträge, Einkünfte
schmale Kost, Verpflegung, Nahrung, Essenrationen
umgangssprachlich Reisende mit schmalem Geldbeutel (= mit geringer Zahlungsfähigkeit) finden in Paturien keinen Einlaß [KusenbergNicht zu glauben26]
[ein] Mann mit breiten ... Gesichtszügen, der diesen schmal dotierten Posten bekleiden mußte [SteinbergUhren237]
Sie konnte nicht ... den schmalen Küchenzettel (= die kärglichen Mahlzeiten) mit rohen Erbsen aufbessern [FalladaJeder stirbt527]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmal · Schmaltier · Schmalvieh · Schmalvogel · schmälern · schmälen · Schmalhans
schmal Adj. ‘nicht breit, klein, eng’, ahd. (8. Jh.), mhd. smal ‘klein, gering, kärglich, knapp, nicht breit’, asächs. mnd. mnl. nl. smal, aengl. smæl, engl. small, anord. smalr-, schwed. smal, got. smals (germ. *smala-) läßt sich mit den s-losen Formen lat. malus ‘schlecht’ (eigentlich ‘gering’), aslaw. malъ, russ. mályj (малый) ‘klein’ verbinden. Dazu gehören auch (wohl aus einer Substantivierung des Adjektivs) griech. mḗlon (μῆλον) ‘Kleinvieh (Schafe und Ziegen)’, armen. mal ‘Schaf, Widder’, air. mīl ‘Tier’, so daß ie. *(s)mēl- ‘klein’ (besonders von Tieren) angesetzt werden kann. Mit dem Adjektiv verbinden sich auch die germ. Bildungen ahd. smalaʒ fihu (s. unten), anord. smali, schwed. (mundartlich) smale, anfrk. māla ‘Kleinvieh’, nl. maal ‘junge Kuh’. Vgl. noch nhd. Schmaltier n. (Jägersprache) ‘weibliches Rot- oder Damwild, das noch keine Jungen hat’ (17. Jh.), Schmalvieh n. ‘kleineres Hausvieh, Kleinvieh’, ahd. smalaʒ fihu (um 1000), mhd. smalvihe ‘kleineres Vieh, Schafe, Ziegen’, Schmalvogel m. ‘kleiner Vogel, Sperling’, ahd. smalfogal (11. Jh.), mhd. smalvogellīn. schmälern Vb. ‘kleiner machen, herabsetzen’ (15. Jh.), Iterativbildung zu heute seltenem schmälen Vb. ‘schmal machen, verringern, herabsetzen, tadeln’, mhd. smeln ‘klein, gering machen’, mnd. smalen, smelen, mnl. nl. smalen. Schmalhans m. ‘bei dem es schmal, dürftig zugeht, Hungerleider, Geizhals’, auch ‘Hunger’ (17. Jh.), s. ↗Hans.

Thesaurus

Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · ↗schlaksig · schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • gertenschlank · rank und schlank · ↗schlank · schlank wie eine Gerte · schlank wie eine Tanne · ↗superschlank  ●  ↗rank  veraltet
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen  ●  (jemanden) bei schmaler Kost halten  geh., veraltet
  • (stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
  • (kräftig) zulegen · an Gewicht zulegen · ↗ansetzen · dick(er) werden · in die Breite gehen · ↗zunehmen  ●  mehr werden  ironisch · (etwas) auf die Rippen kriegen  ugs.
  • hat ihr Idealgewicht · hat sein Idealgewicht · ↗normalgewichtig
  • feingliedrig · ↗schlankgliedrig · von zartem Körperbau · von zierlichem Körperbau · ↗zart (aufwertend) · zart gebaut · ↗zartgliedrig (aufwertend)  ●  ↗zierlich  Hauptform
  • hoch aufgeschossen · ↗schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
  • (anderen) auf den Kopf spucken können · ↗(ein) Riese · ↗baumlang · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · ↗lang  ugs.
  • (ein) (ganz) Langer  ugs. · (eine) (ganz) Lange  ugs. · (und) dann kam eine lange Dürre  ugs., Spruch, scherzhaft · ↗Bohnenstange  ugs., fig. · Heugeige  ugs., österr., fig. · ↗Hopfenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs. · langes Elend  ugs., ironisch · langes Gereck  ugs., regional · langes Gestell  ugs.
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • von zartem Körperbau · zartes Wesen  ●  ↗Elfe  fig. · ↗Reh  fig. · Rehlein  fig. · ätherisches Wesen  geh.
Synonymgruppe
gering (Lohn) · ↗karg · ↗klein (Rente) · schmal (Rente, Pension) · ↗wenig (an) (Einkünften)
Antonyme
  • schmal (Rente, Pension)
Synonymgruppe
eng (Durchgang, Gasse) · schmal

Typische Verbindungen
computergeneriert

Band Brett Budget Büchlein Flur Gang Gasse Geldbeutel Gesicht Grat Handtuch Hüfte Korridor Küstenstreifen Landzunge Lippe Pfad Schlitz Schulter Silhouette Spalt Steg Straße Streif Streife Streifen Taille Treppe blass steil

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmal‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Verglichen mit den großen Anbietern ist das Programm mit rund 20.000 Videos recht schmal.
Die Zeit, 01.02.2010, Nr. 05
Die Luft stand in dem schmalen länglichen Stall wie ein Tier.
Süddeutsche Zeitung, 10.09.2004
Stets gestattet ist schmaler weißer Streifen an Hut, Hals, Ärmeln.
o. A.: Das Lexikon der Hausfrau, Berlin: Ullstein 1937 [1932], S. 320
Daneben blieb nur ein schmaler Gang nach dem unteren Lager.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1928], S. 154
An den vier Wänden war eine schmale Bank zum Sitzen.
Luckner, Felix von: Seeteufel, Herford: Kohler 1966 [1921], S. 38
Zitationshilfe
„schmal“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmal>, abgerufen am 24.10.2019.

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