schmähen

GrammatikVerb
Aussprache
Worttrennungschmä-hen (computergeneriert)
Wortbildung mit ›schmähen‹ als Erstglied: ↗Schmähbrief · ↗Schmähkritik · ↗Schmähpreis · ↗Schmährede · ↗Schmähruf · ↗Schmähschrift · ↗Schmähsucht · ↗Schmähung · ↗Schmähwort · ↗schmähsüchtig
 ·  mit ›schmähen‹ als Letztglied: ↗vielgeschmäht
eWDG, 1976

Bedeutung

gehoben jmdn., etw. beleidigen, beschimpfen, schlechtmachen
Beispiele:
Sie wollen nicht, daß ich tauge. Warum schmähen Sie mich? [FrischAndorra3]
Der Redner hat keinen Anlaß, die Vergangenheit zu schmähen, nicht einmal seine eigene [H. KantAula410]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schmähen · verschmähen · schmählich · Schmähschrift
schmähen Vb. ‘(mit Worten) verächtlich machen, beschimpfen, beleidigen’, ahd. smāhen (10. Jh., in der Fügung gismāhit werdan ‘im Wert gemindert, wertlos werden’, vorher bismāhen, 9. Jh.; vgl. auch bismāhēn ‘schmutzig, gering sein’, 8. Jh., irsmāhēn ‘wertlos werden’, 9. Jh.), mhd. smæhen, smāhen, smæen, smān ‘geringschätzig behandeln, verächtlich machen, verachten, beschimpfen, entehren’, anord. smā ‘höhnen, spotten’ (germ. *smāhōn, *smēhijan) ist als Faktitivum abgeleitet vom Adjektiv ahd. smāhi, auch smāh (9. Jh.), mhd. smæhe ‘klein, gering, verächtlich’ (s. ↗Schmach) und bedeutet daher eigentlich ‘klein, gering machen’; vgl. auch das verwandte Verb anord. smā ‘höhnen, spotten’. verschmähen Vb. ‘geringschätzig, verächtlich zurückweisen’, auch ‘ärgern’, ahd. firsmāhen ‘gering achten’ (um 1000), mhd. versmāhen, versmæhen ‘in entehrender Weise geringschätzen, schmählich behandeln, verstoßen, verachten’. schmählich Adj. ‘beschimpfend, verächtlich’, ahd. smāhlīh ‘klein, gering an Wert, schändlich, verächtlich’ (9. Jh.), mhd. smæhelich, smæhlich. Im 18. Jh. auch abgeschwächt ‘ärgerlich, garstig’ oder ‘sehr groß, arg’ (schmählich groß, schmähliche Hitze). Schmähschrift f. ‘Schrift beschimpfenden, beleidigenden Inhalts’ (15. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(jemandem etwas) anhängen · ↗(jemandem etwas) nachsagen · ↗(jemandem etwas) unterstellen · (jemandem) die Ehre abschneiden · (jemanden) ins Gerede bringen · (über jemanden negative) Behauptungen in die Welt setzen · Lügen verbreiten (über) · Sünden anderer aufzeigen · ↗diffamieren · ↗diskreditieren · ↗herabsetzen · in Misskredit bringen · in Verruf bringen · schlecht reden (über) · ↗schlechtmachen · schmähen · ↗verhöhnen · ↗verleumden · ↗verunglimpfen · zynisch beschreiben  ●  ↗(jemandem etwas) andichten  ugs. · (jemandem etwas) ans Zeug flicken  ugs., veraltend · ↗anschwärzen  ugs. · kein gutes Haar lassen (an)  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Gegner Konservative Kritiker Prophet Reichstag Unrecht Vaterlandsverräter Verräter anfeinden attackieren beleidigen beschimpfen bewundern geloben hassen hetzen höhnen ihr lauthals loben preisen rühmen schelten verachten verehren verhöhnen verkennen verleumden verspotten verunglimpfen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schmähen‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Fortan schmäht er beim Improvisieren aus seinem neuen Werk "Männer.
Süddeutsche Zeitung, 25.05.2001
Es gehe nicht an, einen solchen Mann nach seinem Tod zu schmähen.
Baus, Karl: Die Reichskirche nach Konstantin dem Großen. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1973], S. 21932
Mit Recht verdächtigten sie ihn als Konservativen, zu Unrecht schmähten sie ihn als Reaktionär.
Die Zeit, 04.05.1973, Nr. 19
Und in diesem Lied schmähen Sie die Juden, nicht wahr?
o. A.: Einhundertachtunddreißigster Tag. Freitag, 24. Mai 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 33998
Zitationshilfe
„schmähen“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schmähen>, abgerufen am 19.04.2019.

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