schleppend

Worttrennungschlep-pend (computergeneriert)
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

a)
schwerfällig, mühsam u. deshalb langsam
b)
langsam u. gedehnt
c)
sich über eine (unangemessen) lange Zeit hinziehend, nicht recht vorankommend, (zu) langsam vor sich gehend
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schleppen · schleppend · Schleppe · Schlepper · Schlepptau
schleppen Vb. ‘auf dem Boden nachziehen, mühsam forttragen, fortziehen’, reflexiv ‘sich mit Anstrengung bewegen’. Mnd. slēpen ‘schleppen, schleifen’, die nd. Form des unter ↗schleifen (s. d.) behandelten Verbs, wird im 13. Jh. in die Sprache der Deutschordensliteratur übernommen (vielleicht schon damals mit Kürzung des Stammvokals) und über das Md. weiter verbreitet. schleppend Part.adj. ‘langsam, ohne Schwung’ (vgl. mnd. slēpen in seinen Bedeutungen ‘langsamen Schrittes gehen’, übertragen ‘langsamen Fortgang haben’), z. B. schleppendes Geschäft (17. Jh.), schleppende Schreibart, Sprache (18. Jh.), schleppender Gang (19. Jh.). Schleppe f. ‘hinten lang auslaufender Teil eines Rockes, Kleides’ (17. Jh.), unter lautlicher Anlehnung an das Verb aus nd. Slēpe, Sleep (vgl. mnd. slēpehoyke ‘langer, schleppender Mantel’). Die Mode, eine Schleppe zu tragen, entsteht im 12. Jh., dafür mhd. swanz, swenzelīn, swenzel ‘Schleppe, Schleppkleid’. Schlepper m. ‘wer schleppt’ (17. Jh.), ‘Schlepptau’ (18. Jh.), ‘Schiff, das andere (stromaufwärts) zieht, Schleppdampfer’ (19. Jh.), ‘Traktor’ (20. Jh.), nd. Slepper. Schlepptau n. ‘Tau zum Ziehen von Schiffen, von Lasten’ (18. Jh.); jmdn. ins Schlepptau nehmen ‘sich jmds. annehmen, ihm helfen’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
ausgedehnt · enervierend (langsam) · ganz allmählich · geraume Zeit dauernd · ↗langatmig · lange Zeit dauernd · lange dauernd · ↗langwierig · ↗mühsam · ↗nervtötend · quälend · schleppend · ↗umständlich · viel Zeit kostend · ↗weitläufig · ↗zeitraubend  ●  ↗harzig  schweiz.
Assoziationen
  • (sehr) verzögert · im Schleichtempo · im Schritttempo · im Zeitlupentempo · in Zeitlupe · kriechend · quälend langsam · ↗schleichend · schleppend · sehr langsam  ●  (kommt) langsam wie beim Ochsen die Milch  ugs., scherzhaft · im Schneckentempo  ugs.
  • bedächtig · ↗geruhsam · in langsamem Tempo · in mäßigem Tempo · ↗langsam · ↗ruhig
  • ...marathon · Endlos... · Marathon... · ↗endlos · endlos weiter · immer weiter · nicht abreißen · nicht enden wollen · nicht enden wollend · ohne dass ein Ende abzusehen ist · ↗uferlos · ↗unaufhörlich · ↗unbeschränkt · ↗unendlich · ↗unermesslich · ↗unmessbar · ↗unzählig · ↗überlang  ●  ↗ad infinitum  lat. · bis zum Gehtnichtmehr  ugs.
  • (sehr) weit ausholen(d) · ausgedehnt · ermüdend · erschöpfend (im Wortsinn) · ↗geschwätzig · in aller Ausführlichkeit · in epischer Breite · in ermüdender Ausführlichkeit · lang und breit · ↗langatmig · ↗raumgreifend · ↗seitenlang · ↗umständlich · viele Worte machen · ↗weitläufig · weitschweifend · ↗weitschweifig · ↗wortreich · überausführlich  ●  ↗abendfüllend  fig. · ↗in extenso  bildungssprachlich · Oper(n) quatschen  ugs., fig. · ↗Roman  ugs., fig. · ausgreifend  geh. · des Langen und (des) Breiten  geh. · schwafelig  ugs.
  • Zangengeburt  fig. · nach zähem Ringen  fig. · schwere Geburt  fig.
Synonymgruppe
(sehr) verzögert · im Schleichtempo · im Schritttempo · im Zeitlupentempo · in Zeitlupe · kriechend · quälend langsam · ↗schleichend · schleppend · sehr langsam  ●  (kommt) langsam wie beim Ochsen die Milch  ugs., scherzhaft · im Schneckentempo  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
behäbig · ↗lahm · ↗langsam · schleppend · ↗schwerfällig · ↗träge  ●  ↗bummelig  ugs. · ↗lahmarschig  derb · ↗tranig  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abfertigung Absatz Auszählung Autokonjunktur Bearbeitung Fortgang Geschäftsverlauf Inlandsnachfrage Kartenverkauf Konjunktur Konjunkturentwicklung Konjunkturerholung Nachfrage Rücklauf Tempo Umsetzung Vorverkauf Wirtschaftsentwicklung Zahlungseingang anlaufen anlaufend eher nur verlaufen verlaufend vorangehen vorankommen vorankommend äußerst

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schleppend‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im vergangenen Jahrzehnt seien nicht ausreichend neue Vorkommen erschlossen worden, und eine Ausweitung der Förderung gehe nur schleppend vonstatten.
Die Welt, 13.10.2004
Die immer noch nötigen Verbesserungen kommen in letzter Zeit nur schleppend voran.
Der Tagesspiegel, 08.11.2000
Auch andere Handwerker ließen sich nieder, jedoch ging die Entwicklung des Ortes nur schleppend voran.
Erwin Hemke, Neustrelitzer Seengebiet Wesenberg-Mirow-Fürstenberg: Berlin-Leipzig: VEB Tourist-Verlag 1979, S. 22
Die Füße schwer schleppend schwankte sie auf das Sofa zu.
Ewers, Hanns Heinz: Alraune, München: Herbig 1973 [1911], S. 96
Für träge hält man das Wesen mit zu langsamem schleppenden Gang.
Gontard, O. von: Wie soll ein weibliches Wesen sich benehmen, um einen Mann zu bezaubern? In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1904], S. 21641
Zitationshilfe
„schleppend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schleppend>, abgerufen am 14.10.2019.

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