schleimig

GrammatikAdjektiv
Aussprache
Worttrennungschlei-mig (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
voll Schleim, klebrig, schlüpfrig
Beispiele:
eine schleimige Absonderung, Haut, Schnecke
ein schleimiger Auswurf, Pilz, Wurm
abwertend, übertragen heuchlerisch, liebedienerisch
Beispiele:
ein schleimiger Kriecher
eine schleimige Beflissenheit, Unterwürfigkeit
jmdn. schleimig anlächeln
Dieser schleimige Hund von Kalfaktor hatte also frech gelogen [BredelSöhne421]
2.
sämig, dickflüssig
Beispiele:
eine schleimige Suppe
ein schleimiger Fruchtsaft
eine schleimige Diät für einen Kranken
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Schleim · schleimen · schleimig
Schleim m. ‘zähe, schlierige, schmierige Flüssigkeit’, ahd. (Hs. 13. Jh.), mhd. slīm ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit, schmierige Substanz, Vogelleim’, mnd. aengl. anord. slīm, mnl. nl. slijm, engl. slime (germ. *slīma-) und (ablautend) schwed. slem (germ. *slaima-) lassen sich mit ahd. slīmen ‘glatt machen, schärfen’ (9. Jh.), air. slemun ‘glatt, schlüpfrig’, griech. lé͞imāx (λείμαξ), lat. līmāx, russ. (landschaftlich) slimák (слимак) ‘Schnecke’ sowie mit aslaw. slina, russ. (älter) slína (слина), lett. slienas (Plur.) ‘Speichel’ als Bildungen mit Nasalsuffix auf eine mit s-Anlaut versehene Variante der Wurzel ie. *lei- ‘schleimig, durch Nässe glitschiger Boden, ausgleiten, worüber hinschleifen oder -streichen, schmieren’ zurückführen (s. ↗Schlei, ↗schleifen und ↗Leim). Als älteste Bedeutung ist ‘Schlamm, klebrige Flüssigkeit’ anzunehmen. Die ältere Medizin bezeichnet mit Schleim nicht nur die gesunden Absonderungen der Schleimhäute, sondern auch dickes Blut, Eiter und dgl. (17. Jh.). schleimen Vb. ‘Schleim absondern, von Schleim reinigen’ (17. Jh.). schleimig Adj. ‘voller Schleim, schleimartig’, mhd. slīmec, slīmic ‘schleimig, klebrig, schlammig’.

Thesaurus

Synonymgruppe
aufgesetzt freundlich · ↗glattzüngig · ↗heuchlerisch · kratzfüßig · ↗liebedienerisch · ↗schmeichelhaft · schmeichelnd · ↗schmierig · zuckersüß lächelnd · übertrieben freundlich  ●  herumschleimend  ugs. · ↗honigsüß (lächeln / tun)  ugs. · ↗katzenfreundlich  ugs. · ↗scheißfreundlich  derb · schleimend  ugs. · schleimig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
(sich) schnell und bedenkenlos anpassend · ↗angepasst · ↗charakterlos · ↗konformistisch · ohne Rückgrat · ↗opportunistisch · ↗prinzipienlos · ↗rückgratlos · ↗unkritisch  ●  ↗aalglatt  fig. · ↗stromlinienförmig  fig. · schleimig  ugs.
Assoziationen
Synonymgruppe
flutschig · schleimig · ↗schlierig · ↗schmierig · ↗ölig  ●  ↗glitschig  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Alien Ausfluß Flüssigkeit Getränk Haut Hülle Kröte Körper Masse Maß Monster Schnecke Sekret Spur Substanz Tentakel Tier Ungeheuer Wesen Wurm blutig grün klebrig wässerig Überzug

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schleimig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An seinen Wänden zogen sich schleimige Kabel entlang, in vielen verschiedenen Farben.
Moers, Walter: Die 13 1/2 Leben des Käpt'n Blaubär, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 407
Juden erkennt man an den langen Ohren und am schleimigen Lächeln.
Die Welt, 01.11.2003
Die äußere Haut ist schleimig weich, glatt und völlig schuppenlos.
Reinhardt, Ludwig: Vom Nebelfleck zum Menschen, München: Reinhardt 1909, S. 237
Da ist die ganze Wand und alles schon richtig schleimig und glitschig, und da ist eine ganz schlimme Luft.
Süddeutsche Zeitung, 07.08.2001
Da strich es kalt und feucht und schleimig über meine Finger.
Müller-Jahnke, Clara: Ich bekenne. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1904], S. 9224
Zitationshilfe
„schleimig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schleimig>, abgerufen am 15.07.2019.

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