schlaksig

GrammatikAdjektiv
Nebenform schlacksig · Adjektiv
Aussprache
Worttrennungschlak-sig ● schlack-sig
Wortbildung mit ›schlaksig‹ als Erstglied: ↗Schlaksigkeit
eWDG, 1976

Bedeutung

salopp, abwertend lang aufgeschossen und ungeschickt, ohne Straffheit in den Bewegungen
Beispiele:
ein schlaksiger Junge, Bursche
ein schlaksiges, halbwüchsiges Mädchen
er war etwas schlaksig
bildlich
Beispiel:
eine schlaksige, ausgeleierte, billige Stoffpuppe [BöllZug98]
ungeschickt, ohne Straffheit in den Bewegungen
Beispiele:
sich schlaksig bewegen
er hatte einen schlaksigen Gang
Matzko erhob sich in seiner ganzen Länge, baumelte schlaksig mit seinem Oberkörper [RennKindheit298]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

schlack · schlacksig · schlaksig · Schlacks · Schlaks · schlackern1
schlack Adj. ‘schlaff, träge, nachlässig’, ahd. slah (um 1000), mhd. slach ‘schlaff, welk’, asächs. mnd. slak, mnl. slac, aengl. slæc, engl. slack, anord. slakr, schwed. slak (germ. *slaka-). Außergerm. verwandt ist wohl lat. laxus ‘schlaff’. Zur Wurzel ie. *(s)lē̌g- ‘schlaff, matt sein’ (s. ↗Laken, ↗link). Heute nur noch resthaft in einigen Mundarten. Dafür schlacksig, schlaksig Adj. ‘lang aufgeschossen, unbeholfen, träge’ (19. Jh.), Schlacks, Schlaks m. ‘langer, ungelenker Kerl’ (18. Jh.), nd. Slaks, Släks ‘nachlässiger, träger Mensch, fauler Schlingel’, md. Schlackes, Schlēks. schlackern1 Vb. ‘schlenkern, wackeln’, vorwiegend mit den Ohren schlackern zunächst vom Hund, dann übertragen ‘sehr erstaunt sein, sich wundern’. Das Verb gehört der Umgangssprache an und geht zurück auf nd. slackern ‘schlaff herunterhängen, zappeln, wackeln’, abgeleitet von mnd. slak ‘schlaff, träge’ (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
linkisch · schlaksig · ↗ungelenk
Anatomie
Synonymgruppe
dünn · ↗dürr · ↗hager · ↗knochig · ↗mager · schlaksig · ↗schmal · ↗schmächtig  ●  ↗untergewichtig  medizinisch · ↗dystroph  fachspr., griechisch · ↗leptosom  fachspr. · nichts auf den Rippen haben  ugs. · nichts zuzusetzen haben  ugs. · ↗spillerig  ugs., norddeutsch
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Hänfling · Schmächtling  ●  ↗Hering  ugs. · ↗Kümmerling  ugs. · Mickerling  ugs. · ↗Schmachtlappen  ugs., rheinisch · ↗Spargeltarzan  ugs. · Spinnewipp  ugs., ruhrdt., veraltet · ↗Spucht  ugs., norddeutsch · Strich in der Landschaft  ugs. · halbe Portion  ugs. · schmales Handtuch  ugs.
  • gertenschlank · rank und schlank · ↗schlank · schlank wie eine Gerte · schlank wie eine Tanne · ↗superschlank  ●  ↗rank  veraltet
  • an Mangelernährung leidend · fehlernährt · mangelernährt · nicht genug zu essen bekommen · schlecht ernährt · ↗unterernährt · vom Fleisch gefallen sein · zu wenig zu essen bekommen
  • (stark) unterernährt · ↗(stark) untergewichtig · ↗Hungerleider · abgemagert · ↗abgemergelt · ↗abgezehrt · ↗ausgehungert · ausgemergelt · ausgezehrt · ↗hohlwangig · ↗magersüchtig  ●  (die) Rippen einzeln zählen können (bei jemandem)  ugs. · (nur noch ein) Schatten seiner selbst  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · (wie ein) lebender Leichnam (aussehen/herumlaufen)  ugs. · (wie ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (wie eine) Leiche auf Urlaub  ugs. · (wie eine) wandelnde Leiche  ugs. · (wie) sein eigener Schatten  ugs. · ↗eingefallen  ugs. · ↗halb verhungert  ugs. · ↗klapperdürr  ugs. · ↗klapprig  ugs. · ↗knochendürr  ugs. · ↗marantisch  fachspr., medizinisch · ↗marastisch  fachspr., medizinisch · ↗morbid  geh. · ↗spindeldürr  ugs. · vom Fleisch gefallen  ugs.
  • (kräftig) zulegen · an Gewicht zulegen · ↗ansetzen · dick(er) werden · in die Breite gehen · ↗zunehmen  ●  mehr werden  ironisch · (etwas) auf die Rippen kriegen  ugs.
  • hat ihr Idealgewicht · hat sein Idealgewicht · ↗normalgewichtig
  • feingliedrig · ↗schlankgliedrig · von zartem Körperbau · von zierlichem Körperbau · ↗zart (aufwertend) · zart gebaut · ↗zartgliedrig (aufwertend)  ●  ↗zierlich  Hauptform
  • hoch aufgeschossen · schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
  • (anderen) auf den Kopf spucken können · ↗(ein) Riese · ↗baumlang · ↗groß · ↗hoch gewachsen · ↗hochgewachsen · mit Gardemaß · ↗stattlich · von Gardemaß · von hohem Wuchs  ●  ↗(ein) Turm  fig. · ↗lang  ugs.
  • (ein) (ganz) Langer  ugs. · (eine) (ganz) Lange  ugs. · (und) dann kam eine lange Dürre  ugs., Spruch, scherzhaft · ↗Bohnenstange  ugs., fig. · Heugeige  ugs., österr., fig. · ↗Hopfenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs. · langes Elend  ugs., ironisch · langes Gereck  ugs., regional · langes Gestell  ugs.
  • Hungerkünstler  fig. · man kann alle Rippen (einzeln) zählen (bei)  variabel · nichts zwischen den Rippen haben  variabel · (an jemandem ist) nichts dran  ugs. · (ein) Haufen Knochen  ugs. · (ein) Strich in der Landschaft  ugs. · (ein) schmales Handtuch  ugs., regional · (ein) wandelndes Gerippe  ugs. · (nur noch) Haut und Knochen  ugs. · Hungerhaken  ugs. · ↗Klappergestell  ugs. · ↗Knochengestell  ugs., fig.
  • von zartem Körperbau · zartes Wesen  ●  ↗Elfe  fig. · ↗Reh  fig. · Rehlein  fig. · ätherisches Wesen  geh.
Synonymgruppe
hoch aufgeschossen · schlaksig  ●  ↗(ein) Schlaks  ugs. · (ein) langes Ende  ugs. · ↗(eine) Bohnenstange  ugs., fig. · langer Lulatsch  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abwehrspieler Angreifer Blonde Brasilianer Brillenträger Bursche Gestalt Glied Junge Jüngling Kerl Körper Mann Mittdreißiger Riese Statur Stürmer Teenager Typ blass blond dünn dürr großgewachsen hochgewachsen jungenhaft schlank unbeholfen ungelenk wirkend

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›schlaksig‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ich war schlaksig, absolut penetrant, zugleich unzuverlässig, labil, völlig unbrauchbar für das praktische Leben.
Die Zeit, 10.10.2005, Nr. 41
Der schlaksige Ralf W. fand nach der Schule keinen Job.
Der Tagesspiegel, 11.03.2002
Unter ihnen befand sich ein langer, schlaksiger Bursche mit kurzer, wichtiger Nase und lustigem Gesicht.
Marchwitza, Hans: Roheisen, Berlin: Verlag Tribüne Berlin 1955, S. 270
Er setzte sich schlaksig vor sie hin auf die Tischkante und zog beständig einen kleinen degenförmigen Brieföffner durch die Fingerritzen.
Strauß, Botho: Der junge Mann, München: Hanser 1984, S. 74
Jorge konnte nur staunen über so viel Bestimmtheit, über die Hartnäckigkeit dieses schmächtigen, schlaksigen Kerls.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 286
Zitationshilfe
„schlaksig“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://dwds.de/wb/schlaksig>, abgerufen am 21.06.2019.

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